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Michael Koflers Blog

15. Jan 2010 |Mac

Emacs am Mac


In meinen Linux-Büchern habe ich den Emacs als den König der Editoren bezeichnet. Persönlich ist das Programm für mich unverzichtbar, insbesondere zur Entwicklung von PHP/MySQL-Code sowie zum Verfassen von LaTeX-Dokumenten. Wenn Sie wissen möchten, welchen der vielen Emacs-Varianten ich auf meinem iMac einsetze, lesen Sie weiter ...

Zuerst die positive Überraschung: Der Emacs ist standardmäßig bereits installiert und kann im Terminal mit emacs dateiname gestartet werden. Dann die Ernüchterung: Es handelt sich um die uralte Version 22.1, die zudem nur im Textmodus vorliegt (also nicht außerhalb des Terminals genutzt werden kann).

Nun gut, eine kurze Internet-Suche offenbart, dass an Mac-OS-X-kompatiblen Emacs-Versionen kein Mangel herrscht - ganz im Gegenteil! Das Angebot ist so groß, dass man die Qual der Wahl hat. Kurz ein Überblick über die drei populärsten Kandidaten:

  • Emacs for Mac OS X: Dabei handelt es sich um ein fertiges Kompilat von Emacs 23.1. Ab dieser Version kann der Emacs ohne Portierungsarbeiten direkt als Mac-OS-X-Programm kompiliert werden. Leider fehlt in diesem Kompilat AUCTeX, das zur Bearbeitung von LaTeX-Dateien ausgesprochen nützlich ist. Andererseits wirbt die Website ja gerade damit, dass ihre Emacs-Version ausschließlich aus GNU-Original-Code besteht: No extras, no nonsense!
  • Aquamacs Emacs: Das ist eine Portierung von Emacs 22.3 auf Mac OS X, wobei die Entwickler diverse Erweiterungen eingebaut, die die Nutzung des Editors unter Mac OS X angenehmer machen. (Emacs 22.n kann nicht direkt als Mac-OS-X-Programm kompiliert werden. Deswegen haben die Aquamacs-Entwickler den Code entsprechend erweitert.)
  • Carbon Emacs: Auch Carbon Emacs ist eine Portierung von Emacs 22.n auf die Mac-OS-X-Oberfläche. Im Vergleich zu Aquamacs Emacs bietet Carbon Emacs weniger Mac-spezifische Zusatzfunktionen. AUCTeX ist abermals enthalten.

Alle drei Varianten sind kostenlos verfügbar, und alle drei Varianten funktionieren prinzipiell gut. Insofern ist es schwer, eine Empfehlung abzugeben. Selbst bin ich nach einigen Experimenten bei Aquamacs Emacs geblieben. Eigentlich wäre mir der Original-Emacs lieber gewesen, aber ich hatte keine Lust, AUCTeX selbst hinzuzufügen.

Zuletzt noch drei Tipps zum Umgang mit Aquamacs Emacs:

  • Metataste: Standardmäßig gilt alt als Metataste. Das ermöglicht eine effiziente Bedienung, allerdings können Sonderzeichen wie @ oder { nicht mehr eingegeben werden. Abhilfe schafft Options|Option Keys| Meta & German. Diese Einstellung ermöglicht die Eingabe aller wichtigen Sonderzeichen durch alt+Taste, wobei das deutsche Apple-Tastaturlayout vorausgesetzt wird. Alle anderen alt-Kombinationen werden als Meta-Kommandos interpretiert und erlauben eine effiziente Bedienung des Editors. Options|Save Options speichert diese Einstellung.
  • Unicode: Bei meinen Experimenten hatte Aquamacs Emacs Probleme mit der richtigen Erkennung von Unicode-Dateien. Ich habe deswegen Options|Languange|Set Language Environment|UTF-8 ausgeführt und diese Einstellung mit Options|Save options gespeichert.
  • Konfigurationsdateien: Aquamacs Emacs lädt wie alle anderen Emacs-Varianten beim Start die Konfigurationsdatei /Users/name/.emacs. Allerdings speichert Options|Save options alle über das Options-Menü veränderte Einstellungen in /Users/name/Library/ Preferences/Aquamacs Emacs/customizations.el. Das kann zu Konflikten mit Ihrer .emacs-Datei führen. Abhilfe: Entfernen Sie die Blöcke custom-set-faces und custum-set-variables aus Ihrer .emacs-Datei und kopieren Sie Ihre eigenen Einstellungen nach customizations.el.

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