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( 2. Okt 2014)
Raspberry-Pi-Buch
Auf über 1000 Seiten beschreibt unser Raspberry-Pi-Buch nahezu alle Aspekte des Umgangs mit dem Raspberry Pi: Installation, Linux-Grundlagen, Hardware, Elektronik-Grundlagen, Erweiterungs-Boards und Programmierung. Eine Sammlung spannender Projekte rundet das Buch ab.
(17. Apr 2014)
Ubuntu 14.04
Das eBook Ubuntu 14.04 gibt auf 268 Seiten eine Einführung in den Umgang mit Ubuntu: Installation, Konguration, Desktop- und Server-Anwendung, Programmierung. Einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen lesen Sie im Blog nach. Tipps und Tricks rund um Ubuntu erscheinen außerdem meinem neuen Ubuntu-Blog ubuntu-buch.info.
(26. Jan 2014)
Java auf den Punkt gebracht
Das eBook Java auf den Punkt gebracht fasst auf ca. 230 Seiten und aktuell zu Version 8 die Basics von Java zusammen: prozedurale Sprachelemente, Klassen, Vererbung, Generics, Collections, Multi-Threading, Lambda-Ausdrücke etc. Das Motto: von Programmierern für Programmierer. Lesen Sie auch den Blog-Beitrag zur Entstehung dieses eBooks!
( 8. Dez 2013)
Excel programmieren

Ralf Nebelo hat mein Excel/VBA-Standardwerk (erste Auflage 1994!) überarbeitet. Die Neuauflage ist aktuell zu Excel 2013, berücksichtigt aber auch die Vorgängerversionen 2007 und 2010.

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Mein Mac-Tagebuch

6. Dez 2009

Willkommen in meinem Mac-Tagebuch

Eigentlich bin ich ja bei Linux zuhause. Nun ziert aber auch ein iMac meinen Schreibtisch.

Nun bin auch ich der Faszination des Apple-Designs erlegen und schreibe diese Zeilen auf einem funkelnagelneuen, wunderschönen, flüsterleisen iMac 27''. Noch ist unklar, ob bzw. wann dieses Experiment zu einem Mac-OS-X-Buch führen wird. Bis es soweit ist, werde ich meine Impressionen und Erkenntnisse in Form eines Tagebuchs niederschreiben, sozusagen: Mac OS X aus der Sicht eines Linux-Jüngers ...

Ziel dieses Tagebuchs ist es, in unterhaltsamer Form über positive wie negative Erfahrungen zu berichten − und das ohne die rosa Brille vieler Apple-Fans. Natürlich werden Sie hier auch den einen oder anderen Tipp finden, wie Linux-Know-How unter Mac OS zur Geltung kommt. (Auch wenn Linux und Mac OS X ganz unterschiedlich aussehen, gibt es hinter der Oberfläche mehr Ähnlichkeiten, als man glauben möchte.)

PS: Keine Angst! Mein Apple-Seitensprung bedeutet keinesfalls, dass ich Linux ade sage! Dank VirtualBox lief Ubuntu 9.10 bereits am zweiten Tag auch am Mac (und startet dort übrigens schneller, als auf meinem bisherigen Arbeitsrechner ...). Eine 'richtige' Installation werde ich in den nächsten Wochen ausprobieren und darüber berichten.

Update (14.1.2010): Die Beiträge meines Mac-Tagebuchs erscheinen nun auch im Blog des Addison-Wesley-Verlags.

7. Dez 2009

Maus, Tastatur und Firefox

Für einen Linux-Fan ungewohnt, für den Rest der Welt normal: Der Rechner funktioniert ohne vorherige Installation. Um Installations- und Open-Source-Entzugserscheinungen zu vermeiden, installiere ich sofort Firefox. Jetzt ist es mein Mac.

Ich denke, daran könnte man sich gewöhnen: Anstecken, einschalten, ein paar Konfigurationsschritte, fertig!

Die Benutzeroberfläche ist ungewohnt, aber zweifelsfrei ästhetisch und auf jeden Fall leicht zu begreifen. Dass die Magic Mouse scheinbar keine rechte Maustaste hat, lässt sich zum Glück in den Systemeinstellungen beheben. Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich die Mausgeschwindigkeit erhöht, damit ich nicht zwei Tage brauche, um den Mauszeiger diagonal über den Riesenbildschirm zu ziehen. Mein Mäuseglück wäre vollkommen, wenn ich wie unter Linux Text einfach mit der linken Maustaste kopieren und mit der (nicht vorhandenen) mittleren Maustaste einfügen könnte, aber zur Not kann ich auch ohne diesen Komfort leben.

Keine Lösung gibt es für das ungewohnte Tastaturlayout: Hier heißt es lernen, üben und fluchen! Warum muss Apple auch ein anderes Layout verwenden als jeder andere PC-Hersteller? Und wie kann man eine Tastatur bauen, auf denen die Tasten <Bild auf> und <Bild ab> fehlen? Die Reduktion auf das Wesentliche ist sicher ein guter Ansatz, aber man kann alles übertreiben ...Und wenn wir schon beim Reduzieren sind: Die fünf Umschalttasten (Shift, Fn, Ctrl, Alt und Cmd) auf der aktuellen Standardtastatur sind eindeutig zu viel.

Damit Sie nicht glauben, ich sehe alles nur negativ: Schreiben kann man auf der Tastatur erstaunlich gut. Ob die Tastatur auch taugt, um damit ganze Bücher zu verfassen, kann ich noch nicht sagen. 20 Jahre Microsoft Natural Keyboard (in verschiedenen Versionen) haben meine Hände/Finger geprägt.

Nun denn, zur Installation von Firefox und Xmarks braucht es keine Tastatur. Mit meinem gewohnten Browser samt Bookmarks-Sammlung fühle ich mich auf dem neuen Rechner schon fast wie zuhause. Und es ist ohne Zweifel der schönste Rechner/Bildschirm, den ich je hatte.

9. Dez 2009

Flicker flacker

Der Monitor ist schön, aber gelegentlich flackert er. Immerhin leuchtet er so hell, dass das Spiegeln kaum stört.

Die neuen iMacs haben offensichtlich ein Produktionsproblem, das sich darin äußert, dass der Bildschirm gelegentlich flackert bzw. kurz ganz schwarz wird (siehe auch 1, 2, 3). Apple ist als verschwiegenes Unternehmen bekannt und wird seinem Ruf auch diesmal gerecht: Bisher gibt es kein offizielles Statement zu den Problemen.

Meine Hoffnung, ein perfektes Gerät zu erhalten, hat sich am dritten Tag leider zerschlagen. Immerhin ist das Ausmaß des Problems bisher erträglich. Stundenweise ist das Bild absolut störungsfrei, dann flackert es wieder kurz. Also werde ich mit der Bitte um Austausch/Reparatur vorerst warten, um nicht eine weitere Niete als Ersatzgerät zu bekommen (laut Forenberichten keine Seltenheit). Soviel also zur legendären Apple-Qualität.

Besser als befürchtet geht es mir mit dem Glare-Display. Meine bisherigen Monitore waren alle entspiegelt. Den iMac kann man dagegen auch als (teuren) Spiegel verwenden. Im Betrieb stört das überraschenderweise weniger als erwartet, vermutlich wegen der starken LED-Hintergrundbeleuchtung.

Die Display-Beleuchtung frisst allerdings einigen Strom: Im Leerlauf will mein iMac bei voller Helligkeit mit rund 150 W versorgt werden. Bei minimaler Helligkeit sinkt die Leistungsaufnahme auf die Hälfte. (Ich habe die Leistungsmessungen mit einem ganz billigen Messgerät durchgeführt, sie sind also sicher nicht besonders exakt. Mein iMac ist mit einer i7-CPU und 8 GByte RAM ausgestattet. Angesichts dieser Komponenten ist der Stromverbrauch durchaus OK und nicht höher, als bei meinem bisherigen PC + Monitor.)

Update: Zu diesem Tagebucheintrag gibt es zwei Fortsetzungen hier und hier.

10. Dez 2009

GUI-Wahnsinn

2000 Pixel bzw. ein halber Meter Abstand zwischen dem Programmfenster und seinem Menü sind ein bisschen viel ...

Apple gilt als das Maß der Dinge, wenn es um die Gestaltung grafischer Benutzeroberflächen geht (Graphical User Interface = GUI). Aber nicht alles, was sich in der Vergangenheit bewährt hat, ist auch heute noch eine gute Idee. Besonders verrückt ist meiner Meinung nach das zentrale Menü: Es stammt aus einer Zeit, in der Bildschirme so klein waren, dass in der Regel alle Programme in maximierten Fenstern ausgeführt wurden.

Zeitsprung in die Gegenwart: Am Desktop sind heute 24-Zoll-Monitore der Standard, 30-Zoll-Monitore nicht mehr ungewöhnlich. Wenn auf einem solchen Bildschirm der Texteditor in einem kleinen Fenster rechts unten läuft, ist das Menü links oben unerreichbar weit entfernt. Wer da nicht sämtliche Tastenkürzel auswendig kennt, hat verloren! Eine effiziente Nutzung des Menüs ist schlicht unmöglich. (Noch schlimmer ist es, wenn das Programm in einem zweiten Monitor angezeigt wird.)

Ebenfalls enttäuschend: Es ist unmöglich, die Darstellung sämtlicher Oberflächenelemente (Menüs, Dialoge, Fensterinhalt etc.) zu vergrößern. Unter Linux und Windows kann dazu die DPI-Einstellung (Dots per Inch) geändert werden − ein wunderbares Hilfsmittel für alle, die nicht mehr so gut sehen oder deren Bildschirm zu weit entfernt aufgestellt ist. Apple hat eine vergleichbare Funktion lange versprochen, aber bisher nicht realisiert. Es gibt zwei Alternativen, die aber beide nicht praktikabel sind: den Bildschirm in einer geringeren Auflösung betreiben (liefert ein vergrößertes, aber unscharfes Bild), oder den Zoom-Modus zu verwenden: Die Vergrößerung wird mit <ctrl>+Mausrad / Touchpad eingestellt. Allerdings ist die Bilddarstellung auch hier ein wenig verschwommen, außerdem geht die Übersicht verloren, weil immer nur ein Ausschnitt des Bildschirms sichtbar ist.

11. Dez 2009

VirtualBox

Ein echter Linux-Fan kann nicht ohne Linux leben. Nicht einmal auf einem Apple-Computer!

Die Virtualisierungsprogramme VMware Fusion und Parallels Desktop sind zweifellos bekannter, persönlich bin ich aber seit zwei Jahren ein großer Fan von VirtualBox: Dieses zur Zeit von Sun entwickelte Virtualisierungssystem besteht zu großen Teilen aus Open-Source-Code und ist für die private Nutzung kostenlos verfügbar. VirtualBox zeichnet sich durch beinahe monatliche Updates aus, die sicherstellen, dass auch die neuesten Linux-Versionen zuverlässig ausgeführt werden können. Allerdings gründen meine bisherigen (sehr positiven) Erfahrungen nahezu ausschließlich auf die Kombinationen Host=Linux, Gast=Linux/Windows. Taugt VirtualBox auch unter Mac OS X? Die knappe Antwort: Ja! Meine unter Linux erzeugten virtuellen Maschinen laufen auch unter Mac OS X problemlos und schnell.

Wo VirtualBox momentan nicht mit VMware Fusion und Parallels mithalten kann, ist die 3D-Unterstützung. VirtualBox bietet zwar auch eine entsprechende Option, von deren Nutzung ich aber nur abraten kann: Die 3D-Funktionen sind ganz offensichtlich noch nicht ausgereift und bisweilen instabil, außerdem sinkt die 2D-Grafikleistung drastisch (etwa beim Blättern durch ein langes PDF-Dokument oder beim Scrollen in Firefox).

Nicht glücklich bin ich im Zusammenspiel mit VirtualBox mit der Magic Mouse geworden: Einmal begonnene Scroll-Bewegungen laufen endlos weiter und lassen sich nur mit Mühe stoppen. (Ich habe in den Systemeinstellungen das Scrollen ohne Nachlauf aktiviert, das hat aber nichts geholfen.) Abhilfe schafft eine herkömmliche USB-Maus.

Merkwürdig ist auch das Verhalten des NetworkManagers unter Ubuntu 9.10: Der automatische Verbindungsaufbau mit meinem Netzwerk scheitert (VirtualBox-Netzwerkeinstellungen: Netzwerkbrücke). Wenn ich das NetworkManager-Icon anklicke und Auto eth0 auswähle, gelingt der Verbindungsaufbau aber problemlos.

Schade ist zuletzt, dass Apple es nicht zulässt, Mac OS X selbst in einer virtuellen Maschine auszuführen. Man kann gespannt sein, wie lange sich Apple dem Virtualisierungs-Trend verschließen will.

14. Dez 2009

cmd+Tab

cmd+Tab wechselt zwischen Programmen, nicht Fenstern. WTF!

Windows- und Linux-Anwender sind gewohnt, mit Alt+Tab zwischen allen offenen Fenstern zu wechseln. Auf Apple-Rechnern funktioniert cmd+Tab so ähnlich, aber eben nicht ganz gleich: Die Tastenkombination wechselt zwischen Programmen. Wenn von einem Programm (Firefox, Terminal, OpenOffice) mehrere Fenster offen sind, aktiviert cmd+Tab das oberste (zuletzt benutzte).

Alternativen:

  • Exposè berücksichtigt alle nicht minimierten Fenster. Die Bedienung ist zwar optisch ansprechend, aber nicht so effizient wie mit alt+Tab. Etwas besser wird es, wenn man Expose automatisch aktiviert, sobald die Maus in eine Fensterecke bewegt wird. Das erspart einen Wechsel zwischen Tastatur (Exposè aktivieren) und Maus, hilft aber nicht, wenn man von vorne herein mit der Tastatur arbeiten will.
  • (fn+)ctrl+F4 wechselt zwischen nicht minimierten Fenstern und kommt Alt+Tab von Linux/Windows recht nahe. Minimierte Fenster bleiben aber unzugänglich. X11-Fenster ignoriert (fn+)ctrl+F4. Außerdem funktioniert die Tastenkombination nicht immer bzw. ignoriert manchmal einige Programme. Die dahinterstehende Logik habe ich nicht begriffen.
  • cmd+< bzw. cmd+> wechselt zwischen den Fenstern eines Programms. Sie müssen also zuerst mit einer Tastenkombination (cmd+Tab) das Programm und dann mit einer zweiten (cmd+<) das Fenster auswählen. Minimierte Fenster bleiben wieder außen vor.
  • Witch kann die von Windows/Linux gewohnte Tastenkombination Alt+Tab vollständig ersetzten, kostet aber € 10.
15. Dez 2009

Terminal

Mac OS X basiert hinter der Oberfläche auf BSD-Unix und lässt sich auch über ein Terminalfenster steuern (Anwendungen|Dienstprogramme|Terminal).

Im Terminalfenster läuft der Kommandointerpreter bash in der Version 3.2 (aktuell wäre 4.0). Echte Unix/Linux-Fans fühlen sich hier sofort heimisch. Allerdings hat das Heimatverzeichnis hat den ungewohnten Ort /users/name.

Im Terminal stehen alle grundlegenden Kommandos wie ls, grep, less, man etc. zur Verfügung. Allerdings scheinen die Apple-Entwickler einen Widerwillen gegen Farbausgaben haben. ls -G sieht doch gleich viel schöner aus! Die wichtigsten Unix-Editoren sind standardmäßig installiert: nano, vim und sogar emacs (allerdings nur als Textversion und in der uralten Version 22.1).

Ärger macht wieder einmal das Zusammenspiel mit der Tastatur: Es gibt keine Tastenkombination, um seitenweise nach oben oder unten zu blättern! Abhilfe schafft nur die Konfiguration neuer Tastenkürzel im Einstellungsdialog von Terminal (siehe die nebenstehende Abbildung bzw. hier).

Gewöhnliche Benutzer dürfen keine Systemdateien ändern oder administrative Aufgaben ausführen. Wenn Sie das wünschen, müssen Sie wie unter Ubuntu sudo zu Hilfe verwenden (also z.B. sudo emacs /etc/dateixy).

Die Verwendung von Unix-Werkzeugen ist nicht auf die Konsole beschränkt. Auch eine komplette X11-Umgebung ist installiert. Programme|Dienstprogramme|X11 startet xterm. X11 basiert wie bei allen gängigen Linux-Distributionen auf X.org. xdpyinfo offenbart aber auch hier eine wesentlich ältere Version als unter Linux üblich (1.4.1, aktuell ist 1.7). Außer den üblichen X-Werkzeugen (xman, xedit, xclock etc.) sind keine interessanten X-Anwendungen installiert. (Die Mac-OS-X-Standardprogramme basieren nicht auf X11.) Auch die Integration von X11 in den Apple-Desktop ist sub-optimal: Alle X11-Programme gelten als Fenster der X11-Gruppe, so dass cmd+Tab (auch hier) nicht funktioniert.

15. Dez 2009

VirtualBox-Tastatur-Konfiguration

Einige Sonderzeichen lassen sich in VirtualBox-Maschinen nicht oder nicht wie gewohnt eingeben. Hier ist die Lösung.

Seit ich meinen iMac habe, beschäftige ich mich nur mehr mit der Tastatur. Unter Mac OS X gilt ein anderes Layout, im Terminal fehlen elementare Kürzel, und in VirtualBox-Maschinen ist wieder alles anders. Mein Gott!

Regel 1: Generell geben Sie in VirtualBox-Maschinen die Sonderzeichen so ein, als würden Sie mit einer Windows-Tastatur arbeiten. Entscheidend ist nur, dass Sie die rechte alt-Taste anstelle von AltGr verwenden! Einige Beispiele: alt+q liefert @, alt+7 liefert {, alt+ß liefert \ etc.

Regel 2: Die Tasten für <>| und ^° sind vertauscht! Entweder gewöhnen Sie sich daran (wenn Sie diese Zeichen nur selten benötigen), oder Sie schaffen Abhilfe:

Tastentausch unter Linux (getestet mit Ubuntu 9.10)

Mit einem Editor erzeugen Sie die folgende Datei .Xmodmap:

keycode  94 = asciicircum degree asciicircum degree notsign notsign notsign
keycode  49 = less greater less greater bar brokenbar bar

Beim nächsten Login fragt Gnome, ob es diese Datei berücksichtigen soll - Ja! Das war's. Siehe auch hier.

Tastentausch unter Windows (getestet mit Windows XP)

Unter Windows ist alles ein bißchen komplizierter (wie immer). Als erstes installieren Sie den Microsoft Keyboard Layout Creator. Dann starten Sie das Programm, laden das aktuelle Tastaturlayout und weisen den Tasten < und ^ die richtigen Zeichen zu (auch für Shift und AltGr). Nachdem Sie das Layout getestet haben, erzeugen Sie ein Setup-Programm für das neue Layout, installieren dieses und richten es in Systemeinstellungen|Regionaleinstellungen|Tastatur ein. Eine ausführlichere Anleitung finden Sie hier.

16. Dez 2009

NFS-Verzeichnis nutzen

Die NFS-Kommunikation zwischen Mac OS X und Linux funktioniert problemlos, sofern man bei der Konfiguration des NFS-Servers an die Option insecure denkt.

NFS ist eine simple und effiziente Möglichkeit, um die Dateien meines Linux-Server auch unter Mac OS X zu nutzen. Um ein NFS-Verzeichnis einzubinden, führen Sie am einfachsten im Terminal die beiden folgenden Kommandos aus:

$ sudo mkdir /verzeichnis
$ sudo mount nfsservername:/nfsverzeichnisname /verzeichnis

(Es gibt auch Wege, das über die Benutzeroberfläche zu erledigen, die habe ich aber noch nicht ergründet. Schneller als mit diesen zwei Kommandos wird es kaum gehen ...)

Wenn mount die lapidare Fehlermeldung operation not permitted liefert, müssen Sie am Linux-Server in die Datei /etc/exports die Option insecure einbauen. Mac OS X nutzt zur NFS-Kommunikation nämlich Portnummern > 1024, was unter Linux standardmäßig nicht vorgesehen ist. /etc/exports muss also wie das folgende Beispiel aussehen:

# Datei /etc/exports auf einem Linux-NFS-Server
/verzeichnis  10.0.0.0/24(rw,async,no_subtree_check,insecure)

Damit die Änderungen wirksam werden, führen Sie am NFS-Server noch das Kommando exportfs -a aus.

17. Dez 2009

süchtig nach Fotos

Für Mac-Besitzer schon lange eine Selbstverständlichkeit, aber für alle Umsteiger von Windows/Linux ein einmaliges Aha-Erlebnis: Die Verwaltung von Fotos kann tatsächlich Spaß machen!

Gestern habe ich mein Fotoarchiv (ca. 7000 Bilder) von Linux auf den Mac übertragen. Das dauert eine Weile, und natürlich gehen dabei eine Menge Kontextinformationen verloren, die im zuletzt eingesetzten Fotoverwaltungsprogramm (in meinem Fall F-Spot) mühsam eingegeben wurden.

