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Lehren aus dem AUR-Angriff

Mitte Juni 2026 wurden über 1500 AUR-Pakete kompromittiert (siehe auch den vorigen Blog-Beitrag zu diesem Thema). Es zeugt natürlich von großer Überheblichkeit, als Mitautor eines Hacking-Buches zu glauben, selbst immun gegen Angriffe zu sein. Ein Update zum falschen Zeitpunkt hat mich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und mir — einen Tag vor Urlaubsantritt — eine Menge sinnloser Arbeit beschert. Ich habe Anthropic- und OpenAI-Keys widerrufen, die SSH-Keys des betroffenen Notebooks von diversen Servern und Dienstleistern gelöscht und unzählige Passwörter geändert. Sch***!

Heute habe ich, natürlich ohne das System neuerlich zu booten, eine Analyse gemacht. Im Prinzip:

pacman --root /mnt/arch --dbpath /mnt/arch/var/lib/pacman -Qm

Ich habe 60 AUR-Pakete gefunden. Nur eines davon (libgdata, eine veraltete GNOME-Bibliothek für den Zugriff auf Google-Dienste) wurde kompromittiert. Ich habe es nur Stunden nach der Manipulation, aber eben noch vor der Berichterstattung über den Hack installiert. Extremes Pech im Timing!

Dieser Blog-Beitrag ist der Versuch einer persönlichen Aufarbeitung. Was ist passiert? Warum ist es passiert? Und was kann ich daraus lernen?

Eines vorweg. Dieser Artikel ist keine Kritik am Arch-Linux-Projekt. Dieses hat immer klar kommuniziert, dass AUR-Pakete — wie der Name schon sagt (Arch User Repository) — von den Benutzern selbst gepflegt werden und keiner Kontrolle unterliegen. Wer solche Pakete installiert, ist selbst verantwortlich, mit allen — dieses Mal sehr unerfreulichen — Konsequenzen.

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