Michael Koflers Blog
Meine Unity-Konfiguration
Ganz nach dem Motto »je größer die Hindernisse, desto reizvoller ist die Herausforderung« habe ich meinen Unity-Desktop unter Ubuntu 11.04 zu meiner Zufriedenheit eingerichtet.
Vorweg: Die hier präsentierte Konfiguration entspricht meinen persönlichen Vorlieben. Niemand soll und muss es ebenso machen, und niemand muss sich verteidigen, wenn er lieber eine andere Konfiguration wünscht ... Aber vielleicht findet der eine oder andere hier noch einen Konfigurationstipp.
Viele Änderungen an der Konfiguration setzen voraus, dass der Compiz Config Settings Manager (CCSM) installiert ist (apt-get install compizconfig-settings-manager).
Dock
Ich will das Dock immer sehen: CCSM-Modul Ubuntu Unity Plugin, dort Hide Launcher = Never.
Die Icons sind mir standardmäßig zu groß. CCSM-Modul Ubuntu Unity Plugin, Dialogblatt Experimental, Icon Size = 32. (Kleiner geht's nicht.)
Standardmäßig sind alle Icons mit einer Hintergrundfarbe hinterlegt. Dezenter und übersichtlicher sieht das Dock aus, wenn die Icons standardmäßig grau hinterlegt sind und nur bei den laufenden Programmen die Hintergrundfarbe aktiviert wird. CCSM-Modul Ubuntu Unity Plugin, Dialogblatt Experimental, Backlight Mode = Toggles.
Arbeitsflächen
Mein Desktop erstreckt sich über zwei große Bildschirme, daher brauche ich keine Arbeitsflächen. CCSM-Modul Allgemeine Optionen, Dialogblatt Desktop-Größe, Regler Virtuelle horizontale/vertikale Größe = 1. Nach dem nächsten Login verschwindet im Dock das Arbeitsflächen-Icon.
Fensterschatten
Ich mache häufig Screenshots, und da sehen Schatten nicht so toll aus. Abhilfe: In der Datei /usr/share/themes/Ambiance/metacity-1/metacity-theme-1.xml müssen Sie alle shadow-Zeilen ändern: <shadow radius="0.0" ..> Die Einstellungen werden wirksam, sobald Sie mit Systemeinstellungen|Erscheinungsbild ein anderes Thema und dann wieder das Thema Ambiance auswählen.
Bildschirmhintergrund
An meinen Rechner sind zwei Monitore angeschlossen, und ich finde es am schönsten, wenn sich das Hintergrundbild über beide Bildschirme erstreckt. (Das sieht dann so aus.) Dazu müssen Sie z.B. mit Gimp eine Bitmap erstellen, die exakt so groß ist wie die gesamte Bildschirmfläche (in meinem Fall 3520*1200 Pixel). Diese Bitmap wählen Sie als Hintergrundbild aus und stellen dabei Stil=Spannen ein.
Indikatoren
Ich chatte nicht und verwende Thunderbird als E-Mail-Programm. Damit sind sowohl dass Messages-Menü als auch das Me-Menü überflüssig. Weg damit! apt-get remove indicator-me indicator-messages
Dafür will ich wissen, was mein Rechner gerade macht. Eine Indikator-kompatible Neuimplementierung des bekannten Systemmonitor-Applets ist bereits in Arbeit und funktioniert auf meinem Rechner einwandfrei. Den Download-Link sowie weitere Infos finden Sie hier:
https://launchpad.net/indicator-multiload
http://www.webupd8.org/2011/05/network-memory-and-cpu-usage-indicator.html
Auch eine Wetter- und Temperaturanzeige im Panel ist möglich: apt-get install indicator-weather. Anschließend muss das Programm einmal manuell gestartet werden.
Eine gute Zusammenstellung weiterer Indikator-Programme gibt OMG Ubuntu:
http://www.omgubuntu.co.uk/2011/01/the-omg-guide-to-must-have-indicator-applets/
Scrollbalken
Die neuen Scrollbalken sehen zweifellos hübsch aus, sie sind aber unpraktisch in der Bedienung und kommen außerdem nur recht sporadisch zum Einsatz. Auf meinem Bildschirm ist ohnedies Platz genug für richtige Scrollbalken, daher: apt-get remove liboverlay-scrollbar-0.1-0
Audio-Player
Rhythmbox hat mir nie gefallen, aber auch Banshee begeistert mich nicht. Auf der einen Seite glänzt das Programm durch unzählige Zusatzfunktionen, die ich alle nicht brauche, auf der anderen Seite fehlt der absolut elementare Genre-Browser. Ich bin daher auf Quod Libet umgestiegen (apt-get install quodlibet). Ein minimalistisches Programm, dessen einziger Nachteil darin besteht, dass es nicht über das Indikator-Menü bedienbar ist.
Was ich nicht verändert habe
Manche Details der Unity-Standard-Konfiguration gefallen mir durchaus (man glaubt es kaum ...). Da ich mittlerweile oft auch unter Mac OS X arbeite, habe ich die Fensterbuttons links belassen und bin auch beim Zentralmenü geblieben. Der Vollständigkeit halber seien aber auch diese beiden strittigen Details kurz dokumentiert:
- Fensterbuttons nach rechts: gconftool-2 --set /apps/metacity/general/button_layout --type string "menu:minimize,maximize,close"
- Zentralmenü ade: apt-get remove appmenu-indicator
PS: Ist es Zeitverschwendung, den Desktop nach seinen eigenen Vorlieben zu konfigurieren? Ich meine: Nein! Wenn man ohnedies jeden Tag stundenlang vor dem Rechner sitzt, ist ein schöner Desktop durchaus einige Mühe wert. So wie man sein Büro ansprechend einrichtet, Zimmerpflanzen pflegt und Bilder aufhängt. Und genau deswegen finde ich es so irritierend, dass Ubuntu diese Konfiguration derart schwer macht.
