Kategoriearchiv: KI

Qwen 3.8 Flash Next auf Strix-Halo-Rechnern ausführen

Im Rahmen meiner Arbeit für unser Claude-Code-Buch habe ich wieder einmal durchgetestet, wie weit man mit lokalen Modellen und Open-Source-Tools kommt. Als Coding-Agent habe ich das Programm Pi verwendet, das ich demnächst hier näher vorstellen will. Pi habe ich zusammen mit diversen lokalen Modellen ausprobiert, unter anderem Gemma 4, Qwen-3.6-35b-a3b, Qwen-3.8-27b sowie Qwen-3.8-Flash-Next. Der Testrechner ist mit 128 GB RAM und einer Strix-Halo-CPU ausgestattet.

Um es kurz zu machen: Gemma 4 und Qwen-3.6-35b-a3b sind für agentisches Programmieren einfach zu schwach. Qwen-3.8-27b ist spürbar besser, aber als »dichtes« Modell (dense, immer alle Parameter im Einsatz) mit meiner Hardware definitiv zu langsam. Richtig spannend ist dagegen Qwen-3.8-Flash-Next! Es ist mit 125 Milliarden Parametern das größte und neueste Modell in meinem Testparcours. Dank MoE (Mixture of Experts) sind aber stets »nur« 6 Milliarden Parameter aktiv. Das Modell enthält außerdem eine Look-up-Tabelle für Token-Kombinationen mit weiteren 51 Milliarden Parametern (N-gram Embedding Layer). Die Gesamtmodellgröße wird daher oft mit 180 Milliarden Parametern angegeben. Der Platzbedarf beträgt bei 4-Bit-Quantisierung ca. 110 GB auf der SSD sowie ca. 90 GB im RAM (weniger, weil nur Teile der Look-up-Tabelle tatsächlich im RAM landen). Bei meinen Tests liefert das Modell bessere Ergebnisse als Qwen-3.8-27b und ist gleichzeitig schneller. Eine sehr angenehme Kombination.

Der Rest dieses Artikels beschäftigt sich mit der Frage, welche Möglichkeiten es gibt, Qwen-3.8-Flash-Next auf Strix-Halo-Rechnern auszuführen. Um es vorwegzunehmen: Mein für Testzwecke beliebtes LM Studio ist ungeeignet. Dafür gibt es zwei Projekte, die speziell für die AMD-CPU optimierte Engines anbieten und einen Output von über 40 Token/s erreichen.

Qwen 3.8 Flash Next auf Strix-Halo-Rechnern ausführen weiterlesen →

Mit Claude Code eine Linux-Prüfung korrigieren

Coding mit KI-Unterstützung ist mittlerweile für die meisten Entwickler gelebte Praxis. Weniger bekannt ist, dass CLIs wie Claude Code auch abseits der Programmierung ein großartiges Werkzeug sind: Mit CLIs können Sie per SSH Linux-Installationen administrieren, Backups überprüfen, Docker-Setups einrichten oder Mail-Server-Konfigurationen analysieren.

Darüber hinaus setze ich Claude Code seit einigen Monaten für die Korrektur meiner Linux-Prüfungen ein. In diesem Beitrag erkläre ich, wie das funktioniert und warum das für mich eines der überzeugendsten Beispiele für »agentische KI« abseits des Codings ist.

Ich konzentriere mich in diesem Artikel auf Claude Code und habe das Setup auch nur mit dieser CLI getestet. Aber prinzipiell sollte das Setup ebenso gut mit Codex, Vibe CLI, Pi oder jedem anderen KI-Tool funktionieren, das im Terminal läuft und mit einem ausreichend leistungsstarken Sprachmodell verbunden ist.

Mit Claude Code eine Linux-Prüfung korrigieren weiterlesen →

📚 Vorankündigung: Claude Code

Bernd Öggl und ich haben vor einigen Monaten darüber diskutiert, welche Tools wir täglich nutzen. Das Ergebnis: Docker, Git und Claude Code. Nachdem wir zu den ersten beiden Themen bereits Bücher geschrieben haben, war es naheliegend, einen weiteren Band zu unserem neuen Lieblingswerkzeug nachzulegen. Und genau das haben wir getan! Das Buch soll noch diese Woche in die Druckerei gehen.