Die Gesichterkennungsfunktion von iPhoto macht diese Verluste mehr als wett: Es ist faszinierend und unterhaltsam zuzusehen, welche Ähnlichkeiten iPhoto in den Fotos erkennt - etwa zwischen Eltern und Kinder, wenn diese ca. gleich alt sind. Man kann nun Stunden damit verbringen, sein Archiv neu in Ereignisse zu organisieren, möglichst viele Personen zu erkennen etc. Aber anders als bei den Programmen, die ich bisher zu diesem Zweck eingesetzt habe, macht das am Mac einfach Spaß. So sehr, dass andere, eigentlich wichtigere Arbeiten liegen bleiben.

18. Dez 2009

CPU und Speicher überwachen

Normalerweise möchte ich wissen, was mein Computer gerade tut. Die iStat Menus helfen dabei.

Programme|Dienstprogramme|Aktivitätsanzeige gibt Auskunft darüber, welche Programme gerade laufen, wieviel Speicher und CPU-Kapazität sie beanspruchen etc. Das Programm verrät allerdings nicht, ob die CPU oder die Festplatte gerade heiß läuft. Außerdem nimmt sein Fenster zuviel Platz am Desktop ein, um es ständig offen zu lassen.

Eine attraktive Alternative sind die kostenlosen iStat Menus. Nach der Installation erscheint dieses winzige Programm in Form einiger Icons im Statusbereich der Menüleiste. Ein Mausklick liefert bei Bedarf detaillierte Informationen über die aktuelle CPU-Auslastung (bei Multi-Core-CPUs für jeden Core), die Festplatten- und Netzwerknutzung, die Temperatur diverser Hardware-Komponenten sowie der Aktivität der verschiedenen Lüfter. Sehr empfehlenswert!

18. Dez 2009

Sonderzeichen per Tastatur eingeben

Tabellen mit einer Auflistung aller erdenklichen Mac-OS-X-Tastenkürzeln gibt es im Internet schon zuhauf. Dieser Beitrag gibt die Information in Bildform.

Die meisten Sonderzeichen werden unter Mac OS X in der Form alt+Taste eingegeben. Die folgende Abbildung verrät die Position der wichtigsten Sonderzeichen auf der Tastatur. Bewegen Sie einfach die Maus über das Bild!

Ein unter Windows oft benötigtes Zeichen fehlt: Der Backslash \. Für deren Eingabe brauchen Sie außer alt auch die shift-Taste: shift+alt+7.

Die orange hervorgehobenen Tasten sind übrigens dead keys. Das Zeichen erscheint nicht sofort, sondern wird mit dem folgenden Zeichen kombiniert (also z.B. zu è oder á). Um das Zeichen an sich einzugeben, müssen Sie anschließend die Leertaste drücken.

Um die obige Tastatur unter Mac OS X einzublenden, führen Sie Systemeinstellungen|Tastatur aus und aktivieren die Option Tastatur- und Zeichenübersicht in der Menüleiste anzeigen. Im Statusbereich der Menüleiste erscheint nun eine Länderfahne mit dem aktiven Tastaturlayout. Dort führen Sie Tastaturübersicht einblenden aus.

21. Dez 2009

VirtualBox: Mac-Tastaturlayout für Windows

Meine Postings zum Thema Tastatur nehmen offenbar kein Ende. Dieses Mal zeige ich Ihnen, wie Sie das Mac-Tastenlayout auch in einer virtuellen Windows-Maschine nutzen können.

Am 15. Dez. habe ich berichtet, dass in VirtualBox-Maschinen grundsätzlich das PC-Tastaturlayout gilt. Wer sich aber einmal an das Mac-Layout gewöhnt hat, will dieses auch unter Windows nutzen. Genau das ermöglicht das mit dem Windows Keyboard Layout Creator erstellte Layout de-mac. Damit können Sie nun Zeichen wie @ oder ~ auch in virtuellen Windows-Maschinen wie am Mac eingeben (also mit alt+L, alt+N).

Download: de-mac.zip

Zur Installation packen Sie das ZIP-Archiv in ein Verzeichnis aus und führen dann de_mac_i386.msi aus (bzw. de_mac_amd64.msi, wenn Sie eine 64-Bit-Installation von Windows nutzen). Die Installation der winzigen DLL-Datei mit dem Tastaturlayout erfolgt ohne weitere Rückfragen. Nun starten Sie Systemsteuerung|Regions- und Sprachoptionen, wechseln in das Dialogblatt Sprachen, klicken auf Details und machen das neue Tastaturlayout Mapping to use German Mac keyboard zum Standard-Eingabegebietsschema.

Ich habe das Layout in einer virtuellen Windows-XP-Maschine in Kombination mit der deutschen BlueTooth-Apple-Tastatur getestet. Wenn Sie mit anderen Tastaturen oder Windows-Versionen auf Probleme stoßen, können Sie das Tastaturlayout leicht selbst mit dem Windows Keyboard Layout Creator an Ihre eigenen Wünsche anpassen.

22. Dez 2009

Flicker flacker - Teil 2

In Form eines Firmware-Updates gibt Apple erstmals öffentlich zu, dass das Problem existiert. Über die Wirksamkeit des Updates gibt es aber geteilte Meinungen.

Bei den neuen iMacs 27'' flackert der Bildschirm manchmal oder wird für Sekunden schwarz. Apple hat heute ein Firmware-Update präsentiert, das die Probleme mildern soll. Die etwas vage Beschreibung des Updates liest sich so:

The 27-inch iMac Graphics Firmware Update applies to the graphics firmware on ATI Radeon HD 4670 and 4850 graphics cards to address issues that may cause image corruption or the display to flicker.

Ich habe das Update heute eingespielt, und mein Bildschirm ist seither flacker-frei. Das ist aber natürlich kein Beweis, dass das Update funktioniert! Schon bisher vergingen auf meinem Rechner oft mehrere Tage zwischen dem Auftreten der Bildstörungen. Im Apple-Forum gibt es ganz im Gegenteil mehrere Meldungen, wonach das Update die Probleme nicht behebt. Somit ist nach wie vor unklar, ob ein echtes Hardware-Problem vorliegt oder ob eine Lösung durch ein Software/Firmware-Update möglich ist.

Update (15.1.2010): Trotz des Firmware-Updates flackert mein Bildschirm weiterhin, wenn auch möglicherweise etwas seltener. Das Flacker-Problem bleibt damit ungelöst, das Ausmaß ist aber erträglich (momentan ca. ein bis zwei Episoden pro Woche). Abhilfe: Den Rechner kurz in den Ruhestand versetzen. Das Flackern hört dann jedesmal für einige Zeit auf (oft für mehrere Tage).

Update (4.2.2010): Es gibt ein weiteres Firmware-Update. Über meine Erfahrungen damit berichte ich hier.

23. Dez 2009

Top 10 - Flop 10

Zwei Wochen Mac OS X versus mehr als 15 Jahre Linux - zugebebenermaßen unfaire Ausgangsvoraussetzungen. Dieser Beitrag beschreibt dennoch, was mir auf meinem iMac besser gefällt als unter meinen Linux-Rechnern - und was nicht.

Top 10

  • Hardware: Mein iMac ist leise, schnell und schön. So soll es sein!
  • Monitor: Der eigentliche Kaufgrund für den iMac - zurecht (solange er gerade nicht flackert)!
  • Benutzeroberfläche: Wie die Hardware: schön, elegant und einfach zu bedienen.
  • Ruhezustand: Innerhalb von zwei Sekunden ausschalten, eben so schnell wieder einschalten. Auf keinem meiner Linux-Rechner funktioniert das vergleichbar gut (nicht einmal annähernd).
  • Software-Installation: Die Installation neuer Programme (z.B. der gerade aktuellsten OpenOffice-Version) ist wesentlich einfacher als unter Linux.
  • Time Machine: Ein Backup-Programm, das man tatsächlich gerne einsetzt.
  • iPhoto: Dieses Programm zeigt, was F-Spot, digikam und Co. noch lernen müssen. Vorsicht, Suchtpotential!
  • Unix/BSD-Unterbau: Ein entscheidende Pluspunkt im Vergleich zu Windows. Keine noch so schöne Benutzeroberfläche kann mir die Konsole zur Gänze ersetzen.
  • Mac Ports: Diese Software-Sammlung gibt bequemen Zugang zu unzähligen Open-Source-Programmen und Tools. Dass man die Anwendungen vorher selbst kompilieren muss, stört nur bei Programmen mit vielen Abhängigkeiten (Gimp).
  • VirtualBox: Dieses kostenlose Virtualisierungssystem funktioniert auch unter Mac OS X tadellos. So braucht niemand auf unentbehrliche Windows- oder Linux-Programme verzichten.

Flop 10

  • Monitor-Geflacker: Der Monitor flackert manchmal. Ich weiß, AppleCare wird mir mein Gerät bei Bedarf ohne zu zögern austauschen. Aber ganz habe die Hoffnung auf ein funktionierendes Software/Firmware-Update noch nicht aufgegeben. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass Apple mit diesem offensichtlich relativ weit verbreiteten Phänomen transparenter umginge.
  • Tastaturlayout: Zum Wahnsinnigwerden! Besonders wenn man unter Mac OS X auch im Terminalfenster Unix-Programme bedient bzw. in Virtualisierungssystemen Linux oder Windows ausführt.
  • Tastatur (BlueTooth-Modell): An sich besser als befürchtet. Aber warum fehlen die Tasten Bild auf und Bild ab? Soviel Platz wäre sogar auf der schlanken BlueTooth-Tastatur gewesen. (Und warum gibt es noch immer eine CapsLock-Taste? Wenn Apple so viel wichtigere Tasten eliminiert, könnte es doch auch die überflüssigste aller Tasten entsorgen.)
  • Maus: Die elegante Magic Mouse verstaubt mittlerweile in einem Regal. Erstens ist sie für meine Begriffe zu flach, außerdem kann man mit einem Mausrad viel präziser und schneller durch 1000-seitige PDF-Dokumente blättern (was ich leider des öfteren tun muss). Die 10-Euro-Logitech-OEM-Maus ist optisch zwar kein Hingucker, erfüllt ihre Aufgabe aber besser als das teure Apple-Gerät.
  • All-in-one-Konzept: Ich hasse es, wenn ich meine Festplatte(n) nicht selbst auswechseln kann. Bei einem PC gibt das die Sicherheit, auch aus einem defekten Gerät sofort alle Daten in einen anderen Rechner übernehmen zu können (es sei denn, die Festplatte selbst ist kaputt).
  • cmd+Tab: Seit mehr als 20 Jahren wechsle ich mit Alt+Tab zwischen Fenstern, nicht Programmen. In diesem Punkt will ich einfach nicht umlernen. Die 10 EUR für Witch wären eine gute Investition, wenn das Programm auch X11-Fenster berücksichtigen würde. Das ist aber leider nicht der Fall.
  • Text kopieren/einfügen mit der Maus (mittlere Maustaste): Gerade bei der Arbeit im Terminal ist das eine feine Sache. Schade, dass Apple das anders sieht.
  • Finder 1: Warum kann man dem Programm nicht beibringen, Verzeichnisse vor Dateien zu sortieren? Meine Güte!
  • Finder 2: Und ist es zuviel verlangt, Dateien mit cmd+X / cmd+V zu verschieben? Zum Glück gibt es das Terminal und mv!
  • Zentralmenü: An sich OK, aber nicht auf einem Riesenbildschirm. Oder gar zweien. Warum nicht eine Option, um das Menü auf Wunsch in das jeweilige Fenster zu integrieren? (Die andere Alternative ist eine Programmgestaltung, bei der das Menü weitgehend überflüssig wird. Aber das ist noch nicht Realität. Vorreiter in diesem Punkt ist im übrigen Microsoft, und nicht Apple ...)

Fazit: Letztlich begeistert mich die Hardware mehr als die Software. Wenn Linux auf meinem iMac genauso gut wie Mac OS X laufen würde, könnte ich für meine Arbeit auf Mac OS X beinahe ohne Entzugserscheinungen verzichten. Die einzige Ausnahme ist iPhoto.

Update (4.2.2010): Im Terminal (aber nicht in anderen Programmen) ist es möglich, Text zu markieren und dann sofort ohne weitere Umstände mit cmd+Mittlere Maustaste an der aktuellen Cursor-Position einzufügen. Das setzt natürlich eine Maus mit einer mittleren Maustaste oder einem Mausrad voraus. Wer eine Original-Apple-Maus oder ein Notebook mit Trackpad verwendet, hat Pech.

15. Jan 2010

Emacs am Mac

In meinen Linux-Büchern habe ich den Emacs als den König der Editoren bezeichnet. Persönlich ist das Programm für mich unverzichtbar, insbesondere zur Entwicklung von PHP/MySQL-Code sowie zum Verfassen von LaTeX-Dokumenten. Wenn Sie wissen möchten, welchen der vielen Emacs-Varianten ich auf meinem iMac einsetze, lesen Sie weiter ...

Zuerst die positive Überraschung: Der Emacs ist standardmäßig bereits installiert und kann im Terminal mit emacs dateiname gestartet werden. Dann die Ernüchterung: Es handelt sich um die uralte Version 22.1, die zudem nur im Textmodus vorliegt (also nicht außerhalb des Terminals genutzt werden kann).

Nun gut, eine kurze Internet-Suche offenbart, dass an Mac-OS-X-kompatiblen Emacs-Versionen kein Mangel herrscht - ganz im Gegenteil! Das Angebot ist so groß, dass man die Qual der Wahl hat. Kurz ein Überblick über die drei populärsten Kandidaten:

  • Emacs for Mac OS X: Dabei handelt es sich um ein fertiges Kompilat von Emacs 23.1. Ab dieser Version kann der Emacs ohne Portierungsarbeiten direkt als Mac-OS-X-Programm kompiliert werden. Leider fehlt in diesem Kompilat AUCTeX, das zur Bearbeitung von LaTeX-Dateien ausgesprochen nützlich ist. Andererseits wirbt die Website ja gerade damit, dass ihre Emacs-Version ausschließlich aus GNU-Original-Code besteht: No extras, no nonsense!
  • Aquamacs Emacs: Das ist eine Portierung von Emacs 22.3 auf Mac OS X, wobei die Entwickler diverse Erweiterungen eingebaut, die die Nutzung des Editors unter Mac OS X angenehmer machen. (Emacs 22.n kann nicht direkt als Mac-OS-X-Programm kompiliert werden. Deswegen haben die Aquamacs-Entwickler den Code entsprechend erweitert.)
  • Carbon Emacs: Auch Carbon Emacs ist eine Portierung von Emacs 22.n auf die Mac-OS-X-Oberfläche. Im Vergleich zu Aquamacs Emacs bietet Carbon Emacs weniger Mac-spezifische Zusatzfunktionen. AUCTeX ist abermals enthalten.

Alle drei Varianten sind kostenlos verfügbar, und alle drei Varianten funktionieren prinzipiell gut. Insofern ist es schwer, eine Empfehlung abzugeben. Selbst bin ich nach einigen Experimenten bei Aquamacs Emacs geblieben. Eigentlich wäre mir der Original-Emacs lieber gewesen, aber ich hatte keine Lust, AUCTeX selbst hinzuzufügen.

Zuletzt noch drei Tipps zum Umgang mit Aquamacs Emacs:

  • Metataste: Standardmäßig gilt alt als Metataste. Das ermöglicht eine effiziente Bedienung, allerdings können Sonderzeichen wie @ oder { nicht mehr eingegeben werden. Abhilfe schafft Options|Option Keys| Meta & German. Diese Einstellung ermöglicht die Eingabe aller wichtigen Sonderzeichen durch alt+Taste, wobei das deutsche Apple-Tastaturlayout vorausgesetzt wird. Alle anderen alt-Kombinationen werden als Meta-Kommandos interpretiert und erlauben eine effiziente Bedienung des Editors. Options|Save Options speichert diese Einstellung.
  • Unicode: Bei meinen Experimenten hatte Aquamacs Emacs Probleme mit der richtigen Erkennung von Unicode-Dateien. Ich habe deswegen Options|Languange|Set Language Environment|UTF-8 ausgeführt und diese Einstellung mit Options|Save options gespeichert.
  • Konfigurationsdateien: Aquamacs Emacs lädt wie alle anderen Emacs-Varianten beim Start die Konfigurationsdatei /Users/name/.emacs. Allerdings speichert Options|Save options alle über das Options-Menü veränderte Einstellungen in /Users/name/Library/ Preferences/Aquamacs Emacs/customizations.el. Das kann zu Konflikten mit Ihrer .emacs-Datei führen. Abhilfe: Entfernen Sie die Blöcke custom-set-faces und custum-set-variables aus Ihrer .emacs-Datei und kopieren Sie Ihre eigenen Einstellungen nach customizations.el.
19. Jan 2010

MacPorts und Fink - OpenSource-Software am Mac

Zu populären Open-Source-Programmen wie Firefox, Thunderbird, Gimp oder Emacs gibt es fertig kompilierte Mac-OS-X-Pakete, deren Installation ein Kinderspiel ist. Wie aber installiert man andere Open-Source-Programme, ohne selbst den Compiler anzuwerfen?

MacPorts

MacPorts ist die momentan größte Sammlung von speziell für Mac OS X portierten Open-Source-Quellcode. Teil jedes Pakets (jedes Ports) sind exakte Informationen über alle Abhängigkeiten (d.h., welche anderen Programmen bzw. Bibliotheken vorher installiert werden müssen).
MacPorts ist aber mehr als eine große Software-Datenbank. MacPorts ist auch eine Sammlung von Werkzeugen, die am lokalen Rechner dabei helfen, einzelne Programme (Ports) herunterzuladen, zu kompilieren, zu aktualisieren bzw. bei Bedarf auch wieder zu entfernen. Dabei hilft das zentrale Administrationskommando port. Es muss zumeist mit Administratorrechten (also mit sudo) ausgeführt werden.

Um gleich an dieser Stelle mit einem weit verbreiteten Missverständnis aufzuräumen: MacPorts ist keine Sammlung fertig für Mac OS X kompilierter Programme! Jedes Programm, dass Sie via MacPorts auf Ihrem Rechner installieren, müssen Sie selbst kompilieren. Dabei hilft Kommando port, das Sie in einem Terminal ausführen müssen.

Bevor Sie MacPorts nutzen können, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein (in dieser Reihenfolge):

  • X11 muss installiert sein. Bei aktuellen Mac-OS-X-Versionen ist das standardmäßig der Fall.
  • Xcode muss installiert sein. Diese Sammlung von Mac-OS-X-Entwicklungswerkzeugen befindet sich auf Ihrer Mac-OS-X-DVD bzw. kann in ihrer aktuellsten Version kostenlos von der Apple-Website heruntergeladen werden.
  • MacPorts selbst muss installiert sein. Dazu laden Sie das entsprechende *.dmg-Paket von der Website macports.org herunter und installieren es wie jedes andere Programm, in dem Sie es in das Programmverzeichnis verschieben.

port install name lädt nun den Quellcode des gewünschten Programms herunter, konfiguiert und verändert diesen gemäß den Informationen aus der MacPort-Datenbank und kompiliert und installiert das Programm. Falls das Programm andere Programme oder Bibliotheken voraussetzt, werden diese ebenfalls kompiliert. Der im folgenden Beispiel verwendete Editor joe ist frei von solchen Abhängigkeiten und ist insofern ein guter Startpunkt, um MacPorts testen. Die Installation sollte weniger als eine Minute dauern.

$ sudo ports install joe

Das so installierte Programm können Sie nun im Terminal starten (beispielsweise mit joe dateiname). Das setzt voraus, dass Sie den Programmnamen kennen. Dieser stimmt zumeist (aber nicht immer!) mit dem Port-Namen überein. port trägt das neu kompilierte Programm nicht in das Programmverzeichnis von Mac OS X ein, d. h. ein Start über das Mac-OS-X-Dock ist nicht vorgesehen.

Nicht immer funktioniert die Installation eines neuen Programms so problemfrei wie bei joe. Zum einen kann die Installation komplexer Programme (z.B. Gimp) etliche Stunden dauern, weil vorher unzählige zugrundeliegende Programme und Bibliotheken heruntergeladen und kompiliert werden müssen. Zum anderen sind bei meinen Tests mehrfach Kompilierfehler aufgetreten. Derartige Fehler sind zwar oft schon auf der Website trac.macports.org dokumentiert, das manuelle Einbauen von Patches ist aber sicherlich nicht jedermans Sache.

Fink

Das Fink-Projekt ist eine interessante Alternative zu MacPorts. Die Zielsetzung ist dieselbe: Open-Source-Pakete unkompliziert für Mac OS X zur Verfügung zu stellen. Ein grundlegender Unterschied besteht aber darin, dass Fink Binärpakete anbietet. Sie müssen also keine Programme selbst kompilieren, was eine Menge Zeit sparen kann. Zur Paketverwaltung kommt das von Debian bzw. Ubuntu bekannte Kommando apt get zum Einsatz, was Fink für Linux-Umsteiger besonders attraktiv macht. Allerdings ist die erstmalige Installation von Fink unter Snow Leopard momentan mühsam – es gibt noch kein Installationspaket. Außerdem sind die bei Fink angebotenen Programme bisweilen weniger aktuell als das Angebot bei MacPorts.

4. Feb 2010

Flicker flacker - Teil 3

Ein neuer Hoffnungsschimmer ...

