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Mein Mac-Tagebuch

6. Dez 2011 |Mac

TotalFinder - Zusatzfunktionen für den Finder


Schon vor eineinhalb Jahren habe ich über die Funktionsarmut des Finders (also des Dateimanagers von OS X) lamentiert. Meine damalige Lösung hieß Path Finder. Mittlerweile bin ich auf den TotalFinder umgestiegen, den ich Ihnen hier kurz vorstelle.

 

Finder-Mängel

Der Dateimanager von OS X Lion ist einfach zu bedienen, und ist nunmehr sogar in der Lage, Dateien per Tastatur an einen neuen Ort zu verschieben. Das dafür neu in Lion eingeführten Tastenkürzel widerspricht zwar jeder Konvention, aber was soll's? (Im Quellverzeichnis drücken Sie cmd+C, im Zielverzeichnis alt+cmd+V.)

Trotz vieler Verbesserungen in Lion fehlen dem Finder leider weiterhin grundlegende Funktionen:
  • Der Finder unterstützt keine Tabs.
  • Der Zugriff auf unsichtbare (verborgene) Dateien und Verzeichnisse ist viel zu umständlich.
  • Verzeichnisse werden nicht vor Dateien angeordnet. Diese Einschränkung lässt sich jetzt zwar durch die neue Gruppierungfunktion umgehen, dann werden die restlichen Dateien aber auch gruppiert, was nicht immer zweckmäßig ist.

TotalFinder

TotalFinder von BinaryAge ist eine relativ kleine Erweiterung des Finders, die nicht nur die oben erwähnten Mängel behebt, sondern dem Finder auch sonst diverse Zusatzfunktionen verleiht. TotalFinder kostet momentan 18 $ (also ca. 12 EUR) und kann für zwei Wochen kostenlos getestet werden.

Bei der Installation wird TotalFinder so eingerichtet, dass das Zusatzprogramm beim Login automatisch gestartet wird und den Finder so ergänzt. Als unmittelbares optisches Feedback sehen Sie, dass sich das Finder-Icon ändert.

Der augenscheinlichste Unterschied zwischen dem originalen Finder und dem TotalFinder besteht darin, dass Sie nun innerhalb eines Fensters in mehrerenDialogblättern unterschiedliche Verzeichnisse bearbeiten können. Die Dialogblätter können auch das Ziel von Drag&Drop-Operationen sein.

Ergänzend zu den Dialogblättern können Sie mit cmd+U in eine Zwei-Spalten-Ansicht wechseln, in der links und rechts unabhängig voneinander ein Verzeichnis angezeigt und bearbeitet werden kann. Diese Ansicht ist besonders praktisch für Drag&Drop-Operationen zwischen zwei Verzeichnissen.

TotalFinder erweitert den Finder um einige wichtige Tastenkürzel: shift+cmd+. blendet verborgene Dateien ein und wieder aus. shift+cmd+Ö sortiert Verzeichnisse vor Dateien bzw. deaktiviert diese Sortierung wieder.

Mit cmd+X kennzeichnen Sie eine Datei als ausgeschnitten. Die Datei wird im TotalFinder nun hellgrau angezeigt, aber vorerst nicht verändert. Sobald Sie in einem anderen Verzeichnis cmd+V drücken, wird die Datei dorthin verschoben. So soll es sein!

TotalFinder versus Path Finder

Finder-frustrierte Mac-Anwender haben die Wahl zwischen zwei kommerziellen Finder-Varianten: dem oben beschriebenen TotalFinder oder dem Path Finder (siehe auch diesen Blog-Beitrag). Um es kurz zu machen: Path Finder ist deutlich teurer, bietet dafür aber ca. eine Million weiterer Zusatzfunktionen.

Auf meinem Arbeitsrechner sind seit einem halben Jahr beide Programme installiert, aber seit ich den TotalFinder habe, habe ich den Path Finder nicht mehr gestartet. Im Prinzip sind es ja nur wenige Dinge, die mir am Finder mißfallen, und die behebt TotalFinder. Für meine Anforderungen reicht das.

TotalFinder hat gegenüber dem Path Finder zudem einen konzeptionellen Vorteil: Es handelt sich nicht (wie beim Path Finder) um eine komplette Neuimplementierung des Finders, sondern nur um eine Erweiterung. Deswegen funktionieren sämtliche seit Finder-Neuerungen von Lion auch im TotalFinder.

Nicht so im Path Finder! Dort funktioniert weder die (meiner Ansicht nach ohnedies sinnlose) Ansicht Alle meine Dateien, noch ist die wesentlich nützlichere Gruppierung von Dateien möglich. Path Finder 5 wirkt damit unter Lion stärken denn je als Fremdkörper. Eine besser für Lion optimierte Version 6 ist in Arbeit, aber es ist unklar, wann sie endlich fertig werden soll.

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