Das Bild zeigt das Cover des Buchs »Claude Code« von Michael Kofler und Bernd Öggl.

Eigentlich beginnt die Geschichte dieses Buchs schon 2024. Da haben wir mit Aider das erste Coding-CLI ausprobiert. Die Begeisterung hielt sich damals in Grenzen. Im Herbst 2025 hat sich das geändert: Die Sprachmodelle waren gut genug, um agentisches Programmieren ohne die Kontrolle jeder einzelnen Zeile zu ermöglichen. Anthropic ist mit Claude Code das Kunststück gelungen, schneller und agiler als die Konkurrenz zu erraten, was Programmiererinnen und Entwicklern wichtig ist, und das Ganze in eine Terminal-basierte Umgebung zu verpacken. Agentic Coding per CLI erlebt gerade seinen Durchbruch.

Heute ist für uns ein Arbeiten ohne Claude Code kaum noch vorstellbar. Wir setzen das Programm nicht nur zur Software-Entwicklung ein, sondern auch für administrative Arbeiten, die Lösung von Setup-Problemen, die Suche nach Sicherheitslücken usw.

Das Buch ist kein Handbuch, das alle Optionen und Slash-Kommandos der Reihe nach abarbeitet. Stattdessen verbinden wir die Grundlagen mit vielen praktischen Beispielen aus größeren und kleineren Software-Projekten, die aus unserem beruflichen Alltag stammen. Wir versprechen Ihnen nicht das Blaue vom Himmel: Wir zeigen auch, wo Claude Code danebenliegt, und leiten daraus Arbeitsweisen ab, die sich bei uns bewährt haben.

Natürlich behandeln wir wichtigen Funktionen: Permissions, CLAUDE.md, Skills, Hooks, Plugins, MCP-Server, Subagenten und Worktrees. Ein eigenes Kapitel zeigt, was Claude Code als IT-Agent jenseits des Programmierens leisten kann. Auf KI-Grundlagen verzichten wir dagegen bewusst. Das Buch konzentriert sich fast vollständig auf die Nutzung von Claude Code im Terminal.

Weitere Details finden Sie hier.

Updates zu lokalen Sprachmodelle: MTP, APEX, Qwopus

Unser Buch Coding mit KI ist gerade erst erschienen, schon gibt es spannende Neuigkeiten rund um die Ausführung lokaler Modelle:

  • Multi-Token Prediction (MTP) ist ein ganz neues Feature in llama.cpp. Seit ein paar Tagen steht es auch in LM Studio zur Verfügung. Durch einen »Trick« (Details folgen gleich) kann mit MTP die Output-Token-Geschwindigkeit deutlich vergrößert werden: laut diversen Benchmarktests im Internet bis auf das Doppelte, in meinen Tests immerhin um ca. 60 bis 70 Prozent.
  • Adaptive Precision for EXpert Models (APEX) ist ein neues Verfahren zur besonders platzsparenden Quantisierung von MoE-Modellen. Der Platzbedarf sinkt je nach Qualitätsstufe auf die Hälfte gegenüber der herkömmlichen 4-Bit-Darstellungen (Q4_x_x).

  • Qwopus ist eine neue Variante zu den Qwen-Modellen, bei denen das Fine Tuning mit Claude Opus verbessert wurde.

Updates zu lokalen Sprachmodelle: MTP, APEX, Qwopus weiterlesen →

Graphify

Da ist Coding mit KI frisch aus der Druckerei ausgeliefert, schon taucht ein neues Tool auf, das mehr Effizienz verspricht. Graphify erstellt einen sogenannten Knowledge Graph, also eine interne Datenbank über die Verknüpfungen zwischen Komponenten (Text, Code, Bilder, was auch immer) eines Projekts. In der Folge können KI-Tools wie Claude Code auf diese Datenbank zugreifen und sich damit rascher und vor allem Token-sparender im Projekt orientieren. Graphify funktioniert besonders gut für ungeordnete Verzeichnisse, in denen Sie PDFs, Screenshots etc. zu einem Thema ablegen, um diese Informationen später wieder zu nutzen.