Apple hat ein neues »Display-Firmware«-Update veröffentlicht, um das gelegentliche Flackern und andere Display-Probleme zu beheben. (Das erste Firmware-Update war für die Grafikkarte.) Die Mehrheit der Kommentare im Apple-Forum sind positiv, es gibt aber auch einzelne Meldungen, dass das Flackern trotz Firmware-Update weitergeht. Wie effektiv das Update also wirklich ist, kann momentan niemand mit Gewissheit sagen.

Auf meinem eigenen Rechner trat das Problem bisher ca. im Wochen-Rhythmus auf, also sehr selten. Nach dem Update vor zwei Tagen habe ich kein Flackern mehr festgestellt. Gewissheit wird es aber wohl erst in einigen Wochen geben.

Update (19.2.2010): Mein Rechner hat seit der Installation des letzten Updates nicht mehr geflackert, und auch sind die diversen Flacker-Foren ziemlich ruhig geworden. Es sieht also so aus, als wäre das Problem tatsächlich gelöst. Hurra!

24. Feb 2010

MySQL am Mac

MySQL ist das führende Open-Source-Datenbanksystem. Mit Mac OS X Server wird MySQL standardmäßig mitgeliefert. Aber auch bei der gewöhnlichen Mac-OS-X-Version ist die Installation von MySQL nur eine Angelegenheit weniger Minuten.

Auf dev.mysql.com finden Sie MySQL als Image-Datei. Die rund 70 MByte große Datei enthält neben der Readme-Datei drei Komponenten:

  • mysql-n.pkg: Installationspaket für den Datenbank-Server mit all seinen Werkzeugen (die Installation erfolgt in das Verzeichnis /usr/local/mysql)
  • MySQLStartupItem.pkg: Dateien für den automatischen Start des Servers beim Rechnerstart
  • MySQL.prefPane: minimalistisches Konfigurationsprogramm zur Integration in die Mac-OS-X-Systemeinstellungen; damit können Sie MySQL manuell starten und stoppen

Zur Installation führen Sie per Doppelklick in dieser Reihenfolge mysql-n.pkg, MySQLStartupItem.pkg und MySQL.prefPane aus. Der MySQL-Server wird von nun an bei jedem Rechnerstart automatisch gestartet. Wenn Sie das nicht möchten, verwenden Sie in /etc/hostconfig die Einstellung MYSQLCOM=-NO-.

Um MySQL nach der Installation erstmalig zu starten (ohne den Rechner neu zu starten), führen Sie in einem Terminal das folgenden Kommando aus:

$ sudo /Library/StartupItems/MySQLCOM/MySQLCOM start

PATH einstellen

Die MySQL-Administrations-Tools befinden sich im Verzeichnis /usr/local/mysql/bin. Wenn Sie diesen Pfad nicht jedesmal angeben möchten, fügen Sie ihn zur Umgebungsvariablen PATH hinzu. Dazu ändern Sie die Datei ~/.profile wie folgt:

# in .profile
export PATH=/usr/local/mysql/bin:$PATH

Außerdem stellen Sie sicher, dass .profile von der Datei ~/.bash_profile gelesen wird:

# in .bash_profile
if [ -e .profile ]; then
source .profile
fi

MySQL absichern

Standardmäßig ist der root-Account des MySQL-Servers nicht durch ein Passwort abgesichert. Abhilfe schaffen die folgenden Kommandos, die in einem Terminal ausgeführt werden müssen:

$ mysql -u root
> UPDATE mysql.user SET password=PASSWORD('geheim') WHERE user='root';
> FLUSH PRIVILEGES;
> exit

Damit Sie in Zukunft eine root-Verbindung zum MySQL-Server herstellen können, verwenden Sie das Kommando mysql -u root -p. Die Option -p ermöglicht die Angabe des root-Passworts.

/etc/my.cnf

Standardmäßig gibt es keine Konfigurationsdatei /etc/my.cnf. Der MySQL-Server verwendet daher die einkompilierte Standardeinstellungen. Wenn Sie abweichenden Konfigurationseinstellungen nutzen möchten, müssen Sie die Textdatei /etc/my.cnf selbst einrichten. Musterdateien finden Sie in /usr/local/mysql/support-files.

MySQL Workbench

Wer MySQL nicht ausschließlich im Terminal bedienen möchten (also mit den Kommandos mysql, mysqldump etc.), sollte die grafische Benutzeroberfläche MySQL Workbench installieren. Damit können Sie SQL-Kommandos testen und ausführen, neue Datenbanken einrichten, den Server administrieren etc.

4. Mär 2010

bash-completions

Im Terminal vervollständigt die tab-Taste wie unter Linux Kommando- und Dateinamen. Unter Linux funktioniert dieser Mechanismus aber wesentlich besser: Beispielsweise liefert man l tab eine Liste aller man-Seiten, die mit dem Buchstaben L beginnen. Soviel Intelligenz muss man dem Mac erst beibringen.

Dieser Tipp setzt voraus, dass Sie MacPorts installiert haben (siehe auch diesen Tagebucheintrag). Ist diese Voraussetzung erfüllt,  führen Sie einfach das folgende Kommando aus:

sudo port install bash-completions

Anschließend ergänzen Sie die Datei .bash_profile um die folgenden drei Zeilen:

if [ -f /opt/local/etc/bash_completion ]; then
. /opt/local/etc/bash_completion
fi

Damit die Änderungen wirksam werden, starten das Terminal-Programm neu.

Änderungen am Algorithmus, nach denen die bash nun Zeichenketten vervollständigt, können Sie direkt in der Datei /opt/local/etc/bash_completion sowie in den Dateien des Verzeichnisses /opt/local/etc/bash_completion.d/ vornehmen. Details zur completion-Syntax gibt man bash (suchen Sie im schier endlosen Hilfetext nach »Programmable Completion«).

10. Mär 2010

LaTeX am Mac

Die blank polierte Benutzeroberfläche von Mac OS X scheint auf den ersten Blick nicht die ideale Voraussetzung zur Nutzung des wenig intuitiven (aber umso effizienteren) Satzsystem LaTeX zu sein. Doch weit gefehlt: Nur ein kleiner Download (1,3 GByte!) trennt Sie von der aktuellen MacTeX-Distribution!

Es gibt verschiedene Wege, um LaTeX auf einem Apple-Computer zu installieren. Ich konzentriere mich hier auf MacTeX. Dabei handelt es sich um eine Zusammenstellung von Werkzeugen und Fonts auf der Basis der TeXLive-Distribution, die für die TeX- und LaTeX-Welt das Maß der Dinge ist. Alternativen zu MacTeX sind die nicht mehr gewartete Distribution gwTeX (auf der Basis der ebenfalls eingestellten teTeX-Distribution) oder eine eigene Installation via MacPorts oder Fink (wovon ich wegen der hohen Komplexität aber abrate).

Sie finden MacTeX in Form einer 1,3 GByte großen ZIP-Datei hier zum Download:

http://www.tug.org/mactex/

Zur Installation öffnen Sie das ZIP-Archiv und führen das darin enthaltene Installationsprogramm MacTeX-20nn.mpgk aus. Normalerweise werden alle verfügbaren Programme, Schriften, Erweiterungsdateien etc. in das Verzeichnis /usr/local kopiert. Außerdem werden einige wenige Programme mit grafischer Benutzeroberfläche in das Verzeichnis Programme/TeX installiert, sodass diese Programme über das Dock gestartet werden können.

Während der Installation werden der Umgebungsvariablen PATH die Verzeichnisse /usr/local/bin und /usr/texbin hinzugefügt, damit die diversen TeX- und LaTeX-Programme im Terminal ausgeführt werden können. Nach einem Neustart des Terminals können Sie LaTeX bereits nutzen. Einfacher geht's nicht!

Die aktuelle MacTeX-Version basiert übrigens auf TeXLive 2009. Bei vielen Linux-Distributionen kommen wesentlich ältere TeXLive-Versionen zum Einsatz (bei Ubuntu 9.10 z.B. TeXLive 2007!).

Das TeX Live Utility

Während Sie die diversen LaTeX-Kommandos üblicherweise in einem Terminal aufrufen, gibt es zur Administration der zahllosen Pakete von MacTeX eine grafische Benutzeroberfläche, die Sie im Dock als TeX Live Utility starten können. Der Button Update All spielt alle verfügbaren Updates ein. Im Dialogblatt Manage Packages können Sie einzelne Pakete auswählen und mit Show Info die dazu verfügbaren Informationen lesen.

TeXShop und TeXworks

Gerade für LaTeX-Einsteiger ist eine grafische Benutzeroberfläche praktisch, die beim Erstellen von LaTeX-Dokumenten und der Erzeugung von PDF-Dateien hilft. Zusammen mit MacTeX werden gleich zwei geeignete Programme installiert, nämlich TeXShop und TeXworks. Beide Programme werden über das Dock gestartet.

PDF-Viewer Skim

In aller Regel werden Sie mit LaTeX PDF-Dokumente erzeugen. Diese Dateien können Sie mit dem mit Mac OS X mitgelieferten PDF-Viewer ansehen. Andere Alternativen sind der kostenlose Acrobat Reader oder die in TeXShop oder TeXworks integrierten Viewer. Mein persönliches Lieblingsprogramm ist aber der relativ unbekannte Viewer Skim. Die attraktivste Eigenschaft dieses Open-Source-Programms ist eigentlich eine Trivialität: Das Programm kann so konfiguriert werden, dass es die PDF-Datei nach jeder Änderung automatisch neu lädt.

26. Mär 2010

DejaMenu

Spätestens im Dual-Monitor-Betrieb wird das Mac-OS-X-Zentralmenü unerträglich: Ich mag die Maus nicht fast einen Meter über zwei Bildschirme ziehen, nur um ein Menükommando auszuführen. Zum Glück gibt's DejaMenu!

DejaMenu ist ein winziges, kostenloses Programm. Es erlaubt die Konfiguration eines Tastenkürzels (standardmäßig shift+cmd-M). Wenn diese Tastenkombination gedrückt wird, erscheint an der aktuellen Mausposition das Menü des aktiven Programms als Kontextmenü. Genial! (Ich habe das Tastenkürzel auf cmd+M vereinfacht, weil ich ohnedies nie Fenster minimiere.)

Davon abgesehen wird DejaMenu nicht sichtbar, weder im Dock noch in der Menüleiste. Wenn Sie die Konfiguration von DejaMenu ändern möchten, drücken Sie die DejaMenu-Tastenkombination. Im Kontextmenü wird unter den Menüeinträgen des Programms auch ein DejaMenu-Menü eingebaut.

Damit DejaMenu funktioniert, muss im Modul Bedienungshilfen der Systemeinstellungen die Option Zugriff für Hilfsgeräte aktiviert sein. Das ist standardmäßig der Fall.

Damit das Programm nach dem Login automatisch gestartet wird, starten Sie die Systemeinstellungen, aktivieren das Modul Benutzer, wechseln in das Dialogblatt Anmeldeobjekte und fügen das Programm dort zur Liste Objekte bei der Anmeldung automatisch öffnen hinzu.

30. Mär 2010

f.lux - Warmes Licht bei Nacht (Update 26.7.)

Wer häufig in die Nacht hinein arbeitet, hat sicher schon festgestellt, dass der Monitor dann einen blauen, kalten Farbton zu bekommen scheint. Das winzige Programm f.lux reguliert die Farbtemperatur und lässt den Monitor bei Nacht in wärmeren Farbtönen leuchten.

Es ist sicherlich eine Geschmackfrage, ob man f.lux als Gimmick oder als wertvolles Tool hält. Persönlich habe ich mich aber innerhalb weniger Tage an dieses winzige Programm gewöhnt, das die Farbtemperatur des Monitorbilds in der Nacht wärmer macht.

Sie finden f.lux hier zum kostenlosen Download in drei Versionen für Windows, Mac OS X und Linux.

Die Installation und Konfiguration unter Mac OS X ist ein Kinderspiel (siehe die nebenstehende Abbildung).

Unter Linux packen Sie das tar-Archiv mit tar xzf aus. Das Archiv enthält das Kompilat xflux, aber keinen Quellcode. Beim Start übergeben Sie an das Programm den Längengrad (Option -l) und die gewünschte Farbtemperatur in Kelvin (Option -t). (2700 Kelvin sind ideal für ein Zimmer, das mit herkömmlichen Glühbirnen beleuchtet wird. 3400 Kelvin passen, wenn Sie Halogen-Lampen verwenden, 4100 Kelvin für Neonröhren. 5000 Kelvin entsprechen Tageslicht.)

xflux -l 47 -t 3400

Wenn Sie unter Gnome arbeiten, richten Sie das Programm am besten mit System|Einstellungen|Startprogramme so ein, dass es nach dem Login automatisch gestartet wird.

Update 20.5.2010: Das Linux-Programm Redshift erfüllt denselben Zweck und ist als Open-Source-Code verfügbar.

Update 27.7.2010: Zu XFlux gibt es nun eine Ubuntu-Repository (PPA), dessen Verwendung hier beschrieben ist.

2. Apr 2010

mount_smbfs

Unter Linux integriert man ein Windows-/Samba-Verzeichnis mit mount -t cifs in das lokale Dateisystem. Unter Mac OS X funktioniert das auch, allerdings sehen die mount-Optionen ganz anders aus.

Vorweg eine Zusammenfassung der Unterschiede in Mac OS X (im Vergleich zu Linux):

  • Sie müssen mount -t smbfs oder mount_smbfs ausführen. mount -t cifs funktioniert nicht, mount_cifs existiert nicht. (mount_smbfs ist aber sehr wohl CIFS-kompatibel.)
  • Jeder Benutzer darf mount ausführen, sofern sich das mount-Verzeichnis innerhalb des Heimatverzeichnisses befindet (bzw. an einem anderen Ort, auf den der Benutzer Lese- und Schreibrechte hat). sudo ist also nur erforderlich, wenn ein Netzwerkverzeichnis systemweit genutzt werden soll.
  • Die Optionen uid=n und gid=n werden nicht unterstützt. Stattdessen erhält der Benutzer, der mount ausführt, erhält automatisch Schreib- und Leserechte auf das Netzwerkverzeichnis.
  • Auch die in der Linux-Welt vertrauten Optionen user und password gibt es nicht. Wenn Sie den Benutzernamen und das Passwort direkt übergeben möchten, geben Sie das Netzwerkverzeichnis in der Schreibweise //benutzer:password@servername/verzeichnis an.
  • Die Angabe des Passworts im mount-Kommando ist aus Sicherheitsgründen natürlich nicht zu empfehlen. Unter Linux lässt sich das mit einer Password-Datei (Option credentials) umgehen. Auch Mac OS X bietet diese Möglichkeit, wenn Sie mount_smbfs mit der Option -N ausführen. Das Passwort muss in ~/Library/Preferences/nsmb.conf angegeben werden. Naturgemäß ist das auch nicht viel sicherer, aber immerhin ist es nun nicht mehr erforderlich, das Passwort in jedem Backup-Script im Klartext anzugeben, das auf ein NAS zugreifen möchte.

PS: Weitere Mac-OS-X-spezifische Details geben man mount_smbs und man nsmb.conf.

Beispiel 1

mkdir myownVolumes
mkdir myownVolumes/dir1
mount -t smbfs //loginame:pw@hostname/dir1 myownVolumes/dir1

Beispiel 2 mit Passwortdatei

# Datei ~/Library/Preferences/nsmb.conf
[wd-nas:script]
password=strenggeheim

Statt mount wird nun mount_smbfs -N ausgeführt:

mkdir myownVolumes/dir2
mount_smbfs -N //loginame@hostname/dir2 myownVolumes/dir2

 

11. Apr 2010

250 GByte, wo seid ihr geblieben?

Ihre 250-GByte-Festplatte, die sich vor drei Jahren beinahe unendlich groß angefühlt hat, ist also beinahe voll? Und Sie wissen nicht, wo der viele Speicherplatz geblieben ist? Das verraten die kostenlosen Tools JDiskReport (Mac), Baobab (Gnome) und Konqueror (KDE).

Allen drei Programmen ist gemein, dass sie zuerst alle Verzeichnisse (ausgehend von einem beliebigen Startpunkt, z.B. Ihrem Heimatverzeichnis) einlesen. Anschließend wird der Platzbedarf der einzelnen Verzeichnisse grafisch dargestellt, wobei die optische Gestaltung stark variiert. JDiskReport hat zudem einige nützliche Zusatzfunktionen und liefert z.B. eine Liste der 50 größten Dateien.

JDiskReport (Mac)

JDiskReport ist ein kostenloses Java-Programm (aber kein Open-Source-Programm, d.h. der Quellcode ist nicht verfügbar). Das Programm ist ausgesprochen einfach zu bedienen und besticht durch viele Darstellungsoptionen. Erfreulich ist auch die hohe Geschwindigkeit, in der Verzeichnisse mit hunderten GByte von Daten eingelesen werden.

Baobab (Gnome)

Im Wesentlichen die selben Informationen wie JDiskReport liefert das Gnome-Programm baobab, das Bestandteil des Pakets gnome-utils ist. Unter Ubuntu starten Sie das Programm mit Anwendungen|Zubehör|Festplattenbelegung analysieren.

Konqueror (KDE)

Wenn Sie unter KDE arbeiten, starten Sie zur Analyse der Festplattenbelegung den Dateimanager Konqueror und führen Ansicht|Anzeigemodus|File-Size-View aus. Die Dateien und Verzeichnisse werden nun in Rechtecken angezeigt, deren Größe den Platzbedarf auf der Festplatte widerspiegelt. Die Interpretation ist nicht ganz so intuitiv wie bei JDiskReport oder Baobab. Die Farbgestaltung, Rekursionstiefe und andere Darstellungsdetails können Sie im Ansicht-Menü einstellen.

23. Apr 2010

Wo ist mein Maus-Cursor?

Mein 27'-iMac bietet samt Zusatzmonitor eine Gesamtauflösung von 2560*1440 + 1200*1600 Pixel, knapp 6 Megapixel. Kein Pixel zuviel, wie ich meine. Das Problem: Ich finde den Mauscursor oft nicht mehr. (Notebook-Benutzer können diesen Blog-Beitrag vermutlich überspringen.)

Die jüngeren Leser diesen Blogs werden vermutlich denken, der Kofler wird langsam blind. Aber ich habe nachgerechnet: Der übliche Apple-Mauscursor ist nur 8*14 Pixel groß (ohne Schatten). Davon sind rund die Hälfte der Pixel schwarz und somit einigermaßen gut sichtbar. Das ergibt 56 Pixel oder 1/100.000 meiner Bildschirmfläche. Es sei mir also verziehen, dass ich manchmal einen Moment suchen muss, bevor ich die Ecke entdecke, in die sich die Maus, pardon, der Mauscursor verkrochen hat. (Schlimm wird's erst, wenn ich auch die Maus am Schreibtisch nicht mehr finde.)

Zum Glück hat Apple mein Problem erkannt. Im Modul Bedienungshilfen der Systemsteuerung können Sie im Dialogblatt Maus die Cursor-Größe bis auf das Fünffache vergrößern. (Eigentlich 25-fach, wenn man die Fläche berücksichtigt.) Etwas Experimentieren hat gezeigt, dass bereits eine Vergrößerung auf das Doppelte (vierfache Fläche) Wunder wirkt.

Die Lösung hat nur einen Nachteil: Sie ist grottenhässlich. Ganz Apple-untypisch gibt es anscheinend keinen Weg, den Mauscursor »schön« zu vergrößern. Offensichtlich handelt es sich um Bitmaps, nicht um Vektorgrafiken. Und diese Bitmap wird einfach pixelweise vergrößert. Mit anderen Worten: Kein echter Apple-Jünger kann mit dieser Einstellung auf Dauer leben. (Ich schon, vermutlich deshalb, weil ich dem Apple-Wahn noch nicht ganz verfallen bin.)

PS: Überraschenderweise funktioniert die Mauscursor-Vergrößerung auch in VirtualBox-Maschinen, sowohl unter Windows als auch unter Linux. Fein!

13. Mai 2010

Aquamacs 2.0

Mein Lieblings-Editor unter Mac OS X ist nun endlich up-to-date zu Emacs 23.2.

Wer unter Mac OS X den Emacs einsetzen möchte, hat ja bekanntlich die Qual der Wahl: die mit Mac OS X mitgelieferte Textversion, Emacs for Mac OS X, Aquamacs, Carbon Emacs etc. Letztlich ist es eine Frage persönlicher Vorlieben, welche Emacs-Variante zum Einsatz kommt. Ich habe mich vor einem halben Jahr für den Aquamacs entschieden und habe es bisher nicht bereut. Der einzige Mangel: Aquamacs 1.9 basierte auf der nicht mehr aktuellen Version Emacs 22.n.

Umso erfreulicher, dass vor wenigen Tagen Aquamacs 2.0 auf der Basis von Emacs 23.2 fertiggestellt wurde. Die wichtigsten Neuerungen (zitiert aus der offiziellen News-Meldung):

  • Now fully based on Cocoa, a modern technology that facilitates program development and maintenance, supports 64-bit computing on Macs and allows for better integration of applications with the operating system and other applications.
  • New application icon and streamlined name.
  • Significantly improved dialogs for opening, saving, and printing files, configuring fonts and colors, and displaying user messages.
  • Text display now fully based on Unicode.
  • More consistency and configurability in key bindings.
  • Improvements in configurability of toolbars.
  • Numerous updates in major included Emacs editing modes, including Python, Ruby, ESS, LaTeX/AucTeX, and more.

