Archiv der Kategorie: Linux

Debian 11 »Bullseye«

Es gibt — wie immer — zwei Sichtweise auf das neue Debian: Die positive (»Das Glas ist halb voll«) Interpretation geht in die Richtung, dass Debian im Vergleich zum letzten Release deutlich moderner geworden ist, teilweise nahezu aktuelle Software-Versionen ausliefert, neue Funktionen bietet — und das für viel mehr Plattformen als bei jeder anderen Linux-Distribution.

Die nicht so euphorische Sichtweise (»Das Glas ist halb leer«) bedauert die im Vergleich zu Fedora oder Ubuntu nicht ganz so aktuelle Software-Ausstattung und das unverändert altmodische Erscheinungsbild des Installationsprogramms. Andererseits erfüllt der Installer seinen Zweck — und wer es gerne moderner hat, kann ja den Calamares-Installer der Live-Medien verwenden.

Das Erscheinungsbild des Debian-Installationsprogramms ist seit vielen Jahren unverändert geblieben.

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Gnome 40 mit einem vertikalen Dock

Vor ein paar Wochen habe ich hier im Blog kritisiert, dass mich Gnome 40 zu einem horizontalen Dock zwingen will, dass noch dazu zumeist ausgeblendet wird. Mag sein, dass manche dies auf einem kleinen Notebook-Monitor zweckmäßig finden, für mich ist es keine Option. Ich will ein ständig sichtbares Dock, und ich will es am linken Bildschirmrand. Und mittlerweile ist mein Wunsch auch erfüllbar, wie ich in diesem Beitrag anhand von drei Distributionen (Fedora 34, Manjaro, Ubuntu 21.10) zeige.

Das Gnome Entwickerteam vertritt zwar die Ansicht, Shell extensions are always going to be a niche thing, aber da Ubuntu und einige andere Distributionen solche Extensions per Default installieren, wird die Nische womöglich größer als das Original …

Anmerkung: Die Gnome-Nomenklatur nennt das Dock übrigens »Dash«, aber ich bleibe in diesem Artikel bei dem etablierteren Begriff »Dock«.

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Docker-Container automatisch starten

Beim Arbeiten mit Docker besteht oft der Wunsch, einen Container automatisch bei jedem Rechnerstart auszuführen, z.B. um einen Netzwerkdienst anzubieten. In diesem Text stelle ich Ihnen drei Wege vor, wie Sie diesen Wunsch realisieren können. Die ersten beiden Varianten setzen voraus, dass es einen systemweiten Docker-Dienst gibt (dockerd), dass Sie also mit einer »normalen« Docker-Installation arbeiten (nicht rootless oder mit mit Podman).

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Arch Linux und »archinstall«

Vorige Woche habe ich die Installation von Arch Linux beschrieben. Ein Leser hat mich nun darauf hingewiesen, dass es zur rein manuellen Installation eine Alternative gibt: Das Script archinstall, das im Live-System von Arch Linux mittlerweile standardmäßig enthalten ist.

Beachten Sie, dass das ArchWiki archinstall als noch »experimentell« bezeichnet und darum bittet, bei Fehlerberichten auf die Verwendung von archinstall hinzuweisen.

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AlmaLinux oder Oracle Linux oder Rocky Linux?

Mein Linux-Freund Niki Kovacs hat mich heute kontaktiert: Soll man als CentOS-Ersatz Rocky Linux oder doch eher Oracle Linux empfehlen? Ich habe per Mail schon geantwortet, aber ich will die Frage hier ein wenig ausführlicher diskutieren und lade Sie ein, in den Kommentaren Ihre eigene Sichtweise zu präsentieren.

Prinzipiell geht es um die Frage: Welcher RHEL-Klon ist der beste, wenn kein Geld für eine RHEL-Lizenz da ist? CentOS 8 scheidet aus, der RHEL-Klon schlechthin hat ja für Ende 2021 die Einstellung von Updates angekündigt (siehe auch meinen Nachruf auf CentOS). Es gibt aber mittlerweile eine Menge Alternativen (hier in alphabetischer Reihenfolge):

  • AlmaLinux
  • CentOS Stream
  • Oracle Linux
  • Red Hat Enterprise Linux (RHEL) mit einem Developer Account kostenlos nutzen
  • Rocky Linux

Update 7.7.2021: Gerade habe ich noch einen RHEL-Klon entdeckt: Virtuozzo VzLinux

13.8.2021: Anscheinend noch ein Klon, Euro Linux.

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Arch Linux installieren

Arch Linux ist eine unter Linux-Profis sehr beliebte Rolling-Release-Distribution. Arch Linux zählt zu den wenigen Distributionen, die auf eine eigene Paketverwaltung außerhalb der Debian- und RPM-Welt setzen. Arch Linux betreibt schließlich ein großartiges Wiki, wo Sie technische Informationen zu kniffeligen Setup-Fragen finden (ganz egal, unter welchem Linux Sie arbeiten). Beim Recherchieren für mein Linux-Buch lande ich unweigerlich immer wieder im Arch Linux Wiki. Oft hört die Suche dort auf.

Arch Linux spricht explizit technisch versierte Linux-Anwender an. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie Festplatten/SSDs manuell partitionieren, Dateisysteme selbst einrichten, mit chroot andere Verzeichnisse zum Root-Verzeichnis machen, ist Arch Linux nicht die richtige Wahl. Wenn Sie aber schon ein, zwei Jahre Linux-Erfahrung haben, ist Arch Linux für Desktop-Installationen definitiv einen Versuch wert. Einmal installiert erhalten Sie eine solide, schnelle und sehr moderne Linux-Distribution.

Arch Linux lohnt sich auch aus didaktischer Sicht: Da Sie sowohl bei der Installation als auch später im Betrieb viel mehr selbst machen müssen, lernen Sie Linux besser verstehen.

Dieser Blog-Beitrag fasst die wichtigsten Schritte zur Installation in einer virtuellen Maschine sowie auf einem echten Rechner zusammen. Natürlich gibt es im Internet noch mehr Anleitungen (siehe die Liste der Quellen am Ende dieses Artikels), aber nachdem ich selbst ein, zweimal über Details gestolpert bin, habe ich mir gedacht: Noch eine Anleitung kann nicht schaden!

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Farb-PDFs in Graustufen-PDFs umwandeln

Kürzlich musste ich einige Tickets ausdrucken, die großflächig mit Farbe hinterlegt waren. Der Treiber meines Drucker bietet leider keine Möglichkeit, ein Dokument in Graustufen auszudrucken. Und der Farbdruck vergeudet eine Menge Tinte/Toner. Also habe ich nach einem Weg gesucht, Farb-PDFs in Graustufen-PDFs umzuwandeln. Und siehe da: Was Linux an Benutzerkomfort vermissen lässt, ersetzt es durch tolle Kommandos :-)

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Fedora 34

phoronix, heise.de und derstandard.at sind sich einig: Mit Version 34 ist Fedora ein großer Wurf gelungen. Tatsächlich gibt es diesmal Neuerungen, die ins Auge stechen und die zu hören sind: Als erste große Distribution liefert Fedora Gnome 40 auf und verwendet PipeWire als Audio-Framework. Wayland ist bei Fedora schon lange standardmäßig aktiv, aber erstmals gilt dies nun auch für den KDE-Zweig. Das Dateisystem btrfs wird jetzt standardmäßig komprimiert. Kurzum: Fedora gewährt wieder einmal einen Blick in die Linux-Zukunft.

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