Autorenseite von Michael Kofler
Über das Elend mit DRM (Update 19.7.)
[Update 19.7.2010: Die Download-Versionen meiner ebooks bei Addison-Wesley sind ab sofort DRM-frei! (Das gilt aber nicht für ebooks, die in Booklets auf CD ausgeliefert werden.)]
Eines gleich vorweg: Ich war und bin ein Gegner von DRM. Das gilt auch für die ebook-Ausgaben meiner Bücher. Addison-Wesley weiß das. Seit Jahren plädiere ich dafür, ebooks beim Kauf mit Wasserzeichen auszustatten (also z.B. auf jede Seite die E-Mail-Adresse und den Namen des Käufers einzubauen), wie dies der Verlag Apress schon seit vielen Jahren macht. Auch meine ebooks bei ebooks.kofler sind auf diese Weise vor allzu großzügigem Kopieren geschützt.
Addison-Wesley hält dem entgegen, dass Wasserzeichen technisch schwer zu realisieren wären (Blödsinn!), und dass es auf diese Weise unmöglich ist, ebooks zu schützen, die in Form von CDs in einem Booklet verkauft werden (das ist richtig, wenngleich mir diese Form des ebook-Verkaufs besonders absurd erscheint; aber solange diese Variante mehr Käufer findet als ein Download, wird es die Booklets wohl weiter geben).
Wie auch immer: Der aktuelle Status ist der, dass neu erscheinende ebooks bei Addison-Wesley mit DRM ausgestattet werden. Und so ist es eben gekommen, dass ich Sie in meinem Ubuntu-Handbuch von den Vorzügen von Open-Source-Software überzeugen möchte, dass Sie zum Lesen der ebook-Variante aber gleich zwei Closed-Source-Programme installieren müssen. Es ist zum Weinen!
Immerhin hat mir mein Lektor Boris Karnikowski zugesichert, dass man bereits an einem Wasserzeichensystem arbeitet. Ich hoffe, dass die fast unermeßlich hohen technischen Hürden bald gemeistert werden, damit die für Herbst 2010 geplante Neuauflage meines »großen« Linux-Buchs (Arbeitstitel Linux 2011) dann auch als DRM-freies ebook verfügbar sein wird.
Installation des Adobe Readers 8 und des FileOpen-Plugins
Die Hintergründe des von Addison-Wesley eingesetzten DRM-Systems können Sie hier nachlesen. Um die DRM-ebooks von Addison-Wesley zu lesen, brauchen Sie den Adobe Reader (andere PDF-Reader sind ungeeignet) und das kostenlose FileOpen-Plugin der gleichnamigen Firma.
Unter Windows und Mac OS X können Sie die jeweils aktuelle Adobe-Reader-Version verwenden, unter Linux müssen Sie aber Version 8 verwenden, weil die High-Tech-Elite von FileOpen nicht in der Lage ist, ihr Plugin kompatibel zu Version 9 zu machen ...
Die folgende Installationsanleitung gilt für Ubuntu 10.04:
- Falls Sie den Adobe Reader 9 schon installiert haben, müssen Sie das Paket acroread wieder deinstallieren (am einfachsten mit Synaptic).
- Dann laden Sie den Adobe Reader in Version 8 als *.deb-Paket hier herunter.
- Wenn Sie mit der 32-Bit-Version von Ubuntu arbeiten, installieren Sie das Paket mit sudo dpkg -i AdobeReader_deu-version.deb. Wenn Sie mit der 64-Bit-Version arbeiten, müssen Sie zwei Kommandos ausführen: zuerst sudo apt-get install ia32-libs, dann sudo dpkg -i --force-architecture AdobeReader_deu-version.deb. (Es gibt keine 64-Bit-Version des Adobe Readers, deswegen müssen diverse 32-Bit-Bibliotheken installiert werden.)
- Als Nächstes laden Sie das FileOpen-Plugin als TAR-Archiv hier herunter. tar xzf FileOpenInstaller.tar.gz packt das Archiv aus. Mit cd FileOpenInstaller wechseln Sie in dessen neues Verzeichnis. Mit sudo ./commandline_installer.sh führen Sie die Installation schließlich aus. (Es gibt auch ein grafisches Installationsprogramm, das bei meinen Tests aber versagt hat.)
Nach diesen Vorbereitungsarbeiten können Sie das ebook mit Adobe Acrobat laden. Wenn Sie das ebook auf CD gekauft haben, enthält das Booklet eine Seriennummer und ein Passwort. Wenn Sie das ebook als Download gekauft haben, sieht die Vorgehensweise ein wenig anders aus: Jedes ebook kann an maximal zwei Computer bzw. Lesegeräte gebunden werden. (Ich konnte diese Variante bisher leider nicht testen.)
PS: Vielleicht ist es Ihnen aufgefallen: Dieser Blog-Beitrag ist der neuen Rubrik ebooks zugeordnet. In Zukunft werden Sie in diesem Blog weitere Beiträge zum heißen Thema ebooks finden. Geplant ist z.B. ein Beitrag, der erklärt, warum ebooks so teuer sind.