Meine Erfahrungen: Die Installation erfolgt parallel zur alten Version, so dass beide Aquamacs-Versionen nebeneinander genutzt werden können. Alle persönlichen Einstellungen werden übernommen und funktionieren weiterhin. Abstürze oder größere Probleme sind mir bisher (nach mehreren Stunden intensiver Nutzung) nicht aufgefallen, dramatische Neuerungen oder Verbesserungen freilich auch nicht.

Mein einziges Problem: Ctrl-X, S, ! zum Speichern aller geänderten Dateien funktioniert nicht. ! wird nicht als Eingabe akzeptiert. Das Problem ist aber schon bekannt, Abhilfe schafft die Installation des aktuellen nightly build.

21. Mai 2010

Der Dateimanager kostet extra (Path Finder)

Heute habe ich also in den sauren Apfel gebissen und $ 40 für den Dateimanager Path Finder von Cocoatech bezahlt (abzüglich $ 5 Twitterbonus). Das Geld ist sicherlich gut investiert, aber die Notwendigkeit, eine Dateimanager zu kaufen, ist ein Armutszeugnis für Apple. Unter Linux wäre ich niemals auf so eine Idee gekommen (und unter Windows übrigens auch nicht ...).

Der Kauf war überfällig. Dass ich mich mit Apples Dateimanager »Finder« nicht würde anfreunden können, wurde schon nach wenigen Tagen mit Mac OS X deutlich. Seit Monaten verwende ich nun Path Finder als Dateimanager, wenn ich meine Dateien nicht mit cp, mv oder rsync zwischen verschiedenen Verzeichnissen bzw. Festplatten hin- und herbewege.

Dankenswerterweise gewährt Cocoatech eine 30-tägige Testperiode, die sich mit jedem Update verlängert (aufgrund der regelmäßigen Updates de-facto  unbegrenzt). Aber fair ist fair, ich mag auf das Programm nicht mehr verzichten, daher: Kaufen, bevor der Euro-Kurs weiter sinkt!

Features

Was kann Path Finder also, was Apples Finder nicht kann?

  • unsichtbare Dateien auf Knopfdruck anzeigen bzw. ausblenden (cmd+.)
  • Verzeichnisse vor Dateien sortieren
  • Dateien mit cmd+x, cmd+v verschieben
  • mehrere Verzeichnisse in Dialogblättern (tabs) anzeigen
  • das Kontextmenü für Datei-Operationen individuell anpassen

Bis auf den letzten Punkt alles vollkommen banale Dinge, möchte man meinen. Natürlich bietet Path Finder außerdem noch ca. 1000 Zusatzfunktionen, aber die brauche ich nicht (und die meisten kenne ich auch gar nicht).

PS: Hallo Apple! Wenn ihr nicht wisst, wohin mit den Milliarden US $, wäre Cocoatech vielleicht eine Investitionsmöglichkeit. Damit nicht auch Mac OS X 10.7 mit einem Dateimanager ausgeliefert wird, der für anspruchsvolle Anwender untauglich ist. Und für die Apple-Einsteiger kann man sicher einen Noob-Modus implementieren, um den Path Finder auf Finder-Niveau zu reduzieren.

PPS: Nein, ich stehe in keiner wie auch immer gearteten Verbindung zu Cocoatech.

25. Mai 2010

TeamViewer: Fernwartung, die funktioniert

Schon seit Jahren bietet teamviewer.com die gleichnamige Fernwartungs-Software für Windows und Mac OS X an. Ganz neu ist die Linux-Version, die zwar offiziell noch Beta-Status hat, aber schon ausgezeichnet funktioniert. Damit gibt es nun für alle gängigen Betriebssysteme einen gemeinsamen Nenner, wenn es um Fernwartung geht.

Windows, Mac-OS-X- und Linux-Fans werden jetzt unison einwerfen: Das gibt es ja alles schon! Seit vielen Jahren! Wird gleich mitgeliefert!

Das stimmt alles, aber die in der Regel auf VNC basierenden Programme funktionieren leider nur, wenn sich beide Rechner im selben Netzwerk befinden. Und nachdem mittlerweile in beinahe jedem Haushalt ein ADSL-Router steht, der die öffentliche IP-Adresse des Providers via NAT in ein privates Netzwerk abbildet (üblicherweise mit den Adressen 192.168.*.* oder 10.*.*.*), ist diese Voraussetzung zwar innerbetrieblich oft erfüllt, im privaten Bereich aber so gut wie nie. Firewalls, VPNs etc. tragen das ihre dazu bei, simple Fernwartung auf VNC-Basis unmöglich zu machen.

Das kommerzielle Programm TeamViewer umgeht diese Hürden. Die einzige Voraussetzung besteht darin, dass das Programm auf beiden Rechnern installiert ist. Sollte eine direkte Kommunikation zwischen den Rechnern unmöglich sein, nehmen die Datenpakete einen Umweg über einen TeamViewer-Server.

Installation

Die Installation des TeamViewers ist auf allen Betriebssystemen unkompliziert. Für Linux stehen RPM- und Debian-Pakete oder ein TAR-Archiv mit 32- und 64-Bit-Versionen des Programms zur Auswahl. Bei meinen Tests unter Ubuntu 10.04 klappte die Installation des Debian-Pakets auf Anhieb.

Anwendung

Die Nutzung von TeamViewer ist denkbar einfach. Beide Seiten starten auf ihren Rechnern jeweils den TeamViewer. Der Schöne daran: TeamViewer unterscheidet nicht zwischen Client- und Server-Versionen. Jedes TeamViewer-Programm kann gleichermaßen eine Verbindung initiieren oder einen fremden Desktop zur Fernsteuerung anzeigen – und das über Betriebssystemgrenzen hinweg.

Der Hilfesuchende teilt nun dem Helfer seine neunstellige ID-Nummer und sein vierstelliges Kennwort mit (z.B. per E-Mail oder per Telefon). Der Helfer gibt die ID ein und klickt auf Mit Partner verbinden. Anschließend muss noch das Passwort angegeben werden – fertig! (Die ID-Nummer eines Rechners bleibt übrigens immer gleich, was wiederholte Wartungsaufgaben erleichtert. Nur das Passwort ändert sich natürlich von Sitzung zu Sitzung.)

Naturgemäß funktioniert TeamViewer am besten, wenn die Netzwerkverbindung schnell ist. Wenn diese Voraussetzung nicht gegeben ist, sollten bewegte Grafiken (Flash-Animationen), 3D-Effekte (Compiz) etc. möglichst deaktiviert werden. Auch ein einfärbiger Bildschirmhintergrund spart wertvolle Netzwerkressourcen.

Preis

Irgendwo muss ja ein Haken sein – was kostet der Spaß? Die private Anwendung von TeamViewer ist erfreulicherweise kostenlos. Zur kommerziellen Nutzung – also z.B. in der Support-Abteilung einer Firma – ist allerdings eine Lizenz erforderlich (ab 500 EUR). Auf der Client-Seite (Kundenseite) bleibt die Nutzung von TeamViewer auch in diesem Fall kostenfrei.

24. Jun 2010

Readability-Add-On für Firefox

Auch wenn ich unter Mac OS X arbeite, verwende ich fast immer Firefox als Webbrowser. Aber in letzter Zeit habe ich immer öfter parallel auch Safari gestartet, und zwar nur aus einem einzigen Grund: Die neue Reader-Funktion macht das Lesen längerer Artikel einfach so viel angenehmer. Aber für Linux gibt es keinen Safari. Abhilfe schafft das Firefox-Plugin Readability.

Readability und ist eigentlich wesentlich älter als die Reader-Funktion von Safari (aber weniger bekannt). Readability wurde im Rahmen eines lab.arc90-Experiments entwickelt und war die Grundlage für die Safari-Reader-Funktion!

Nach der problemlosen Installation enthält die Statusleiste von Firefox einen neuen Button »R«. Wenn Sie diesen Button anklicken bzw. Strg+Alt+R drücken (Cmd+Alt+R auf Apple-Rechnern), wird nur noch der Kerninhalt der Seite angezeigt, ohne überflüssige Navigations- und Werbeelemente. Die folgende Abbildung zeigt den Beginn eines derstandard.at-Artikels.

Readability funktioniert nicht ganz so gut wie am Safari:

  • Manchmal (zum Glück sehr selten) erkennt das Add-On nicht, welcher Frame den eigentlich relevanten Text enthält, und zeigt dann den falschen Text an.
  • Bei mehrseitigen Artikeln wird nur die aktuelle Seite angezeigt, während Safari gleich alle Seiten lädt und damit noch mehr Komfort bietet.
  • Um zur originalen Seite zurückzukehren, muss diese neugeladen werden. Bei Safari reicht dazu ein Mausklick außerhalb des Reader-Bereichs.

Trotz dieser kleinen Mängel erfüllt das Add-on seinen Zweck und ist aus meinem Alltag nicht mehr wegzudenken.

PS: Auch für Google-Chrome-Fans gibt es eine vergleichbare Extension namens iReader, die ich aber nicht getestet habe.

26. Jul 2010

iPad-Impressionen

Ein neues Spielzeug hält mich von der Arbeit ab: das iPad. Steve Jobs hat nicht unrecht, wenn er von einem magischen Gerät spricht, und es kann gut sein, dass das Gerät als Meilenstein in die IT-Geschichte eingeht. Aber alle Magie hat Grenzen ...

Eines gleich vorweg: Als Gerät zum Konsumieren von Inhalten, also zum Surfen im Web, zum Ansehen von Bildern, zum Lesen von E-Mails, zum Anhören von Musik (nur mit Kopfhörer, der Lautsprecher ist mies!) ist das iPad genial. Wer Inhalte produzieren will, wird weiterhin ein Notebook oder einen PC brauchen. Soviel war mir schon vor dem Kauf klar. Einige andere Eigenschaften erschließen sich erst, wenn man länger mit dem iPad arbeitet (spielt).

Total iTunes-abhängig

Ich hatte erwartet, dass das iPad als eigenständiges Gerät verwendet werden kann. Fehlanzeige. Bereits zur Inbetriebnahme ist ein herkömmlicher PC mit einer aktuellen Windows- oder Mac-OS-X-Version plus iTunes erforderlich. (Linux wird selbstredend nicht unterstützt.) iTunes hilft auch dabei, um Bilder, Videos, etc. auf das iPad zu bringen. Ohne iTunes kann man mit dem iPad surfen und Apps einkaufen, aber nicht viel mehr.

Safari ohne Reader-Modus

Der Reader-Modus des Safari, der mir unter Mac OS X so gut gefällt, steht am iPad nicht zur Verfügung. Das ist unverständlich, weil er gerade für ein kleines Display ideal geeignet wäre. Hoffen wir auf iOS 4.0.

Leerer iBook-Shop

Die iBook-Application wird bei derersten Verwendung des App-Stores automatisch installiert, zusammen mit einer kostenlosen (englischen) Ausgabe von Winnie the Pooh. Dieses ebook macht Appetit auf mehr, das iBook-Shop ist aber bis auf ein paar kostenlose alte Schmöker aus dem Gutenberg-Projekt komplett leer (zumindest in Österreich). Selbst wer willig wäre, Geld für ebooks auszugeben, findet nicht ein einziges Buch zum Kauf. Dass die Zusammenarbeit mit den deutschen Verlegern schwierig ist, kann ich mir schon vorstellen, aber dass es auch keine englischen Titel gibt, ist doch enttäuschend. Nun denn, Amazons Kindle-App für den iPad füllt diese Lücke.

PDFs in Safari und iBooks

Auch wer schon ebooks in Form von PDF-Dateien besitzt, hat Pech: Safari und die kostenlose App iBooks können zwar mit PDF-Dateien umgehen, der Komfort ist aber mäßig. Natürlich gibt es diverse Apps, die diesen Mangel beheben (dazu später mehr in einem eigenen Blog-Eintrag), dennoch hätte ich mir von einem Gerät, das (auch) als ebook-Reader und Kindle-Killer präsentiert wird, in dieser Hinsicht mehr erwartet.

Update (1.8.2010): Christop Langner war so freundlich mich darauf hinzuweisen, dass es das iPad heißt.

 

31. Jul 2010

PDFs und ebooks lesen am iPad

Wie ich bereits im vorigen Blog-Beitrag berichtet habe, enthält das iPad von Haus aus keinen dezidierten PDF-Reader. Eine Fülle von Apps behebt diesen Mangel. Die zwei besten (aus meiner Sicht) werden hier vorgestellt.

Bevor Sie irgendwelche Apps installieren, sollten Sie die Bordmittel kennen. Das iPad bietet folgende Möglichkeiten, PDFs zu lesen bzw. anzuzeigen:

  • Safari: Wenn Sie einen Link auf eine PDF-Datei anklicken, können Sie die PDF-Datei direkt in Safari lesen. Das ist allerdings nicht besonders komfortabel. Sie können die PDF-Datei nicht bleibend speichern.
  • Mail: Als Anhang empfangene PDF-Dateien können gelesen und an geeignete Programme weitergeleitet werden.
  • iBooks: Auch die aktuelle iBooks-Version kann PDFs anzeigen. Aber wie kommen die PDFs in das Buchregal? Entweder mit iTunes (PDF-Datei nach Geräte|iPad|Bücher kopieren), oder per E-Mail (PDF-Datei im Mail-Programm ansehen, dann Öffnen|In iBooks ausführen). Im Vergleich zu den minimalistischen PDF-Viewern von Safari und Mail ist der iBooks-PDF-Reader an sich OK (wenn man ihn einmal gefunden hat). Er kann immerhin das Inhaltsverzeichnis und eine Seitenvorschau anzeigen. Nicht möglich ist allerdings eine Zwei-Seiten-Ansicht. Das Umblättern ist allerdings bei weitem nicht so hübsch animiert wie bei Nicht-PDF-ebooks.

GoodReader

Das PDF-Reader-Angebot ist üppig. appdevice.com hat sich die Mühe gemacht, (nahezu) alle Programme zu testen und zu vergleichen. Testsieger wurde der GoodReader. Tatsächlich kann das Programm eigentlich alles, was ein PDF-Reader können muss, inklusive der von mir so geschätzten Zwei-Seiten-Ansicht. Über einige Details der Bedienung kann man sicher streiten, aber bei einem Preis von 79 Cent lohnt sich das Meckern eigentlich nicht.

Fast PDF

Eine noch ansprechender Oberfläche gepaart mit intuitiver Bedienung bietet das Programm Fast PDF, das mit 2,39 EUR noch immer sehr preisgünstig ist. Optisch besonders gelungen ist die Präsentation aller installierten PDF-Dateien in einem iBook-ähnlichem Buchregal.

Die eigentliche PDF-Anzeige funktioniert tadellos und schnell, wie der Programmname verspricht. (Bei meinen Tests hatte ich aber nicht den Eindruck, dass die Geschwindigkeit ein wesentliches Unterscheidungskriterium zwischen den Programmen wäre.)

Fazit: Wer bereits DRM-freie PDF-ebooks besitzt, braucht nicht darauf zu warten, bis sich der iBooks-Shop füllt.

4. Okt 2010

derStandard.at: »Betriebssysteme sind irrelevant - und Unix/Linux hat gewonnen«

Andreas Proschofsky hat es in genialer Weise auf den Punkt gebracht - siehe das Zitat in der Überschrift. Hier ist der Artikel in derstandard.at, und hier der orignale Beitrag des BeOS-Gründers Jean-Louis Gassée.

Und für alle, die es gerne kurz haben, die Zusammenfassung: Unix/Linux ist die Basis (fast) aller modernen Geräte, Rechner, Infrastrukturen: Smartphones, Apple-PCs, Cloud-Systeme, Embedded Devices (WLAN-Router etc.)

Die einzige (nicht gerade unbedeutende) Ausnahme ist natürlich Windows: Immerhin laufen weltweit viele hundert Millonen PCs mit Windows. Jean-Louis Gassée findet, dass sei eine Anomalie, deren Bedeutung nur noch sinken könne.

Betriebssysteme sind für die Anwender weder interessant noch wichtig. Was zählt, sind die Anwendungen, die darauf laufen. (Und der Beweis dafür ist Apples App-Store.)

11. Okt 2010

VirtualBox 3.2.10: 3D-Grafik-Verbesserungen

VirtualBox hat heute ein recht unspektakuläres Update von Version 3.2.8 auf 3.2.10 freigegeben. Der interessanteste Punkt im Changelog scheint die Unterstützung für X.org-Server 1.9 zu sein. Aber da ist noch etwas ...

Erstmals seit vielen Monaten funktionieren die 3D-Grafikfunktionen für die Kombination Host = Mac OS X und Gast = Linux!

Allerdings: Die Performance ist (sehr) mager. 3D-Spiele oder ernsthafte 3D-Anwendungen sind nicht möglich. Aber immerhin lassen sich in VirtualBox nun die 3D-Desktop-Effekte ohne Probleme darstellen.

5. Nov 2010

Trackpad oder Maus?

Bei den meisten Notebooks ist das Touchpad ein unbeliebter Mausersatz, der notgedrungen unterwegs zum Einsatz kommt. Nicht so auf Macbooks: Deren Touchpads sind groß, gut bedienbar und verstehen diverse Gesten mit zwei und mehr Fingern. Damit die »armen« Desktop-Benutzer ebenfall in den Genuss dieser Gesten kommen, bietet Apple nun das Magic Trackpad als Eingabegerät für Mac-Desktop-Rechner an.

Installation

Die Inbetriebnahme des Magic Trackpads ist nicht schwierig, aber dennoch umständlicher, als von anderen Apple-Produkten gewohnt: Zuerst muss das Gerät in den Bluetooth-Systemeinstellungen mit dem Computer verbunden werden, dann muss explizit ein Update gestartet werden, um den zum Trackpad erforderlichen Treiber herunterzuladen. Und zuletzt ist sogar ein Neustart erforderlich – das erinnert fast an Windows!

Konfiguration

Nach diesen Vorbereitungsarbeiten funktioniert das Trackpad genau so, wie man es von den Touchpads eines Apple-Notebooks gewohnt ist. Die unterstützten Mausgesten können im Modul Trackpad der Systemeinstellungen konfiguriert werden. Das Systemeinstellungsmodul dient gleichzeitig als Handbuch – ein Video demonstriert die gerade ausgewählte Funktion bzw. Geste. Genial.

An der Funktion des Magic Trackpads gibt es nichts auszusetzen – allein die damit verbundene Magie hat sich mir nicht erschlossen. Vielmehr begann meine Hand nach ein paar Stunden zu schmerzen. Der Grund: Um das Trackpad zu bedienen, müssen die Finger häufig ausgestreckt über dem Trackpad in der Luft gehalten werden – und das ist auf die Dauer mühsam. Mit einem kleinen, ca. 1 cm starken Polster vor dem Trackpad, auf dem die Hand aufliegen kann, verbessert sich die Ergonomie spürbar. Die Finger können dann gekrümmt bleiben, was ein wesentlich entspannteres Arbeiten erlaubt.

Zweiter Kritikpunkt: Wie schon die Magic Mouse sieht auch das Magic Trackpad keine Funktion vor, um seitenweise zu blättern. Genau diese Funktion benötige ich aber ständig, wenn ich (mit Skim oder Acrobat Reader in der Seitenansicht) durch PDF-Dokumente blättere. Abhilfe schafft das kostenlose BetterTouchTool von Andreas Hegenberg. Dort habe ich die vertikale Bewegung von drei Fingern den Funktionen Seite auf/ab zugeordnet. (Es lassen sich natürlich unzählige weitere Mausgesten einrichten.) Damit gelingt es nun, gezielt um eine Seite vor oder zurückzublättern. Aber auch damit ist ein effizientes Blättern um mehrere Seiten unmöglich – das gelingt nur mit einem Mausrad wirklich präzise und schnell.

Ein letzter Kritikpunkt betrifft die Maustaste: Das Trackpad kann mechanisch gedrückt werden. Die eigentlichen Tasten sind in den Auflagepunkten verborgen. Es muss also gewissermaßen das gesamte Trackpad gedrückt werden. Das erfordert (vor allem im oberen Bereich des Trackpads) viel zu viel Kraft. Abhilfe bietet die Option Klick durch Tippen. Der eine oder andere Fehlklick bleibt allerdings nicht aus.

Fazit

Ich verwende weiterhin meine 10-EUR-USB-Maus. Das Magic Touchpad mag noch so elegant aussehen – mit meiner Maus kann ich schneller, präziser und ergonomischer arbeiten. Und das zählt.

3. Dez 2010

VNC-Clients für Mac OS X

Mac OS X verfügt über einen VNC-Viewer, mit dem Sie die Benutzeroberfläche anderer Computer (Mac OS X, Windows, Linux) bedienen können, sofern diese via VNC (»Bildschirmfreigabe«) zugänglich sind. Allerdings hat der mitgelieferte VNC-Client zwei Nachteile: Er ist kaum zu finden, und er hat Probleme mit internationalen Tastaturen. Dieser Beitrag zeigt Alternativen auf.

Vorweg eine Einschränkungen: Meine VNC-Erfahrungen beschränken sich momentan auf die Kombination Client = Mac OS X, Server = Linux. Ich will also meine Linux-Rechner in einem Fenster auf dem Mac-OS-X-Desktop und unter Verwendung der Apple-Tastatur bedienen.

