Mein Mac-Tagebuch
iPad-Impressionen
Eines gleich vorweg: Als Gerät zum Konsumieren von Inhalten, also zum Surfen im Web, zum Ansehen von Bildern, zum Lesen von E-Mails, zum Anhören von Musik (nur mit Kopfhörer, der Lautsprecher ist mies!) ist das iPad genial. Wer Inhalte produzieren will, wird weiterhin ein Notebook oder einen PC brauchen. Soviel war mir schon vor dem Kauf klar. Einige andere Eigenschaften erschließen sich erst, wenn man länger mit dem iPad arbeitet (spielt).
Total iTunes-abhängig
Ich hatte erwartet, dass das iPad als eigenständiges Gerät verwendet werden kann. Fehlanzeige. Bereits zur Inbetriebnahme ist ein herkömmlicher PC mit einer aktuellen Windows- oder Mac-OS-X-Version plus iTunes erforderlich. (Linux wird selbstredend nicht unterstützt.) iTunes hilft auch dabei, um Bilder, Videos, etc. auf das iPad zu bringen. Ohne iTunes kann man mit dem iPad surfen und Apps einkaufen, aber nicht viel mehr.
Safari ohne Reader-Modus
Der Reader-Modus des Safari, der mir unter Mac OS X so gut gefällt, steht am iPad nicht zur Verfügung. Das ist unverständlich, weil er gerade für ein kleines Display ideal geeignet wäre. Hoffen wir auf iOS 4.0.
Leerer iBook-Shop
Die iBook-Application wird bei derersten Verwendung des App-Stores automatisch installiert, zusammen mit einer kostenlosen (englischen) Ausgabe von Winnie the Pooh. Dieses ebook macht Appetit auf mehr, das iBook-Shop ist aber bis auf ein paar kostenlose alte Schmöker aus dem Gutenberg-Projekt komplett leer (zumindest in Österreich). Selbst wer willig wäre, Geld für ebooks auszugeben, findet nicht ein einziges Buch zum Kauf. Dass die Zusammenarbeit mit den deutschen Verlegern schwierig ist, kann ich mir schon vorstellen, aber dass es auch keine englischen Titel gibt, ist doch enttäuschend. Nun denn, Amazons Kindle-App für den iPad füllt diese Lücke.
PDFs in Safari und iBooks
Auch wer schon ebooks in Form von PDF-Dateien besitzt, hat Pech: Safari und die kostenlose App iBooks können zwar mit PDF-Dateien umgehen, der Komfort ist aber mäßig. Natürlich gibt es diverse Apps, die diesen Mangel beheben (dazu später mehr in einem eigenen Blog-Eintrag), dennoch hätte ich mir von einem Gerät, das (auch) als ebook-Reader und Kindle-Killer präsentiert wird, in dieser Hinsicht mehr erwartet.
Update (1.8.2010): Christop Langner war so freundlich mich darauf hinzuweisen, dass es das iPad heißt.