Aktualisiert 10.5.2026, 23.6.2026, 3.7.2026

Graphify weiterlesen →

KI-Skills für Swift

Vor zwei Jahren half »Prompt Engineering« zu besseren Ergebnissen bei KI-Tools. Heute ist der Weg ein anderer:

  • Die Datei AGENTS.md (für die meisten KI-Tools) bzw. CLAUDE.md (für Claude Code) im Projektverzeichnis fasst wichtige Projektinformationen und Coding-Anweisungen zusammen. IDEs wie Cursor bzw. CLIs wie Claude Code oder Codex berücksichtigen diese Datei bei jedem Session-Start automatisch. Damit bietet diese Datei eine großartige Möglichkeit, das Default-Verhalten von KI-Tools den eigenen Ansprüchen anzupassen. (AGENTS.md können CLAUDE.md auf verschiedenen Ebenen gespeichert werden, um z.B. allgemeine Coding-Anweisungen mit spezifischen Projektinformationen zu kombinieren.)
  • Skills ermöglichen es, Anweisungen für bestimmte Bearbeitungsschritte im Markdown-Format zu formulieren. Während AGENTS.md immer berücksichtigt wird, werden Skills nur bei Bedarf ausgewertet. Skills können auch Anweisungen für den Aufruf externer Tools beinhalten und ersetzen dann in manchen Fällen die MCP-Server-Konfiguration. (Auch Skills können wahlweise projektspezifisch oder auf globaler Ebene eingerichtet werden.)

Dieser Beitrag zeigt die Anwendung von AGENTS.md und Skills speziell für die Programmiersprache Swift — losgelöst davon, ob Sie in Xcode arbeiten oder eine externe CLI verwenden. Der Artikel hat einen leichten Claude-Fokus, weil ich mich persönlich in der Anthropic-Welt wohler fühle als in der von OpenAI. Qualitativ gibt es keine großen Unterschiede zwischen beiden Systemen, beide funktionieren mittlerweile herausragend gut.

Ich setze hier voraus, dass Sie grundlegende Erfahrung mit KI-Tools haben und zumindest ein CLI-Tool (ich empfehle Claude Code, aber auch Codex CLI, Gemini CLI, Copilot CLI usw.) ausprobiert haben.

KI-Skills für Swift weiterlesen →

Xcode 26.3 kann endlich KI

Rund um die Integration von KI-Tools in Xcode hat sich Apple bisher nicht mit Ruhm bekleckert (siehe auch meinen Blog-Artikel zu Xcode 26.1 und 26.2). Aber mit Version 26.3 ist Xcode endlich doch im KI-Zeitalter angekommen. Der Schlüssel zum Erfolg: die Einhaltung offener Standards.

KI funktioniert in Xcode 26.3, weil Apple mit mcpbridge einen MCP-Server mit ca. 20 Tools für Xcode implementiert hat. Damit können Sprachmodelle direkt mit Xcode kommunizieren, Code ändern, auf aktuelle Apple-spezifische Dokumentation zugreifen, Apps ausprobieren und Fehler beheben.

Der Screenshot zeigt eine KI-gestützte App-Entwicklung in Xcode für ein einfaches Breakout-Spiel. Links ist ein Chat mit Anweisungen und Codeausschnitten zu sehen, in der Mitte der SwiftUI/Combine‑Quellcode in `ContentView.swift` mit Spielkonstanten und State-Variablen. Rechts läuft die iPhone‑Preview/Simulation mit blauem Brick‑Raster, Paddle und Ball sowie der Einblendung „Game Over“ und einem „Restart“-Button.
KI-unterstützte App-Entwicklung in Xcode

Xcode 26.3 kann endlich KI weiterlesen →

Warum jetzt jeder programmieren kann, und warum das trotzdem Blödsinn ist

Heute kann angeblich jeder programmieren. Sagen zumindest Forscher und CEOs aus der KI-Industrie. »Vibe Coding« ist das Wort des Jahres 2025. Sinngemäß meint das müheloses Programmieren dank KI-Unterstützung. Und tatsächlich ist jede der folgenden Aussagen grundsätzlich richtig, auf jeden Fall nicht ganz falsch:

  • 2023, Andrej Karpathy (KI-Forscher, u.a. bei Tesla und OpenAI): The hottest new programming language is English.
  • 2024, Jensen Huang (NVIDIA): It is our job to create computing technology such that nobody has to program. (…) Everybody in the world is now a programmer.