Der mitgelieferte VNC-Viewer

Der mit Mac OS X mitgelieferte VNC-Viewer ist merkwürdigerweise nicht im Programme-Ordner bzw. dessen Unterverzeichnissen enthalten. Es gibt zwei Möglichkeiten, um das Programm zu starten:

  • Entweder führen Sie im Finder Gehe zu|Mit Server verbinden aus und geben dann die Adresse vnc://hostname:portnr an (also z.B. vnc://mars/5902).
  • Oder Sie wechseln mit dem Finder in das Verzeichnis /System/Library/CoreServices und führen dort das Programm Bildschirmfreigabe.app (bei englischen Mac-OS-X-Installationen: Screen Sharing.app) per Doppelklick aus. Anschließend geben Sie den Hostnamen und die Portnummer des VNC-Servers an (z.B. mars:5902).

Das Programm funktioniert an sich problemlos, es hat aber einen gravierenden Nachteil: Wenn Sie via VNC Linux oder Windows steuern möchten, können Sie mit einer internationalen Tastatur (also z.B. der deutschen Tastatur) keine Sonderzeichen wie @, [ oder ] eingeben. (äöüß funktionieren.)

Die Kombination alt+Taste kann also nicht zur Eingabe von Sonderzeichen genutzt werden. Ich habe keine Möglichkeit gefunden, dieses Problem zu umgehen, weder durch Einstellungen der Bildschirmfreigabe.app noch durch eine Veränderung der Tastatureinstellungen auf dem System, auf dem der VNC-Server läuft.

Tipp: Wenn das Programm nach dem Verbindungsaufbau nur einen weißen Bildschirm zeigt, müssen Sie das Programm im 32-Bit-Modus starten. Dazu klicken Sie  Bildschirmfreigabe.app im Finder mit der rechten Maustaste an, führen das Kontextmenü Informationen aus und aktivieren die Option Im 32-Bit-Modus öffnen. (In PathFinder haber ich übrigens keine Möglichkeit gefunden, diese Option einzustellen - aber vielleicht habe ich nur zu wenig intensiv danach gesucht. Verwenden Sie den Finder!)

Update 7.3.2012:Unter Lion ist die Bildschirmfreigabe nicht mehr kompatibel zu üblichen VNC-Clients. Weder können Sie das Programm verwenden, um einen anderen Windows- oder Linux-Rechner via VNC steuern, noch können Sie einen freigegebenen Lion-Rechner unter Linux oder Windows mit einem normalen VNC-Client steuern. Den 32-Bit-Modus gibt es unter Lion auch nicht mehr. Weitere Informationen zu diesem leidigen Thema können Sie hier und hier nachlesen.

Chicken of VNC

Wenn man Google sowie diversen Mac-OS-X-Tipps vertraut, ist Chicken of VNC der beliebteste VNC-Viewer für Mac OS X. Sie können das Open-Source-Programm hier kostenlos herunterladen.

Meine Erfahrungen mit dem Programm sind zwiespältig. Einerseits bin ich natürlich ein Freund von Open-Source-Programmen. Allerdings hat Chicken of VNC dieselben Tastaturprobleme wie das Mac-OS-X-Programm Bildschirmfreigabe.

Zwar kann mit Connection|Connection Profiles|Modifiers die Bedeutung der Apple-Tasten ctrl, alt, cmd und shift den PC-Tasten Strg, Alt, Shift, Windows und Meta frei zugeordnet werden, die Eingabe von Zeichen wie @ oder \ ist mir aber nicht gelungen.

Update 11.12.2013 (Danke an Wolfgang Schill): Chicken of the VNC hat einen Nachfolger. Kurzbeschreibung: Chicken is a VNC client for Mac OS X. A VNC client allows remote access to another computer over the network. Chicken is based on Chicken of the VNC.

Mit dem neuen Chicken funktioniert jetzt auch die Eingabe von Sonderzeichen wie []\@|

RealVNC

RealVNC bietet kommerzielle VNC-Server an. Die VNC-Clients sind aber (nach dem Ausfüllen eines Registrierformulars) kostenlos hier verfügbar.

Während bei den oben erwähnten VNC-Viewern die Eingabe von äöüß auf Anhieb funktionierte, musste ich beim RealVNC-Viewer zuerst am Linux-System ein deutsches Tastaturlayout einstellen.

Dafür gelang die Eingabe von @, [, ], \, | etc. mit der rechten alt-Taste der Mac-Tastatur auf Anhieb. Zur Steuerung von Menüs (Alt+Anfangsbuchstabe etc.) kann die linke cmd-Taste verwendet werden. Daran können Sie sich gewöhnen, oder im Konfigurationsdialog des RealVNC-Viewers eine andere Zuordnung der Tasten einstellen (Preferences, Button Advanced, Dialogblatt Experts).


Update 7.3.2012: Es gibt keinen eigenen Download für den RealVNC-Client für OS X mehr. Verwenden Sie stattdessen diesen Link und wählen Sie VNC Enterprise Edition for Mac OS X (x86/universal) aus. Das Paket enthält sowohl den kostenpflichtigen VNC-Server als auch den freien VNC-Client. Während der Installation werden Sie nach einem License Key gefragt. Antworten Sie mit Cancel. Sie können nun den VNC-Server nicht nutzen (das wollten Sie ja auch gar nicht), wohl aber den VNC-Client.

3. Dez 2010

Virtual Box 3.2.12: Mac-Tastatur funktioniert (endlich) richtig

Virtual Box 3.2.12 ist zwar wieder »nur« ein kleines Update, aber es enthält eine willkommene Korrektur für alle, die Mac OS X als Hostsystem verwenden und mit einer deutschen (oder sonstigen internationalen Tastatur) arbeiten.

Bei bisherigen Versionen vertauschte VirtualBox bei einer deutschen Tastatur die Tasten </> und ^/°. Dieses Problem ließ sich zwar durch eine .xmodmap-Datei korrigieren, aber noch besser ist es natürlich, wenn die Tasten von vorne herein korrekt funktionieren!

14. Dez 2010

Déjà-vu: Wieder Display-Probleme, diesmal mit Apple TV

Vor einem Jahr hatte ich Display-Probleme mit meinem iMac. Eigentlich ein behobenes und fast schon vergessenes Problem - bis gestern: Da habe ich mein neues Apple-TV-Kästchen an den ebenso neuen Sony-Fernseher angeschlossen. Es dauerte gerade 20 Minuten, dann waren plötzlich alle Farben invers.

Ein paar Minuten Google-Suche beweisen, dass ich mit dem Problem nicht alleine bin. Anscheinend tritt hin und wieder ein HDMI-Handshake-Fehler auf (was auch immer das ist), der dazu führt, dass der Fernseher die weiteren HDMI-Daten falsch interpretiert. Abhilfe: Ein-/Ausschalten oder auch nur den HDMI-Eingangskanal des Fernsehers kurz umschalten.

Diese Fehler treten offensichtlich bevorzugt bei für den europäischen Markt produzierten Sony- und Phillips-Fernsehgeräten auf (in meinem Fall: Sony KDL 40 EX 600). Der entsprechende Thread im Apple-Forum hat bereits epische Länge erreicht (momentan 33 Seiten), deutschsprachige Informationen gibt es beispielsweise hier und hier (mit Bild).

Jetzt bleibt also nur die Hoffnung, dass Apple die Probleme auch dieses Mal mit einem Software-Update in Griff bekommt. Dass Apple den Fehler vorher in irgendeiner Weise offiziell zugibt, ist nicht zu erwarten. Und genau das ist der Punkt, der am meisten ärgert: Dass neue Produkte mitunter zicken, daran hat man sich ja schon gewöhnt; aber zumindest einen transparenten Umgang mit den Problemen sollte man sich erwarten können, gerade von einem Unternehmen wie Apple.

17. Jan 2011

Schach spielen am iPad

Das iPad hat meine alte Freundschaft zum Schachspiel wieder neu belebt. Hier eine kurze Vorstellung meiner drei persönlichen Lieblings-Schach-Apps.

Chess.com

Das kostenlose Schach-App Chess.com ist gewissermaßen nur eine komfortable Benutzeroberfläche zu den wichtigsten Funktionen der Website chess.com. Dennoch ist es mein Lieblings-Schachprogramm. Der Grund: nach einer kostenlosen Registrierung auf chess.com können Sie pro Tag drei Schachrätsel gelösen. Je schneller Sie die Rätsel korrekt lösen, desto mehr Punkte erwerben Sie - und desto schwieriger werden die nächsten Rätsel. (Kostenpflichtige chess.com-Abos erlauben mehr als drei Rätsel pro Tag. Aber für mich sind drei Rätsel genau richtig. Ich freue mich auf die Rätsel, die täglich ab 9:00 bereit stehen, und nach fünf Minuten geht die Arbeit weiter.)

Schach-smart

Schach-smart ist eines von vielen kostenlosen Schachprogrammen. Die Spielstärke ist sicherlich geringer als die von Shredder und Co., aber für mich mehr als ausreichend. Und auch Schach-smart hat eine Besonderheit, die es aus der Masse heraushebt: Als einziges mir bekanntes Programm unterstützt es die Schachvariante Chess960 (auch bekannt unter dem Namen Fischer Random Chess). Bei jedem Spiel wird die Anfangsposition der Figuren zufällig ermittelt. Der Reiz daran: Das Spiel ist ohne Eröffnungsbibliotheken vom ersten Zug an spannend. Und Spieler, die (wie ich) keine Eröffnungsbibliotheken auswendig kennen, haben gegen den Computer eher eine reelle Chance.

Shredder

Shredder zählt zu den bekanntesten und spielstärksten Schachprogrammen überhaupt. Die iPad-Variante ist komfortabel zu bedienen, enthält eine riesige Eröffnungsbibliothek und ist das einzige Schach-App, für das ich bisher Geld ausgegeben habe. (Achtung: Es gibt eigene iPad- und iPhone-Varianten.) Damit das Schachspiel nicht total chancenlos verläuft, kann sich Shredder der Spielstärke seiner Gegner anpassen. Das ist zwar motivierend, kann aber auch irritierend sein - etwa wenn das Schachprogramm eine offensichtliche Springergabel einfach übersieht.

23. Jan 2011

VirtualBox-Tuning

Zwei kurze Tipps zum VirtualBox-Tuning ...

Host I/O-Cache verwenden

Standardmäßig verwenden aktuelle VirtualBox-Versionen (auf jeden Fall 3.2 und 4.0) bei virtuellen SATA-Controllern (die üblicherweise mit den Festplatten-Images verbunden sind) keinen Host-I/O-Cache, d.h. die entsprechende Option ist nicht aktiv. Das ist eine gute und sichere Grundeinstellung. Jedesmal, wenn der Gast einen Sync-Vorgang durchführt (am Ende einer Datenbanktransaktion, während der Installation eines Pakets mit dpkg etc.), wird die Image-Datei physikalisch am Host-System ebenfalls synchronisiert. Das verhindert eventuelle Datenverluste im Fall eines Absturz des Host-Rechners, kostet aber Zeit. Vor allem dann, wenn in kurzer Zeit viele Synchronisationsprozesse anfallen, z.B. während der Installation von Ubuntu in einem ext4-Dateisystem.

Mit der Option Host I/O-Cache verwenden werden Schreibvorgänge wesentlich seltener synchronisiert. VirtualBox verlässt sich nun auf die Zwischenspeicherung der Schreib- und Synchronisationsvorgänge durch das Host-Betriebssystem. Das kann viel Zeit sparen und schont die Festplatte.

Um es nochmals zu betonen: Sie gewinnen an Geschwindigkeit, aber Sie verlieren an Sicherheit! Sollte das Host-Betriebssystem abstürzen, haben Sie mit etwas Pech ein inkonsistentes Dateisystem im Gast. Ich habe Sie gewarnt! Mir ist es dieses Risiko in vielen Fällen wert, weil ich Abstürze im Host-System kaum kenne und zudem in den meisten virtuellen Maschinen keine unersetzlichen Daten habe.

virtio-Netzwerkadapter (nur für Linux-Gäste)

Der zweite Tipp ist nur für Linux-Gäste relevant und bringt in der Regel keine deutlich spürbaren Geschwindigkeitsgewinne: Es ist selten die Geschwindigkeit des Netzwerkadapters, die eine virtuelle Maschine bremst. Aber ein bißchen mehr Performance bringt es doch, und: Diesmal gibt es keine Nachteile!

Bei den erweiterten Einstellungen des Netzwerkadapters können Sie den Adaptertyp einstellen. Bei Linux-Gästen ist hier Intel PRO/1000 üblich, d.h. VirtualBox emuliert eine Netzwerkkarte, die zu einem Intel-Netzwerkadapter kompatibel ist. Diese Emulation kann sich VirtualBox sparen, wenn Sie die Einstellung Paravirtualisiertes Netzwerk (virtio-net) wählen. VirtualBox leitet die Netzwerkdaten nun direkt an Linux weiter. Dort kümmert sich der virtio-net-Treiber (standardmäßig verfügbar seit Kernel 2.6.25) im die Verarbeitung der Daten und spart nochmals ein paar CPU-Zyklen pro Datenpaket (im Vergleich zum sonst erforderlichen Treiber für einen Netzwerkadapter).

PS: Leider unterstützt VirtualBox den virtio-block-Treiber für virtuelle Festplatten noch nicht -- das würde erheblich mehr bringen als der virtio-net-Treiber für Netzwerkadapter.

15. Mär 2011

Panorama-Fotos unter Mac OS X zusammenfügen

Den Lesern meiner Linux-Bücher ist Hugin ja schon bekannt. Dieses Open-Source-Programm ermöglicht es, mehrere Fotos zu einem riesigen Panoramabild zusammenzusetzen - und zwar auch unter Mac OS X.

Hugin können Sie als fertiges Installations-Image von der folgenden Website herunterladen:

http://hugin.sourceforge.net/download/

Zur Installation verschieben Sie das Hugin-Icon aus dem Disk Image in das Verzeichnis Programme -- also genau so wie bei nahezu jeder anderen Programminstallation. Allerdings funktioniert Hugin nur dann, wenn auch ein sogenannter Kontrollpunktgenerator zur Verfügung steht. Diese Programmkomponente sucht in den Bildern nach übereinstimmenden Merkmalen und ist von entscheidender Bedeutung, um die Bilder automatisch aneinanderzufügen.

Aus patentrechtlichen Gründen ist der Kontrollpunktgenerator nicht in Hugin integriert. Das Verzeichnis Control Point Generators im Installations-Image enthält weitere Hintergrundinformationen zu diesem Thema und gibt Tipps zur manuellen Installation verschiedener im Internet verfügbarer Kontrollpunktgeneratoren. Ich gehe hier nur auf eine Variante ein, und zwar auf die Installation von Pan-o-matic:

http://aorlinsk2.free.fr/panomatic/

Von der obigen Website können Sie Pan-o-matic als komprimiertes Archiv herunterladen. Zur Installation starten Sie Dienstprogramme|Terminal und führen dort die beiden folgenden Kommandos aus:

cd Library/
tar xjf ../Downloads/panomatic-n.n.tar.bz2

Damit packen Sie die Programmdatei panomatic aus dem Archiv aus und speichern sie im Verzeichnis Library. Jetzt müssen Sie nur noch Huginverraten, wo sich Pan-o-matic befindet. Dazu starten Sie Hugin, öffnen den Dialog Einstellungen und wechseln in das Dialogblatt Kontrollpunkt-Detektoren. Mit Neu richten Sie einen neuen Kontrollpunktgenerator an, wobei Sie im Eingabefeld Programm den vollständigen Ort der Datei panomatic angeben (z.B. /Users/kofler/Library/panomatic). Im Eingabefeld Argumente geben Sie -o \%o \%i an. Alle anderen Eingabefelder können Sie unverändert belassen.

Bedienung

Am einfachsten ist es, den Hugin-Assistenten zu nutzen und sich auf die Automatismen von Hugin zu verlassen. Im ersten Schritt laden Sie alle Bilder Ihres Panoramas. Alternativ können Sie die Bilder auch per Drag&Drop in das Dialogblatt Bilder kopieren.

Der Button Ausrichten im Dialogblatt Assistent startet einen Analyseprozess, der je nach Anzahl und Größe der Bilder und der CPU-Geschwindigkeit mehrere Minuten in Anspruch nimmt. Hugin versucht, übereinstimmende Merkmale auf den Bildern zu finden, anhand derer es die Bilder aneinanderfügen kann. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, erscheint ein Vorschaufenster.

Im Dialogblatt Projektion können Sie das Projektionsverfahren ändern, wobei Sie zumeist mit Zylindrisch oder Sphärisch die besten Ergebnisse erzielen. Im Dialogblatt Beschnitt wird ein Auswahlrechteck über dem Bild eingeblendet. Sie können nun dessen Größe und Position einstellen. Das Reckteck gibt die Ausmaße des endgültigen Panoramabilds an. Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, schließen Sie das Vorschaufenster und starten im Hauptfenster die Panoramaerstellung. Die resultierende Datei wird im TIFF-Format gespeichert.

PS: Auch das Titelbild dieser Website wurde mit Hugin erstellt.

4. Mai 2011

Das Betriebssystem ist egal ...

... na ja, nicht ganz! Aber es hat mich gerade einen Tag gekostet, meine gesamte Arbeitsumgebung von Mac OS X zurück auf Linux zu portieren.

Auch Apple-Computer sind nur Computer

Nachdem mein iMac eineinhalb Jahre wunderbar funktionierte, begann er vor drei Wochen plötzlich zu schwächeln: Der Rechner liess sich nicht mehr hochfahren. Alle Versuche, das Problem selbst durch mehrere Neuinstallationen zu beheben, scheiterten.

Zum Glück habe ich gleich beim Kauf des Geräts eine 3-jährige Garantieerweiterung abgeschlossen (also einen entsprechenden AppleCare-Vertrag). Per Telefon wurde ich angewiesen, den Rechner zum nächstgelegenen Vertragshändler zu bringen. Die dort durchgeführte Reparatur dauerte eine Woche. Das Ergebnis war ein wenig überraschend: Das Logicboard (bei normalen PCs also das Mainboard) war getauscht worden, weil eine Lüfter-Regelung defekt sei. Die Festplatte, bei der ich die Probleme vermutet hatte, sei hingegen OK, und sie wurde nicht einmal neu formatiert (danke, das hat mir viel Arbeit erspart!).

Seither scheint der Rechner wieder zu funktionieren, wenngleich ich noch nicht restlos überzeugt bin. Die Boot-Probleme passen nicht so recht mit einem Lüfterproblem zusammen, zumal die Schwierigkeiten beim Neustart des Rechners auftraten (also wenn das Gerät noch nicht einmal warm, geschweige denn heiß war). Außerdem hatte ich in 20 PC-Jahren noch nie ein Mainboard-Problem (dafür aber viele andere Hardware-Defekte). Wie auch immer: der AppleCare-Vertrag war sein Geld wert.

Mac OS X, Linux: einerlei!

Natürlich kann ich wegen eines angeblichen oder tatsächlichen Lüfterproblems nicht eine Woche lang Daumen drehen oder auf Urlaub fahren. Also habe ich meine gesamte Arbeitsumgebung (an Backups mangelte es zum Glück nicht) auf einem vier Jahre alten PC unter Ubuntu 11.04 neu eingerichtet: Firefox, Thunderbird, LibreOffice, VirtualBox, Emacs, LaTeX etc. Das hat mich gerade einmal einen Tag gekostet.

Unity dahingehend zu konfigurieren, dass ich damit zufrieden war, erforderte einen weiteren Tag Basteln und Recherche, aber diese Zeit hätte ich in jedem Fall auch für die gerade anstehende Überarbeitung meines Ubuntu-Buchs investieren müssen.

Und so sind nun alle meine beruflich gerade wichtigen Daten und Projekte wieder auf der Festplatte eines Linux-PCs. Was hat sich für die eigentliche Arbeit geändert: Nichts! (Nun ja, der Monitor ist nur 24 und nicht 27 Zoll groß, die CPU ist ein paar Hundert MHz langsamer und hat nur 2 statt 4 Cores -- Kleinigkeiten!)

Daraus zu folgern, das Betriebssystem spiele keine Rolle, ist natürlich gewagt. Es hängt immer davon ab, welche Programme man braucht, ob der Rechner als Desktop-Arbeitsplatz oder als Server genutzt wird etc. Aber in meiner speziellen Situation (Arbeit = Schreiben + Programmieren) ist es tatsächlich egal, ob als Unterbau Mac OS X oder Linux zum Einsatz kommt. (Und vermutlich wäre zur Not selbst Windows geeignet, wenngleich ich das schon lange nicht mehr getestet habe.)

Der Apple-Rechner hat aus meiner Sicht damit nur drei Vorteile:

  • Er ist (gemessen an der Rechenleistung) wesentlich leiser als mein Selbstbau-PC. Das ist eigentlich das wichtigste Unterscheidungsmerkmal!
  • Er sieht schöner aus.
  • Es laufen dort zusätzlich ein paar Programme für den privaten Gebrauch (iPhoto, iMovie, iTunes zur iPad-Synchronisation), für die es keine gleichwertig ausgereiften Linux-Programme gibt.
7. Jun 2011

iCloud mit vielen Fragezeichen

Ein Teil der gestern präsentierten iCloud-Features ist zweifellos spektakulär. Persönlich finde ich besonders das Foto-Streaming genial.

Zuerst muss Apple aber beweisen, dass die iCloud in der Praxis das hält, was Apple auf der WWDC versprochen hat. Da sehe ich noch einige Fragezeichen:

  • Geschwindigkeit 1: Momentan sieht es so aus, als würde die iCloud durch ein einziges Rechenzentrum in North Carolina gebildet. Aus europäischer Sicht muss also jedes Bit einmal über den Atlantik und zurück. In diesem Punkt ist Google natürlich im Vorteil, dessen Rechenzentren über die ganze Welt verteilt sind.
  • Geschwindigkeit 2: Der Ort der iCloud ist aber noch das kleinste Problem, wenn Dutzende von hochauflösenden Bilder aus einer langsamen Mobilnetz-Zelle oder von einem üblichen ADSL-Zugang hochgeladen werden sollen. Hoffentlich sind OS X und iOS bei der Synchronisation der Daten zwischen mehreren Geräten auch in der Lage, das gerade verfügbare WLAN als Abkürzung zu verwenden.
  • Kosten: Die iCloud ist kostenlos -- wie schön! Es gibt aber weitere Kostenfaktoren: Die zu übertragenden Datenmengen mit iPhones oder iPads unter iOS 5 werden im Vergleich zu iOS 4 dramatisch steigen. Bei vielen Mobiltelefonverträgen ist aber das Datenvolumen limitiert, und eine Überschreitung dieser Grenzen kann ausgesprochen teuer werden. Der Upload von iPhone-Urlaubsbilder im Ausland verbietet sich ohnedies von selbst -- sonst übersteigt die nächste Handy-Rechnung die Kosten des ganzen Urlaubs! Apple stellt also mit seinem iCloud-Konzept die gesamte Mobilfunkbranche vor neue Herausforderungen.
  • Stabilität: Steve Jobs hat versprochen, die Fehler von MobileMe nicht zu wiederholen. Eine derart komplexe Infrastruktur lässt sich aber nur schwer im voraus testen. Es bleibt abzuwarten, wie robust die iCloud funktioniert, wenn plötzlich Millionen Anwender darauf zugreifen.

Kurzum: Für alle Cloud-Freunde zeichnet sich ein spannender Herbst ab.

PS: Welche Hard- und Software läuft eigentlich im neuen Apple-Rechenzentrum? Dass dort Hunderte von Mac Pros nebeneinander stehen, auf denen OS X Server läuft, ist nicht anzunehmen. Sind es also Standard-Server-Module ('Blades') mit Linux oder vielleicht BSD?

11. Jul 2011

Textverarbeitung mit Pages

Beruflich hatte ich vorige Woche erstmals intensiven Kontakt mit Pages, dem Textverarbeitungsprogramm aus Apples Office-Suite iWorks. Fazit: Nicht jedes Programm, das von Apple kommt, ist gut.

Pages ist ein ansprechendes Textverarbeitungsprogramm, das (erwartungsgemäß) einfach und effizient zu bedienen ist. Seine Stärken liegen in den Layout-Funktionen. Pages ersetzt in dieser Hinsicht zwar kein Publishing-Programm, ermöglicht aber einfache Layouts mit minimalen Aufwand.

Weniger erfreulich sind die Einschränkungen:

  • Das Programm besitzt gibt keine Möglichkeit, manuell in die Silbentrennung einzugreifen. Dass die automatische Silbentrennung nicht immer perfekt ist, sehe ich ein. Aber dass ich keine Möglichkeit habe, einen geeigneten Trennpunkt (soft hyphen) selbst anzugeben, ist erbärmlich. Was nützt mir ein schön gestaltetes Dokument mit offensichtlich falschen Trennungen?
  • In Pages eingefügte Bilder werden beim Speichern nicht komprimiert. Daraus resultieren riesige Dateien, die auf ein Zehntel komprimiert werden können. Unbegreiflich! Microsoft Word und OpenOffice/LibreOffice komprimieren ihre Dateien nun schon seit über einem Jahrzehnt.
  • Es gibt keine Auto-Speicher-Funktion. Auch das ist bei allen Konkurrenzprodukten, egal ob kommerziell oder in Open-Source-Form, seit vielen Jahren ein selbstverständlicher Standard. (Mac OS X Lion stellt eine Auto-Speicher-Funktion samt Versionsverwaltung zur Verfügung, und vermutlich wird es in naher Zukuft ein Pages-Update geben, damit Pages diese Funktion nutzt. Momentan ist dies aber noch nicht der Fall.)

Hier noch ein Beispiel, welche Ergebnisse die automatische Silbentrennung liefert:

Update 28.7.2011: Apple hat mittlerweile ein Update für die iWorks-Suite zur Verfügung gestellt. Unter Lion speichern Pages und die anderen iWorks-Programme jetzt automatisch und unterstützen Versionen (also den Zugriff auf alte Versionen des Dokuments).

20. Jul 2011

Die Katze ist aus dem Sack

Ab sofort steht OS X Lion im AppStore zum Download bereit. OS X macht damit einen großen Sprung nach vorne, ein paar Dinge gibt es aber zu beachten.

Über die Neuerungen in Lion wurde schon so viel geschrieben, dass ich mich hier nicht wiederholen möchte. Eine gute Zusammenfassung finden Sie hier.

OS X Lion kann nur im App Store gekauft und heruntergeladen werden. Das Update ist billig (24 EUR, bei Bedarf zusätzlich 40 EUR für die Server-Applikationen), eine Installation ist aber nur möglich, wenn auf Ihrem Mac bereits eine aktuelle Version von  Mac OS X Snow Leopard läuft.

Außerdem darf Ihr Computer nicht zu alt sein. Vorausgesetzt wird ein Mac, der zumindest eine Intel Core 2 Duo CPU enthält. Unterstützt werden das MacBook Pro (Modelle ab Ende 2008), das MacBook Air, das MacBook (Modelle ab Ende 2008), der iMac (Modelle ab Anfang 2009), der Mac Mini (nur Modelle ab Mitte 2010!) und der Mac Pro (Modelle ab Anfang 2009).

In Lion ist vieles schöner und besser als in Snow Leopard, es gibt aber auch ein paar Einschränkungen, von denen bisher wenig geschrieben wurde:

  • Kein iCloud: Die spektakulärste Neuerung in OS X ist noch gar nicht fertig. OS X enthält keine iCloud-Funktionen! Diese werden erst später als Update nachgeliefert, vermutlich Anfang Herbst zusammen mit iOS 5.
  • Netzwerkfunktionen: Die Windows-Netzwerkfunktionen sind neu implementiert. Beim Zusammenspiel mit älteren Window- und Linux-Versionen treten Probleme auf (siehe z.B. hier). Das betrifft auch viele NAS-Festplatten, deren Inhalt Lion plötzlich nicht mehr lesen, geschweige denn verändern kann.
  • Backups auf NAS-Festplatten: Auch beim AFP-Protokoll ist Lion nun wesentlich wählerischer als bisher (siehe z.B. hier). Es kann passieren, dass sich  OS X nach dem Update auf Lion plötzlich weigert, mit älteren NAS-Geräten  zu kommunizieren. Ihr Time-Machine-Backup ist damit plötzlich unerreichbar! In manchen Fällen hilft ein Software-Update des NAS-Geräts, in anderen Fällen  ist ein Neukauf erforderlich. Stellen Sie unbedingt sicher, dass Sie ein Backup auf einer USB- oder Firewire-Festplatte haben!
  • Front Row: Das Programm Front Row, das eine komfortable Nutzung  des Macs als Medienzentrum und die Steuerung per Fernbedienung ermöglichte,  wird nicht mehr mitgeliefert.  Bei einem Update von Snow Leopard auf Lion  wird Front Row gelöscht. Es ist auch nicht möglich, eine Sicherheitskopie von  Front Row unter Lion auszuführen. Wenn Sie Ihren Mac als Medienzentrum  verwenden möchten, müssen Sie daher auf externe Programme zurückgreifen  (z.B. Plex oder xbmc).
  • Java, Flash, Rosetta: Java ist standardmäßig nicht mehr  installiert. Sobald ein Programm Java benötigt, startet der Download der  Java-Runtime automatisch. Auch Adobe Flash ist standardmäßig nicht mehr installiert. Wenn Sie  Flash-Animationen oder -Videos im Webbrowser abspielen möchten, müssen Sie  das Flash-Plugin manuell installieren. Schließlich ist Rosetta nicht mehr Bestandteil von Lion und steht  auch nicht zur manuellen Installation zur Verfügung. Damit gibt es keine  Möglichkeit mehr, für den PowerPC kompilierte Programme auf Intel-Macs  auszuführen.

PS: Ich arbeite momentan intensiv an einem Buch zu OS X Lion. Wenn der ambitionierte Zeitplan hält, wird es im Oktober bei Addison-Wesley erscheinen. Informationen zum Inhalt des Buchs werden Sie demnächst auf dieser Website finden.

Update 25.7.2011: Die Hardware-Daten im Artikel waren offensichtlich falsch -- sorry. Die oben angegebenen Modelle sind für AirDrop erforderlich (hier geht es genaugenommen um den WLAN-Chip). Lion selbst läuft aber auch auf älteren Macs, nur müssen Sie dann eben auf AirDrop verzichten.

 

28. Jul 2011

(i)DVD ade

Apple hat offensichtlich beschlossen, das DVD-Zeitalter zu beenden. Macs ohne DVD-Laufwerk werden zum Standard. Das Programm iDVD ist weitgehend unbemerkt aus der iLife-Suite geflogen und steht damit auf neuen Macs mit Lion nicht mehr zur Verfügung.

Der neue Mac Mini und die MacBook-Air-Modelle haben eine Gemeinsamkeit: Es gibt kein optisches Laufwerk mehr. Während das beim MacBook Air Platz und Gewicht spart und durchaus sinnvoll ist, kann man beim Mac Mini durchaus geteilter Meinung über diese Entscheidung sein: Als Home Theater Personal Computer (HTPC) ist das neue Modell auf jeden Fall nur noch bedingt geeignet  --- und das ist durchaus schade.

Und glauben Sie nicht, ein externes DVD-Laufwerk würde diese Einschränkungen umgehen! Das Programm DVD-Player spielt nur DVDs vom internen Laufwerk ab! Bei manchen Kombinationen von Mac und DVD-Laufwerk weigert sich der DVD Player, Videos vom externen Laufwerk abzuspielen. (Abhilfe: Verwenden Sie VLC oder verändern Sie den Programmcode des DVD-Players mit einem Hex-Editor, wie es hier beschrieben ist.)

iDVD

Pech haben auch alle, die einen neuen Mac mit Lion kaufen und eine Video-DVD brennen möchten. iDVD ist nicht mehr Teil der iLife-Suite und steht bei Lion-Neuinstallationen nicht mehr zur Verfügung! iDVD kann auch nicht im AppStore erworben werden. Mit Bordmitteln kann Lion plus iLife also keine Video-DVD mehr brennen. (Wer dagegen ein Update von Snow Leopard auf Lion durchführt, kann iDVD weiter benutzen. Für diese Benutzer stellt Apple sogar ein kostenloses iDVD-Update zur Verfügung, um Kompatibilitätsprobleme mit Lion zu beheben.)

IT-Freaks werden den Verlust verschmerzen -- im Zeitalter von TByte-Festplatten und HD-TV wirkt eine DVD so altmodisch wie vor 10 Jahren eine 3,5-Zoll-Diskette. Aber auch heute ist eine DVD eine tolle Sache, wenn Sie der Oma einen Film von der Geburtstagsfeier ihrer Enkel in die Hand drücken möchten.

Natürlich können Sie auch bei Lion-Neuinstallationen weiterhin Video-DVDs brennen -- vorausgesetzt, Sie haben ein (externes) DVD-Laufwerk. Die Lösung heisst Burn. Dieses Open-Source-Programm hilft beim Brennen von CDs und (Video-)DVDs und gehört nicht umsonst zu den beliebtesten Zusatzprogrammen für OS X.

21. Sep 2011

NTFS-3G unter Lion (Update)

Lion enthält zwar wie die früheren OS-X-Versionen einen NTFS-Treiber, allerdings nur für den Lesezugriff. Wenn Sie NTFS-Dateisysteme unter Lion verändern möchten, müssen Sie entweder einen kommerziellen Treiber erwerben (bei Paragon oder Tuxera) oder den kostenlosen NTFS-3G-Treiber installieren. Das ist momentan leider nicht ganz einfach.

Der auch in Linux-Kreisen gut bekannte NTFS-3G-Treiber erfordert unter OS X den MacFUSE-Treiber. MacFUSE ist eine Kernel-Erweiterung für OS X, die die Integration von zusätzlichen Dateisystemtreibern wie eben NTFS-3G erst ermöglicht.

Die letzte offizielle NTFS-3G-Version 2010.10.2 enthält allerdings eine Lion-inkompatible Version von MacFUSE. Abhilfe schafft die inoffizielle MacFUSE-Beta-Version 2.1.9, die Tuxera momentan zum Download anbietet. Update: Es gibt jetzt eine offizielle, Lion-kompatible MacFUSE-Version 2.2.1, die von macupdate.com zum Download angeboten wird.

Eine vollständige Installation sieht somit so aus:

Das Installationsprogramm empfiehlt, OS X anschließend neu zu starten. Bei meinen Tests war dies nicht erforderlich. Sie müssen den NTFS-Datenträger aber auf jeden Fall auswerfen und neu mit Ihrem Mac verbinden, damit der neu installierte Treiber zum Einsatz kommt. Anschließend können Sie NTFS-Datenträger uneingeschränkt bearbeiten, wenn auch ein wenig langsamer als mit den kommerziellen Treibern.

Es ist zu hoffen, dass es demnächst eine aktualisierte Version von NTFS-3G geben wird, die dann eine Lion-kompatible MacFUSE-Version enthält. Ich werde diesen Blog-Beitrag dann aktualisieren ...

Update 25.3.2012: Beim Einbinden eines NTFS-Dateisystems erscheint möglicherweise die Fehlermeldung could not mount device ... did not receive signal within 15 sec. Lassen Sie sich davon nicht beirren, der Treiber funktioniert dennoch (zuletzt getestet unter OS X 10.7.3).

19. Okt 2011

Lion Time-Machine-Backups unter Ubuntu 11.10 [2. Update]

Apple wäre es am liebsten, wenn Sie für Netzwerk-Backups die sündhaft teure Time Capsule verwenden, oder einen zweiten Mac, auf dem OS X Server installiert ist. Wesentlich kostengünstiger ist ein Linux-Server -- aber es bedarf einiger Überredungskunst, um Ubuntu und Lion zur Zusammenarbeit zu bewegen.

[2. Update 19.10.2011: Dieser Beitrag behandelt jetzt Ubuntu 11.10 und nicht mehr Ubuntu 11.04!]

[3. Update 3.11.2011: netatalk-Bug umgehen]

Offizielle Backup-Medien für die Time Machine sind:

  • Externe Festplatten
  • Die Time Capsule (das ist ein WLAN-Router von Apple mit eingebauter Festplatte)
  • Ein Mac mit OS X Server

Network Attached Storage Devices (also NAS-Geräte) werden zwar nicht offiziell unterstützt, eignen sich aber ebenfalls wunderbar für Time-Machine-Backups. Zu achten ist aber darauf, dass das NAS-Gerät das Apple Filing Protocol AFP in der neuesten Version unterstützt, d.h. inklusive der DHX2-Authentifizierung. Die meisten NAS-Hersteller sind gerade dabei, entsprechende Updates für Ihre Geräte zusammenzustellen. Eine Anleitung, wie Sie NAS-Festplatten zur Not auch ohne DHX2-Authentifizierung von Lion aus ansprechen können, finden Sie z.B. hier.

Ubuntu 11.10 als Backup-Server für Lion

Was ein NAS-Gerät kann, kann Linux schon längst -- zumal in den meisten NAS ohnedies eine Linux- oder BSD-Distribution läuft. Der Schlüssel zur Zusammenarbeit zwischen OS X und Lion ist der Open-Source-AFP-Server netatalk. Mit Ubuntu 11.10 wird bereits die Lion-kompatible Version 2.2 von netatalk mitgeliefert. (Alle im Folgenden angegebenen Kommandos sind mit root-Rechten bzw. mit sudo auszuführen.)

apt-get install netatalk

Die mitgelieferten Konfigurationsdateien können im Wesentlichen bleiben, wie sie sind. An das Ende von /etc/netatalk/afpd.conf fügen Sie die folgende Zeile hinzu (alles in einer Zeile!):

- -tcp -noddp -uamlist uams_dhx.so,uams_dhx2_passwd.so -nosavepassword

Der rot markierte Zusatz _passwd wählt anstelle von uams_dhx2 ein anderes Authentifizierungsmodul aus, weil das Modul uams_dhx2 in der von Ubuntu ausgelieferten Version fehlerhaft ist und Abstürze verursachen kann.

Am Ende der Datei /etc/netatalk/AppleVolumes.default geben Sie an, welches Verzeichnis für die Time-Machine-Backups verwendet werden soll. In meinem Fall muss sich die Time Machine als kofler beim Netatalk-Server identifizieren (mit meinem Passwort). Ihr Mac soll das Time-Machine-Medium unter dem Namen tm_on_ubuntu sehen. Diese Angaben müssen Sie durch Ihre eigenen Daten ersetzen. Das gesamte folgende Listing ist in eine Zeile zu schreiben!

/backup/tm tm_on_ubuntu allow:kofler cnidscheme:dbd options:usedots,upriv,tm

Als Backup-Verzeichnis verwende ich /backup/tm. Dieses Verzeichnis müssen Sie einrichten und dem Benutzer zuordnen, der sich beim AFP-Server anmelden wird:

mkdir -p /backup/tm

chown -R kofler.kofler /backup/tm

Zuletzt müssen Sie netatalk neu starten:

service netatalk restart

Avahi-Konfiguration

Anders als in der ersten Version dieses Blog-Beitrags beschrieben, ist darüber hinaus keine Avahi-Konfiguration erforderlich! Netatalk macht sich jetzt selbst via Bonjour/Avahi bemerkbar. Eine zusätzliche Avahi-Konfiguration führt zu Namenskonflikten und dazu, dass Netatalk nicht funktioniert!

Wenn Sie entsprechend der ursprünglichen Anleitung die Datei /etc/avahi/services/afpd.service eingerichtet haben, löschen Sie diese Datei wieder und starten den Avahi-Dämon dann neu!

service avahi-daemon restart

Verwendung des Backup-Speichers in der Time Machine

Der Time-Machine-Dialog zur Auswahl des Backup-Mediums sollte nun tm_on_ubuntu anzeigen:

Quelle: awain-Blog

7. Nov 2011

Samba unter Lion installieren

Lion verwendet nicht wie Snow Leopard das Open-Source-Programm Samba zur Freigabe von Netzwerkverzeichnissen, sondern den selbst entwickelten SMBX-Server. Die Zusammenarbeit mit Windows funktionierte bei meinen Tests zufriedenstellend, nicht aber das für mich wesentlich wichtigere Zusammenspiel mit Linux. Abhilfe schafft die hier beschriebene Installation von Samba.

Einschränkungen

Bevor Sie starten, sollten Sie wissen, mit welchen Einschränkungen Sie sich abfinden müssen:

  • Ich gehe hier davon aus, dass Sie Samba via MacPorts installieren (siehe unten). Leider enthält MacPorts die veraltete Samba-Version 3.2.15. Es ist unklar, wann eine neuere Samba-Version offiziell portiert wird. Weitere Details können Sie in diesem Bug-Report nachlesen.
  • Die Samba-Version hat einen bekannten Bug bei der Auswertung der Gruppenzugehörigkeiten. Wenn ein Benutzer mehr als 16 Gruppen angehört, scheitert die Authentifizierung (siehe diesen Bug-Report). Das klingt nach einem exotischen Problem -- wer braucht schon 16 Gruppen? Aber wenn Sie im Terminal groups ausführen, um festzustellen, wievielen Gruppen Ihr Konto zugeordnet ist, werden Sie auf eine verblüffend lange Liste stossen. (Bei meinem Test: 22 Gruppen und somit über dem Limit!) Offensichtlich verwendet Lion Gruppen intensiv, um den Zugriff auf diverse administrative Funktionen/Dateien zu steuern. Sie haben nun die Wahl, ob Sie bei der Samba-Konfiguration auf die Authentifizierung verzichten (unsicher) oder ob Sie versuchen, die Zuordnung zu diversen Gruppen zu löschen (mit unklaren Konsequenzen).

Voraussetzungen

Ich setze in diesem Blog-Beitrag voraus, dass Sie die Apple-Entwicklungsumgebung Xcode (kostenlos erhältlich im App Store) und MacPorts bereits installiert haben. MacPorts ist ein Software-Verwaltungssystem für Open-Source-Software und hilft beim Download und der Installation von vielen OpenSource-Paketen. Ich habe MacPorts vor einiger Zeit einen Blog-Artikel gewidmet und auch in meinem OS-X-eBook und dem neuen Lion-Buch beschrieben.

Windows-Freigaben deaktivieren

Es kann nur einen aktiven SMB-Server geben. Deswegen müssen Sie im Modul Freigaben der Systemeinstellungen die Option Dateien und Ordner über SMB freigeben deaktivieren. Sie finden diese Option im Dialog Dateifreigaben/Optionen.

Nichtsdestotrotz läuft der NetBIOS-Dämon weiter. Da diese Rolle in Zukunft nmbd aus dem Samba-Paket übernehmen soll, müssen Sie netbiosd stoppen und seinen zukünftigen Start verhindern. Dazu führen Sie in einem Terminal die beiden folgenden Kommandos aus:

sudo launchctl stop com.apple.netbiosd

sudo launchctl unload -w /System/Library/LaunchDaemons/com.apple.netbiosd.plist

Samba installieren und konfigurieren

Die Samba-Installation mit MacPorts ist mühelos. Sie müssen lediglich für das Kompilieren von Samba einige Minuten Geduld aufbringen.

sudo port selfupdate

sudo port install samba3

Die Samba-Konfiguration erfolgt durch die Datei /opt/local/etc/samba3/smb.conf, die Sie selbst einrichten müssen. Am einfachsten kopieren Sie dazu die Musterdatei /opt/local/etc/samba3/smb.conf und passen sie entsprechend an. Auf die Details der Samba-Konfiguration kann ich hier nicht eingehen -- gegebenenfalls führen Sie man smb.conf aus oder lesen die Details in einem Linux- oder Samba-Buch nach.

Falls der Zugriff auf die Netzwerkverzeichnisse abgesichert werden soll (security = user), vergessen Sie nicht, mit smbpasswd die entsprechenden Passwörter zu definieren! Samba kann nicht auf die OS-X-Passwörter zugreifen! Beachten Sie aber, dass eine Authentifizierung bei Accounts mit mehr als 16 Gruppen zum Scheitern verurteilt ist (siehe oben unter Einschränkungen).

Um Samba manuell zu starten, führen Sie das folgende Kommando aus:

sudo /opt/local/sbin/smbd -D && sudo /opt/local/sbin/nmbd -D

Falls Probleme auftreten, finden Sie die Samba-Logging-Dateien im Verzeichnis /opt/local/var/. Mit dem Kommando smbtree können Sie im Terminal alle erreichbaren Samba-Shares auflisten.

Sobald alles klappt, müssen Sie noch dafür sorgen, dass Samba in Zukunft automatisch gestartet wird. Dazu richten Sie im Verzeichnis /Library/LaunchDaemons/ die beiden Dateien org.samba.nmbd.plist und org.samba.smbd.plist ein und führen die beiden folgenden Kommandos aus:

sudo launchctl load /Library/LaunchDaemons/org.samba.nmbd.plist

sudo launchctl load /Library/LaunchDaemons/org.samba.smbd.plist

Fazit

Apples SMBX-Server ist (teilweise) inkompatibel zu Linux, aber auch die hier präsentierte Samba-Installation unter Lion zickt. Da kann man nur auf eine aktuellere MacPorts-Fassung von Samba hoffen, oder auf eine bessere SMB2-Kompatibilität durch Linux.

 

6. Dez 2011

TotalFinder - Zusatzfunktionen für den Finder

Schon vor eineinhalb Jahren habe ich über die Funktionsarmut des Finders (also des Dateimanagers von OS X) lamentiert. Meine damalige Lösung hieß Path Finder. Mittlerweile bin ich auf den TotalFinder umgestiegen, den ich Ihnen hier kurz vorstelle.

 

Finder-Mängel

Der Dateimanager von OS X Lion ist einfach zu bedienen, und ist nunmehr sogar in der Lage, Dateien per Tastatur an einen neuen Ort zu verschieben. Das dafür neu in Lion eingeführten Tastenkürzel widerspricht zwar jeder Konvention, aber was soll's? (Im Quellverzeichnis drücken Sie cmd+C, im Zielverzeichnis alt+cmd+V.)

Trotz vieler Verbesserungen in Lion fehlen dem Finder leider weiterhin grundlegende Funktionen:
  • Der Finder unterstützt keine Tabs.
  • Der Zugriff auf unsichtbare (verborgene) Dateien und Verzeichnisse ist viel zu umständlich.
  • Verzeichnisse werden nicht vor Dateien angeordnet. Diese Einschränkung lässt sich jetzt zwar durch die neue Gruppierungfunktion umgehen, dann werden die restlichen Dateien aber auch gruppiert, was nicht immer zweckmäßig ist.

TotalFinder

TotalFinder von BinaryAge ist eine relativ kleine Erweiterung des Finders, die nicht nur die oben erwähnten Mängel behebt, sondern dem Finder auch sonst diverse Zusatzfunktionen verleiht. TotalFinder kostet momentan 18 $ (also ca. 12 EUR) und kann für zwei Wochen kostenlos getestet werden.

Bei der Installation wird TotalFinder so eingerichtet, dass das Zusatzprogramm beim Login automatisch gestartet wird und den Finder so ergänzt. Als unmittelbares optisches Feedback sehen Sie, dass sich das Finder-Icon ändert.

Der augenscheinlichste Unterschied zwischen dem originalen Finder und dem TotalFinder besteht darin, dass Sie nun innerhalb eines Fensters in mehrerenDialogblättern unterschiedliche Verzeichnisse bearbeiten können. Die Dialogblätter können auch das Ziel von Drag&Drop-Operationen sein.

Ergänzend zu den Dialogblättern können Sie mit cmd+U in eine Zwei-Spalten-Ansicht wechseln, in der links und rechts unabhängig voneinander ein Verzeichnis angezeigt und bearbeitet werden kann. Diese Ansicht ist besonders praktisch für Drag&Drop-Operationen zwischen zwei Verzeichnissen.

TotalFinder erweitert den Finder um einige wichtige Tastenkürzel: shift+cmd+. blendet verborgene Dateien ein und wieder aus. shift+cmd+Ö sortiert Verzeichnisse vor Dateien bzw. deaktiviert diese Sortierung wieder.

Mit cmd+X kennzeichnen Sie eine Datei als ausgeschnitten. Die Datei wird im TotalFinder nun hellgrau angezeigt, aber vorerst nicht verändert. Sobald Sie in einem anderen Verzeichnis cmd+V drücken, wird die Datei dorthin verschoben. So soll es sein!

TotalFinder versus Path Finder

Finder-frustrierte Mac-Anwender haben die Wahl zwischen zwei kommerziellen Finder-Varianten: dem oben beschriebenen TotalFinder oder dem Path Finder (siehe auch diesen Blog-Beitrag). Um es kurz zu machen: Path Finder ist deutlich teurer, bietet dafür aber ca. eine Million weiterer Zusatzfunktionen.

Auf meinem Arbeitsrechner sind seit einem halben Jahr beide Programme installiert, aber seit ich den TotalFinder habe, habe ich den Path Finder nicht mehr gestartet. Im Prinzip sind es ja nur wenige Dinge, die mir am Finder mißfallen, und die behebt TotalFinder. Für meine Anforderungen reicht das.

TotalFinder hat gegenüber dem Path Finder zudem einen konzeptionellen Vorteil: Es handelt sich nicht (wie beim Path Finder) um eine komplette Neuimplementierung des Finders, sondern nur um eine Erweiterung. Deswegen funktionieren sämtliche seit Finder-Neuerungen von Lion auch im TotalFinder.

Nicht so im Path Finder! Dort funktioniert weder die (meiner Ansicht nach ohnedies sinnlose) Ansicht Alle meine Dateien, noch ist die wesentlich nützlichere Gruppierung von Dateien möglich. Path Finder 5 wirkt damit unter Lion stärken denn je als Fremdkörper. Eine besser für Lion optimierte Version 6 ist in Arbeit, aber es ist unklar, wann sie endlich fertig werden soll.

15. Dez 2011

Mac-Tastatur unter Ubuntu

Für alle, die Ubuntu mit einer Mac-Tastatur bedienen, gibt dieser Beitrag einige Konfigurationstipps. Die Anleitung gilt im Prinzip auch für andere Linux-Distributionen, einzig der Aufruf des Programms zur Tastaturkonfiguration variiert je nach Gnome- oder KDE-Version.

Grundsätzlich funktioniert eine Mac-Tastatur unter Ubuntu auf Anhieb. Das gewünschte Tastaturlayout kann bereits während der Installation ausgewählt werden. Falls Sie das verabsäumt haben, führen Sie Systemeinstellungen|Tastaturbelegungen aus und aktivieren dort die Belegung Deutsch (Macintosh).

Funktionstasten

Standardmäßig dienen die Funktionstasten F1 bis F12 zur Hardware-Steuerung (Audio-Lautstärke, Display-Helligkeit etc.). Um die Funktionstasten als solche zu verwenden und beispielsweise die Hilfe aufzurufen, müssen Sie zusätzlich fn drücken, also beispielsweise fn F1.

Wenn Sie die Funktionstasten wie auf einer PC-Tastatur ohne fn nutzen möchten, legen Sie die neue Datei /etc/modprobe.d/hid-apple.conf an und speichern darin die folgende Anweisung:

options hid_apple fnmode=2

Anschließend erzeugen Sie die Initrd-Datei durch den Aufruf von update-initramfs -u neu. Die Änderung wird ab dem nächsten Neustart wirksam. Den können Sie sich ersparen, wenn Sie echo 2 > /sys/module/hid_apple/parameters/fnmode ausführen.

Die cmd-Taste

Standardmäßig hat die cmd-Taste unter Linux dieselbe Wirkung wie die Windows-Taste einer PC-Tastatur. Sie aktiviert also bei aktuellen Desktop-Systemen (Gnome 3.0 oder Unity) das Startmenü, die Aktivitätenansicht etc.

Eingefleischte Mac-Jünger werden die cmd-Taste aber lieber zur Ausführung von Kommandos wie cmd C (kopieren), cmd V (einfügen) etc. nutzen. Kein Problem: führen Sie Systemeinstellungen|Tastaturbelegungen|Optionen aus und aktivieren Sie die Option Verhalten der Windows-Tasten|Strg ist den Windows-Tasten zugeordnet (und den üblichen Strg-Tasten).

Wenn Sie möchten, können Sie bei der Gelegenheit auch gleich die sinnlose CapsLock-Taste deaktivieren: Option Verhalten der Feststelltaste|Feststelltaste ist deaktiviert.

Scroll-Richtung des Mausrads

Seit Lion gilt unter OS X standardmäßig das sogenannte natural scrolling: der Inhalt einer Seite bewegt sich also in die Drehrichtung des Mausrads, anstatt wie bisher in die umgekehrte Richtung. Wenn Ihnen das zusagt, lässt sich dieser Effekt auch unter Linux leicht bewerkstelligen: Erzeugen Sie in Ihrem Heimatverzeichnis die Datei .Xmodmap und speichern Sie darin die folgende Zeile:

pointer = 1 2 3 5 4 7 6

Beachten Sie, dass 5 vor 4 und 7 vor 6 angegeben wird! Die Änderung wird mit dem nächsten Login wirksam.

 

 

21. Dez 2011

Bilder konvertieren

In meinem Lion-Buch erkläre ich Ihnen in Kapitel 18, wie Sie mit dem Automator eine Menge Bilder effizient in ein anderes Format umwandeln, skalieren, beschneiden etc. können. In vielen Fällen geht es aber noch einfacher: mit dem Programm Vorschau.

Um beispielsweise 100 TIF-Dateien in das PNG-Format zu konvertieren, markieren Sie sämtliche Bilder im Finder und führen Öffnen mit|Vorschau aus. Anschließend markieren Sie in der Vorschau mit Cmd+A alle Bilder und führen Ablage|Ausgewählte Bilder exportieren aus. Sie haben dabei die Wahl zwischen den Formaten JPEG, PDF, TIFF und PNG. Jetzt müssen Sie nur noch angeben, wo die neuen Bilddateien gespeichert werden sollen.

Die Vorschau gibt Ihnen auch die Möglichkeit, mehrere Bilder auf einmal zu drehen, zu spiegeln oder in ihrer Größe zu ändern. Die entsprechenden Kommandos finden Sie im Menü Werkzeuge.

2. Mär 2012

Tipp: Safari-Rechtschreibkorrektur ausschalten

Safari unter OS X bemüht sich, die Rechtschreibung Ihrer Texteingaben zu korrigieren. Selbstredend produziert diese Funktion mehr Fehler als sie behebt (wie jede Auto-Korrektur).

Abhilfe: Starten Sie Safari und öffnen Sie eine beliebige Seite mit einem Eingabefeld (z.B. Google). Nachdem Sie den Eingabecursor im Textfeld platziert haben, können Sie die Rechtschreibkorrektur mit Bearbeiten|Rechtschreibung und Grammatik|Rechtschreibung automatisch korrigieren ausschalten. (Warum Apple die entsprechenden Optionen nicht in den Einstellungsdialog integriert hat, bleibt schleierhaft. Ebenso ist unverständlich, warum Safari nicht einfach die globalen Rechtschreiboptionen aus dem Modul Sprache und Text der Systemeinstellungen berücksichtigt.)

11. Mai 2012

ssh-copy-id für OS X

Unter Linux können Sie den öffentlichen Teil eines zuvor mit ssh-keygen erzeugten Schlüssels mit ssh-copy-id unkompliziert auf einen anderen Server kopieren. Unter OS X stehen zwar auch alle elementaren SSH-Kommandos zur Auswahl, ssh-copy-id fehlt aber.

Um diesen Mangel zu beheben, kopieren Sie das Script einfach von einem beliebigen Linux-Rechner auf Ihren lokalen OS-X-Rechner in das Verzeichnis /usr/bin und machen das Script ausführbar.

sudo cp ssh-copy-id /usr/bin
sudo chmod a+x /usr/bin/ssh-copy-id

Wenn Sie gerade keine Linux-Installation bei der Hand haben (ist das möglich?), finden Sie den Code von ssh-copy-id auch hier. Es handelt sich um ein kurzes Shell-Script (ca. 50 Zeilen).

Die Anwendung ist einfach: Zuerst erzeugen Sie ein Schlüsselpaar mit ssh-keygen (nur, wenn .ssh/id_rsa* noch nicht existiert), dann übertragen Sie den öffentlichen Teil des Schlüssels auf den Server, auf dem Sie sich in Zukunft ohne Passwort einloggen möchten:

ssh-keygen
ssh-copy-id username@hostname
22. Jun 2012

iMac 2009 mit SSD -- ein Erfahrungsbericht

Mein 2,5 Jahre alter iMac enthielt bis vorige Woche eine 2 TByte-Festplatte. Die befindet sich jetzt in einem NAS, dafür läuft der iMac mit einer SSD mit 512 GByte. Der Geschwindigkeitsunterschied ist erwartungsgemäß dramatisch!

Soviel gleich vorweg: Das ist keine Anleitung für für iMac-Bastler. Derartige Anleitungen gibt es im Internet zuhauf. Ich hatte aber keine Lust auf den Nervenkitzel und habe den HDD/SDD-Austausch von einem Fachhändler durchführen lassen (übrigens ein super Service von Digitalis in Graz!)

Aufräumen

Als erstes habe ich den Datenbestand auf meinem iMac auf ca. 250 GByte reduziert. Alle Dateien, die ich nicht ständig benötige, habe ich auf ein NAS-Gerät verschoben. Allerdings war die Suche nach überschüssigen GBytes gar nicht so einfach. Einige Kellerleichen habe ich schließlich im Library-Verzeichnis aufgespürt: z.B. den Cache von Spotify, den ich von 9 auf 1 GByte reduziert habe, oder die diversen Backups meines iPads, die im Einstellungs-Dialog von iTunes gelöscht werden können.

Klonen

Nun habe ich meine SSD per USB mit dem iMac verbunden. Carbon Copy Cloner hat mir dann in stundenlanger Arbeit ein bootfähiges Duplikat meiner Festplatte auf die SSD geschrieben. Das Programm ist wirklich clever und hat sogar die EFI-Partition sowie die Recovery-Partition angelegt. Um zu testen, ob wirklich alles funktioniert hat, habe ich den iMac anschließend von der USB-SSD gebootet (während des Rechnerneustart Alt drücken).

Umbau

Den HDD-Aus- und SSD-Einbau habe ich Digitalis erledigen lassen. Und alles funktioniert nach Plan: Der Rechner bootet beim ersten Einschalten und läuft seither gefühlt mindestens dreimal so schnell wie bisher. Außerdem ist der iMac noch ein wenig leiser geworden. Die Lüfter säuseln weiterhin, sind aber nur in einer vollkommen leisen Umgebung wahrnehmbar.

Einschränkungen

Das 2009er-Modell des iMacs unterstützt leider nur SATA 3G. Bei großen Block-Transfers (die in der Praxis die Ausnahme sind), ist der Bus langsamer als die SSD, die auch SATA 6G unterstützt. Real erreiche ich deswegen nur ca. 270 MByte/sec, obwohl theoretisch ca. 500 MBbyte/sec möglich wären. In der Praxis ist das keine echte Einschränkung, weil das Lesen oder Ändern vieler kleiner Dateien viel häufiger vorkommt. Und genau da brilliert die SSD.

Ein zweites Problem besteht darin, dass OS X zwar prinzipiell die TRIM-Funktion unterstützt, allerdings nur für SSDs, die von Apple in Macs ausgeliefert werden. (Typisch!) Zum Glück findet sich im Internet der kostenlose TRIM-Enabler, der diese Einschränkung behebt. (Vorsicht: Der Einsatz des Programms ist anscheinend bei SSDs mit dem Sandforce-Controller nicht empfehlenswert. Bei meiner Samsung-SSD scheint aber alles bestens zu funktionieren.)

22. Jun 2012

Gimp 2.8 für OS X

Die neue Gimp-Version 2.8 läuft nicht nur unter Ubuntu 12.04 oder Fedora 17, sondern auch unter OS X ...

Gimp 2.8 können Sie wie bisher von der Website lisanet.de herunterladen. Eine wesentliche technische Änderung im Vergleich zu Gimp 2.6 besteht darin, dass Gimp 2.8 nicht mehr mit der X11-Version kompatibel ist, die mit Lion ausgeliefert wird. Stattdessen erfordert die Verwendung von Gimp jetzt die Installation von XQuartz 2.7. Aber keine Angst: Das Installationsprogramm von Gimp kümmert sich auch um XQuartz, die Installation sowohl von XQuartz als auch von Gimp verläuft vollkommen unkompliziert.

Aus Anwendersicht besteht die größte Neuerung in Gimp 2.8 im neuen Einzelfenstermodus. Dieser muss explizit aktiviert werden (Menükommando Fenster|Einzelfenster-Modus).

Ansonsten halten sich die Neuerungen in Grenzen. Von einer echten Integration von Gimp in die Benutzeroberfläche von OS X ist also weiterhin keine Rede. Aber wer Gimp unter OS X einsetzen möchte, für den ist das Update auf jeden Fall lohnend. Bei mir läuft Gimp 2.8 nun schon seit mehreren Wochen unter OS X absolut stabil.

30. Aug 2012

Natives Gimp unter OS X

Beginnend mit Version 2.8.2 gibt es eine native Gimp-Version für OS X, die kein X11 erfordert, gut mit OS X integriert ist und das OS-X-Zentralmenü verwendet.

Sie finden ein DMG-Datei mit dem Gimp-Programm auf der Gimp-Download-Seite. Zur Installation müssen Sie das Gimp-Icon per Drag and Drop in das Verzeichnis Programme verschieben. Ein direkter Start von Gimp aus der DMG-Datei ist nicht möglich!

Kinderkrankheiten

Bei meinen Tests funktionierte die native Gimp-Version relativ gut, aber noch nicht perfekt. Mitunter erscheinen neue Dialoge (z.B. mit den Export-Optionen) hinter den anderen Dialogen; derartige Dialoge haben weder den Eingabefokus, noch sind sie mit cmd + > erreichbar. Sie müssen mit der Maus aktiviert werden, was natürlich mühsam ist.

Probleme hatte ich fallweise auch mit der Zwischenablage, deren Inhalt nicht immer aktualisiert wurde.

Insgesamt läuft das native Gimp für mich noch nicht ausreichend rund, um die X11-Version zu ersetzen. Es kann sich nun aber nur noch um wenige Wochen oder Monate handeln, bis mein OS-X-Desktop frei von X11-Programmen ist. Ein großes Lob den Gimp-Entwicklern!

3. Sep 2012

SVN in Mountain Lion

Unter Mountain Lion fehlt im Terminal das Kommando svn (Subversion). Das Kommando ist jetzt eine optionale Komponente von XCode.

Abhilfe: Installieren Sie zuerst mit dem App Store die kostenlose Entwicklungsumgebung XCode. (Der Download-Umfang beträgt mehr als ein GByte.) Anschließend starten Sie XCode, öffnen den Einstellungsdialog und dort das Dialogblatt Downloads|Components. Dort können Sie die Command Line Tools herunterladen, zu denen auch das svn-Kommando zählt.

17. Mär 2013

Java 8 ausprobieren

Java 8 ist zwar noch nicht fertig, lässt sich aber schon gut ausprobieren. Dieser Blog-Beitrag erklärt, wie Sie einen aktuellen Build von Java 8 unter Linux bzw. OS X parallel zu einem bestehenden Java-System installieren und testen können -- und das ohne Nebenwirkungen. Die folgende Anleitung habe ich unter Ubuntu 12.10 und unter OS X 10.8 mit Erfolg ausprobiert.

Die Fertigstellung von Java 8 ist momentan für Herst 2013 geplant. Die wichtigste Neuerung in Java 8 sind Lambda-Ausdrücke. Die funktionieren in den zur Zeit verfügbaren Testversionen schon recht gut.

Lambda oder Lambda?

Wer neugierig auf Java 8 ist, hat die Wahl zwischen zwei Testversionen:

  • Java 8 Early Access Builds (Download-Seite): Das ist gewissermaßen die offizielle und stabilste Testversion.
  • Java 8 Early Access with Lambda Support (Download-Seite): Diese Testversion ist besonders zum Ausprobieren der Lambda-Ausdrücke geeignet.

Lambda-Ausdrücke werden von beiden Varianten unterstützt. Wo ist also der Unterschied? Bei der Variante Java 8 Early Access with Lambda Support enthält nicht nur der Java-Compiler die neuen Lambda-Funktionen, es werden darüber hinaus auch neuere und noch nicht endgültig ausgereifte (Collection-)Klassen der Standardbibliothek mit Lambda-Funktionen mitgeliefert. Die neue forEach-Methode oder die neue Stream-Schnittstelle können Sie zur Zeit nur mit der Variante Java 8 Early Access with Lambda Support ausprobieren. Deswegen konzentriere ich mich im Weiteren auf diese Variante.

Installation

Auf der Java 8 Lambda Download-Seite stehen Testbuilds für Linux und OS X in Form von Tar-Archiven zur Verfügung. Laden Sie das Archiv hinunter und packen Sie es in einem beliebigen Verzeichnis aus:

tar xzf lambda-8-bnnn-xxx.tar.gz

Anschließend verändern Sie in einem Terminalfenster zwei Umgebungsvariablen. Den Pfad zu JAVA_HOME müssen Sie natürlich an ihre lokalen Gegebenheiten anpassen:

export JAVA_HOME=/home/kofler/Downloads/jdk1.8.0/
export PATH=$JAVA_HOME/bin:$PATH

Damit sind Sie auch schon fertig. Innerhalb des Terminalfensters, in dem JAVA_HOME und PATH modifiziert sind, stehen nun neue Versionen des Java-Compilers und des JDKs zur Verfügung:

javac -version

  javac 1.8.0-ea

Beachten Sie, dass Java 8 nun nur innerhalb des Terminalfensters mit den veränderten Umgebungsvariablen aktiv ist! Nebenwirkungen auf eine andere Java-Installation sind ausgeschlossen.

Hello Lambda-World!

Für Eclipse-Freunde heißt es nun: zurück in die Konsole. Die aktuellen Eclipse-Versionen unterstützten noch keine Lambda-Ausdrücke. Starten Sie also einen beliebigen Editor, um das folgende Hello-World-Programm einzugeben. Es demonstriert die neue forEach-Methode, die für die meisten Aufzählungsklassen zur Verfügung steht, und die einen Lambda-Ausdruck zur Verarbeitung der Listenelemente erwartet.

import java.util.*;

public class HelloLambda {
  public static void main(String[] args) {
    List lst = Arrays.asList("Hello ", "Lambda-", "World!\n");
    lst.forEach( s-> System.out.print(s) );  
  }
}
So kompilieren Sie das Programm und führen es aus:
javac HelloLambda.java && java HelloLambda 

  Hello Lambda-World!

PS: Es existiert bereits eine Lambda-taugliche Version von NetBeans, die habe ich aber nicht ausprobiert.

Dokumentation

27. Mär 2013

Kindle-eBooks mit Pandoc erstellen

In den letzten Jahren bin ich ein großer Fan von Pandoc geworden. Pandoc konvertiert Texte aus der Markdown-Syntax in alle erdenklichen anderen Formate. Ich verwende Pandoc vor allem zum Schreiben von eBooks. Wenn Sie wissen möchten, wie Sie selbst mit Pandoc ein eBook in dem auf amazon vorgeschriebenen Mobi-Format erstellen, lesen Sie weiter ...

Die erste Voraussetzung ist Pandoc. Dieses Open-Source-Programm kann von der Pandoc-Website kostenlos heruntergeladen werden (und hier die Installations-Tipps). Viele Linux-Distributionen liefern sogar entsprechende Pakete mit -- die sind aber leider nicht immer aktuell. (Pandoc ist ein relativ junges Programm, bei dem es regelmäßig neue Versionen mit durchaus nützlichen Verbesserungen gibt. Es empfiehlt sich deswegen, eine aktuelle Version zu verwenden.)

Der nächste Schritt besteht darin, den Text des eBooks zu verfassen. Dabei halten Sie sich an die Regeln der Pandoc-Syntax. Für nicht-technische Texte sind die Regeln schnell zusammengefasst: # am Zeilenanfang kennzeichnet eine Überschrift der ersten Ordnung, ## eine zweiter Ordnung, ### eine dritter Ordnung. Texthervorhebungen führen Sie so durch: *kursiv* und **fett**.

Idealerweise verwenden Sie einen Editor, der die Markdown-Syntax kennt und ein entsprechendes Syntax-Hightlighting durchführt. (Ich arbeite mit dem Emacs, für den es eine Markdown-Erweiterung gibt.) Ich strukturiere längere Texte in der Regel kapitelweise, also pro Kapitel eine Datei.

HTML-Ansicht

Damit Sie einen Vorstellung erhalten, wie das eBook später ungefähr aussieht, erzeugen Sie einfach eine HTML-Version und sehen sich diese in Ihrem Webbrowser an. Ich verwende dazu eine winzige Script-Datei:

#!/bin/bash
chaps="impressum.text vorwort.text kapitel1.text kapitel2.text kapitel3.text"
pandoc --toc --smart -s -c buch.css -o buch.html $chaps

Damit das Ganze optisch einigermaßen erträglich aussieht, brauchen Sie eine einfache CSS-Datei. Sie können buch.css (siehe den Download-Link am Ende des Artikels) als Ausgangspunkt für eigene Experimente verwenden.

Umwandlung in das Mobi-Format

Sobald der Text fertig ist, steht die Umwandlung in das Mobi-Format an. Dazu benötigen Sie das Kommando kindlegen, das Sie von der amazon-Website kostenlos herunterladen.

kindlegen erwartet primär eine HTML-Datei als Input. Diese HTML-Datei erzeugen Sie wie gehabt mit Pandoc. Außerdem brauchen Sie aber noch drei Dateien:

  • eine Bilddatei (*.jpeg) für das Cover des Buchs.
  • eine *.opf-Datei, die im XML-Format die Eckdaten des Buchs beschreibt (Titel, Autor, etc.). In die *.opf-Datei müssen Sie auch die Orte der restlichen Dateien (buch.html, cover.jpeg etc.) eintragen.
  • eine *.ncx-Datei mit einem kapitelweisen Inhaltsverzeichnis des Buchs.

Der genaue Aufbau dieser Dateien ist im Kindle Publishing Guide sehr detailliert beschrieben. Für erste Experimente orientieren Sie sich einfach an den Musterdateien in pandoc-mobi.tgz.

Auch zur Erzeugung der Mobi-Datei verwende ich ein kleines Script, das ich in meinem tollen CMS leider nicht ohne Darstellungsfehler anzeigen kann. Den Pfad zum Programm kindlegen müssen Sie natürlich anpassen. Die irrwitzigen sed-Kommandos haben damit zu tun, dass Pandoc bei der Erzeugung der HTML-Datei aus unerfindlichen Gründen jede Überschrift als Link auf sich selbst schreibt. Das sieht hässlich aus und sollte daher geändert werden.

Außerdem sollten Sie für die Kindle-Version Ihres eBooks eine eigene CSS-Datei verwenden. Amazon ist ja der Meinung, dass jeder Text in Blocksatz am schönsten aussieht. Diese Meinung teile ich nicht, und schon gar nicht, wenn es keine Möglichkeit zur Silbentrennung gibt. Immerhin akzeptieren mittlerweile die meisten Kindle-Geräte die CSS-Angabe text-align: left;.

Der erste Durchlauf von kindlegen endet häufig mit Fehlermeldungen: fehlende Angaben in der *.opf-Datei, falsche Querverweise in der *.html-Datei mit dem eBook-Text etc. Erst wenn diese Probleme alle behoben sind, erzeugt kindlegen eine Mobi-Datei.

Preview

Um zu kontrollieren, dass die Mobi-Datei OK ist, brauchen Sie den Kindle-Previewer. Zwar stellt amazon auch dieses Programm kostenlos zur Verfügung, wirklich glücklich bin ich damit aber nicht geworden. Eine Linux-Version gibt es überhaupt nicht, und die Mac-Version funktioniert bei mir nicht (vermutlich, weil ich eine andere Java-Version installiert habe als die amazon-Programmierer). Ich habe es aufgegeben, nach der Ursache zu forschen, und mir stattdessen die Windows-Version in ein virtuelles Windows-XP-System installiert.

eBook verkaufen

Wenn soweit alles geklappt haben, wollen Sie Ihr Werk jetzt wahrscheinlich im Kindle-Shop verkaufen. Dazu müssen Sie Teilnehmer von Kindle Direct Publishing werden. Vor dem ersten Upload müssen Sie alle erdenklichen Infos angeben -- eine mühsame Sache! Aber der Marktmacht von amazon kann man als eBook-Autor schwer entkommen: Bücher bzw. eBooks, die es bei amazon nicht gibt, sind für viele Leser ganz einfach nicht existent.

Musterdateien

Damit Sie den gesamten Prozess unkompliziert ausprobieren können, habe ich Ihnen alle erforderlichen Quelldateien (also ohne Pandoc und kindlegen) in ein Tar-Archiv verpackt:

pandoc-mobi.tgz

1. Okt 2013

Folien mit Pandoc erstellen

Vor ein paar Wochen habe ich für eine Datenbankvorlesung an der Fachhochschule Campus 02 in Graz eine Menge Vortragsfolien verfasst. Werkzeug meiner Wahl war nicht LibreOffice, auch nicht LaTeX+Beamer (na ja, indirekt schon), sondern Pandoc. Dieser Beitrag beschreibt das Wie und Warum.

Pandoc ist ein Markdown-Konverter. Anders als das originale Markdown kann Pandoc auch dazu verwendet werden, um Dokumente unterschiedlichster Art und unterschiedlichsten Formats zu erzeugen -- unter anderem eben Vortragsfolien im PDF-Format. Hinter den Kulissen kommen dabei LaTeX und dessen Beamer-Package zum Einsatz -- d.h. Voraussetzung für die folgende Anleitung ist nicht nur Pandoc, sondern eben auch eine LaTeX-Installation. Unter Linux ist das alles rasch erledigt, unter Ubuntu z.B. mit apt-get install pandoc latex-beamer.

Basics

Der Einsatz von Pandoc zum Gestalten von Vortragsfolien ist auf der Pandoc-Website eingehend beschrieben, weswegen ich mich hier kurz fasse. Im Prinzip verfassen Sie ein ganz gewöhnliches Markdown-Dokument. Wenn Sie Pandoc nun mit der Option -t beamer -o out.pdf aufrufen, wird daraus ein PDF-Dokument.

Der spannendste Punkt ist dabei die Zerlegung in einzelne Seiten. Pandoc versucht anhand der Struktur des Dokuments zu erkennen, bei welcher Überschriftenebene neue Seiten erzeugt werden sollen. Versagt dieser Automatismus, können Sie mit der Option --slide-level n die Überschriftenebene angeben, bei der Pandoc auf jeden Fall neue Seiten beginnen soll. Darüber hinaus können Sie jederzeit durch zumindest drei Minuszeichen (also ---) eine neue Seite starten.

Intern greift Pandoc dabei auf LaTeX und Beamer zurück. Das gewünschte Beamer-Thema und -Farbschema stellen Sie bei Bedarf mit -V theme=Warsaw -V colortheme=beaver ein. Einen guten Überblick über die vielen zur Auswahl stehenden Möglichkeiten gibt die Beamer Theme Matrix.

Mehr Gestaltungsmöglichkeiten

Wenn Sie die Grenzen der in Pandoc vorgesehenen Layout- und Gestaltungsmöglichkeiten überschreiten möchten, benötigen Sie ein wenig LaTeX- und Beamer-Wissen und betten die entsprechenden LaTeX-Kommandos direkt in den Markdown-Code ein. Besonders effizient gelingt das, wenn Sie ein paar eigene LaTeX-Kommandos in einer Header-Datei definieren und diese mit der Pandoc-Option -H header.tex angeben.

Für meine eigenen Folien ist die Header-Datei keine 20 Zeilen lang. Sie hilft dabei, zweispaltige Folien zu gestalten, deaktiviert die in Beamer vorgesehen Navigationspfeile, definiert stattdessen eine eigene, minimale Fußzeile und verändert ein paar Schriftgrößen für URLs und für Listings:

% header.tex mit eigenen Kommandos und Layout-Anpassungen
\newcommand{\colA}[1]{\begin{columns}[t]\begin{column}{#1}} 
\newcommand{\colB}[1]{\end{column}\begin{column}{#1}} 
\newcommand{\colEnd}{\end{column}\end{columns}}

% keine Navigationspfeile
\setbeamertemplate{navigation symbols}{} % keine Navigations-Buttons

% Fußzeile mit Titel und Seitenr.
\definecolor{mygray}{gray}{0.75}
\setbeamertemplate{footline}{{\vspace{2mm}\color{mygray}%
\hspace*{2mm}\tiny\inserttitle\hspace*{80pt}%
\hfill\insertframenumber \hspace*{2mm}\vspace{2mm}}}

% Schrift für URLs
\definecolor{myblue}{rgb}{0.2 0.0 0.8}
\renewcommand{\UrlFont}{\color{myblue}\footnotesize\sf}

% Schriftgröße Listings
\RequirePackage{fancyvrb}
\DefineVerbatimEnvironment{Highlighting}{Verbatim}%
  {commandchars=\\\{\},fontsize=\footnotesize} 
\DefineVerbatimEnvironment{Verbatim}{Verbatim}%
  {fontsize=\footnotesize}

Hello World!

Ein Beispiel illustriert, wie aus wenigen Zeilen Text rasch und unkompliziert Folien werden. Hier zuerst der Markdown-Quelltext:

% Datenbanken I -- Einführung
% Michael Kofler
% September 2013

# Einführung

## Inhalt der Lehrveranstaltung

* Konzepte relationaler Datenbanksysteme
* Design von Datenbanken
* Daten mit SQL^[Standard Query Language] abfragen und verändern

Basis für alle Beispiele: MySQL

## Inhalt im Detail

* Einführung, Hello-World!-Beispiel, MySQL
* Datenbankmodellierung (semantisch, logisch, physisch)
* Entity-Relationship-Modelle
* Datentypen
* Relationships (1:1, 1:n, n:m, identifying vs. non-identifying)
* Primary Keys, Foreign Keys, Foreign Key Constraints
* Normalformen (1NF, 2NF, 3NF), De-Normalisierung
* SQL-Einführung (SELECT, INSERT, UPDATE, DELETE, CREATE/ALTER/DROP TABLE)
* Transaktionen, ACID
* viele praktische Beispiel

## Datenbanken versus Datenbanksysteme

\colA{6cm}

Datenbanken

* Adressen für Serienbriefe
* Patientenkartei einer Artzpraxis
* Warenbestand eines Lebensmitteldiskonters
* Facebook
* Telekom-Abrechnungssystem
* ...

\colB{6cm}

Datenbanksysteme

* IBM DB/2
* Microsoft Access
* Microsoft SQL Server
* MySQL
* Oracle
* PostgreSQL
* SAP MaxDB
* SQLite

\colEnd

\vspace{3mm}

PS: Ein Datenbanksystem ist genaugenommen ein *Datenbankmanagagementsystem*.\
**DBMS** = *Database Management System*.

## Wozu Datenbanksysteme?

* Sicherheit

    + Datenverluste vermeiden
    + steuern, wer welche Daten lesen/verändern darf
    + aufzeichnen, wer wann was verändert hat
    + Transaktionen
    + Backups
    + Hochverfügbarkeit

* Netzwerkzugriff
* Multi-User-Zugriff mit Zugriffskontrolle

## Client/Server-Modell

\includegraphics[width=0.8\textwidth]{bilder/client-server.png}

## Relationale Datenbanken

* Organisation aller Daten in Tabellen
* jede Tabelle für sich: ähnlich wie Excel-Tabellenblatt
* Tabellen sind miteinander verknüpft (Relationships)
* Verknüpfungen über ID-Spalten (Primary Key, Foreign Key)

## Relationale Datenbanken

\hbox{}\hspace*{-9mm}\includegraphics[width=1.17\textwidth]{bilder/schema-mylibrary.png}

## Standard Query Language = SQL

```sql
SELECT * FROM personen
    
SELECT * FROM personen ORDER BY nachname, vorname

SELECT id, nachname, vorname FROM personen

SELECT COUNT(*) FROM personen

SELECT COUNT(*) FROM personen WHERE geschlecht='f'
```

Link: 

Und hier alle erforderlichen Dateien:

  • Die-Markdown-Datei sample.text (die Codierung ist UTF-8, falls die deutschen Sonderzeichen im Browser falsch dargestellt werden)
  • Zwei Bilder, die mit LibreOffice erstellt wurden, und die im Unterverzeichnis bilder gespeichert werden müssen: client-server.png und schema-mylibrary.png
  • Die Datei header.tex
  • Das erforderliche Pandoc-Kommando, um daraus eine PDF-Datei zu machen:
    pandoc -t beamer -H header.tex sample.text -o sample.pdf
  • Und hier die resultierende PDF-Datei

Bequem und effizient

Um mir auch noch den manuellen Aufruf des pandoc-Kommandos zu ersparen, verwende ich ein kleines bash-Script. Wenn ich an den Folien arbeite, läuft es im Hintergrund in einem Terminal-Fenster. Es testet alle 10 Sekunden, ob es name.text-Dateien gibt, die neuer sind als die entsprechende name.pdf-Datei. In diesem Fall wird die PDF-Datei automatisch neu generiert.

#!/bin/bash
while :
do
  for mdfile in *.text; do
    pdffile=${mdfile%.text}.pdf
    if [ $mdfile -nt $pdffile ]; then
      echo $mdfile
      pandoc -t beamer -H header.tex $mdfile -o $pdffile
    fi
  done
  sleep 10
done

Jetzt benötigen Sie nun noch einen PDF-Viewer, der Änderungen an den angezeigten PDF-Dateien überwacht und die PDF-Datei dann automatisch neulädt. Geeignete Programme sind Okular (Linux) oder Skim (OS X).

Jetzt können Sie im Editor Ihrer Wahl (meine Wahl fällt immer auf Emacs ...) die *.text-Dateien erzeugen -- alles anderes geschieht automatisch. Noch nie habe ich so komfortabel und effizient Folien verfasst.

24. Okt 2013

OS X Maverick

Jetzt up-to-date mit Maverick. Alles, was für mich wichtig ist, scheint weiter zu funktionieren :-)

Das eigentliche Update auf Maverick klappte problemlos und flott. Und alles kostenlos -- fast wie unter Linux. Fehlt nur der Quellcode ...

SSD-Trim

Auch OS X 10.9 unterstützt SSD-Trim nur für (von Apple) ausgewählte SSD-Modelle. Für meine Samsung SSD gibt's zum Glück den kostenlosen Trim Enabler, der auch unter Maverick klaglos funktioniert.

Terminal

Im Terminal funktionieren cmd+Ä und cmd+Ö nicht mehr, um die Tabs zu wechseln. Abhilfe: Systemeinstellungen starten, Tastatur|Kurzbefehle, und zwei neue Kürzel definieren.

iWorks-Update

Der AppStore erkennt meine uralte iWorks-9-Programme nicht und bietet kein Update an. Abhilfe: In den Systemeinstellungen in Sprache + Region die Sprache englisch einstellen und neu starten. Jetzt ist ein Update möglich. Dann Sprache zurück auf deutsch, noch ein Neustart. (Erinnert ein wenig an Windows ...)

Die Updates sind nicht unumstritten: Die neue Oberfläche ist hübsch, aber nicht unbedingt effizient. Dafür hat die iWorks-Suite eine Menge fortgeschrittene Features verloren. Das Motto lautet: was unter iOS nicht geht, soll es auch unter OS X nicht mehr geben. Gilt auch für die AppleScript-Unterstützung. Merkwürdige Strategie. Mir ist's ziemlich egal, habe die iWorks-Programme ohnedies kaum verwendet (siehe auch meinen alten Blog-Beitrag zu Pages). Habe das Update also mehr aus Neugier durchgeführt. Für Office-Arbeit gibts LibreOffice -- hässlich, aber funktionell.

Parallels

Parallels 8 funktioniert auch unter Maverick, das teure Update auf Parallels 9 ist also vorerst nicht notwendig.

Aquamacs, Gimp

Wenn schon Update, dann richtig. Also habe ich auch wieder einmal aquamacs und Gimp aktualisiert. Kaum neue Features, aber auch keine Beanstandungen.

Update 3.11.2013

Die Crash-Wahrscheinlichkeit (also Totalabsturz des Systems) unter Maverick ist deutlich angestiegen. Ich habe die Time Machine in Kombination mit AFP im Verdacht, bin mir aber nicht sicher.