  • 2025, Mark Zuckerberg (Meta): Probably in 2025, we (…) are going to have an AI that can effectively be a sort of mid-level engineer that you have at your company that can write code.

  • 2026, Boris Cherny (Claude-Code-Erfinder): Coding is largely solved

Aber wie in jedem guten Krimi ist nichts so einfach, wie es scheint.

Warum jetzt jeder programmieren kann, und warum das trotzdem Blödsinn ist weiterlesen →

Hacking / Penetration Testing mit KI-Tools automatisieren

Moderne KI-Tools zum Agentic Coding können nicht nur programmieren, sie können auch Kommandos ausführen — im einfachsten Fall mit grep in der Code-Basis nach einem Schlüsselwort suchen. Diese Funktionalität geht aber weiter als Sie vielleicht denken: Einen SSH-Account mit Key-Authentifizierung vorausgesetzt, kann das KI-Tool auch Kommandos auf externen Rechnern ausführen! Das gibt wiederum weitreichende Möglichkeiten, sei es zu Administration von Linux-Rechner, sei es zur Durchführung von Hacking- oder Penetration-Testing-Aufgaben. In diesem Beitrag illustriere ich anhand eines Beispiels das sich daraus ergebende Potenzial.

Entgegen landläufiger Meinung brauchen Sie zum Hacking per KI keinen MCP-Server! Ja, es gibt diverse MCP-Server, mit denen Sie bash- oder SSH-Kommandos ausführen bzw. Hacking-Tools steuern können, z.B. ssh-mcp, mcp-kali-server oder hexstrike-ai. Aber sofern Ihr KI-Tool sowieso Kommandos via SSH ausführen kann, bieten derartige MCP-Server wenig nennenswerte Vorteile.

Desktop-Screenshot mit zwei laufenden virtuellen Maschinen und einer Terminal-Session links. Im Vordergrund zeigt ein geöffnetes VM-Fenster Kali Linux mit großem KALI-Logo, darüber ein weiteres virtuelles Fenster mit Konsole. Links ist ein Terminal mit Protokollausgaben zu SSH-, sudo- und Benutzeranlegen (newroot) sowie Verweisen auf eine lokale Claude-Code-Installation. Oben mittig ist die Virtuelle Maschinenverwaltung mit Liste der VMs sichtbar.
Setup auf einem Fedora-Rechner mit zwei virtuellen Maschinen und lokaler Claude-Code-Installation

Hacking / Penetration Testing mit KI-Tools automatisieren weiterlesen →

LM Studio

Wer sich dafür interessiert, Sprachmodelle lokal auszuführen, landen unweigerlich bei Ollama. Dieses Open-Source-Projekt macht es zum Kinderspiel, lokale Sprachmodelle herunterzuladen und auszuführen. Die macOS- und Windows-Version haben sogar eine Oberfläche, unter Linux müssen Sie sich mit dem Terminal-Betrieb oder der API begnügen.

Zuletzt machte Ollama allerdings mehr Ärger als Freude. Auf gleich zwei Rechnern mit AMD-CPU/GPU wollte Ollama pardout die GPU nicht nutzen. Auch die neue Umgebungsvariable OLLAMA_VULKAN=1 funktionierte nicht wie versprochen, sondern reduzierte die Geschwindigkeit noch weiter.

Kurz und gut, ich hatte die Nase voll, suchte nach Alternativen und landete bei LM Studio. Ich bin begeistert. Kurz zusammengefasst: LM Studio unterstützt meine Hardware perfekt und auf Anhieb (auch unter Linux), bietet eine Benutzeroberfläche mit schier unendlich viel Einstellmöglichkeiten (wieder: auch unter Linux) und viel mehr Funktionen als Ollama. Was gibt es auszusetzen? Das Programm richtet sich nur bedingt an LLM-Einsteiger, und sein Code untersteht keiner Open-Source-Lizenz. Das Programm darf zwar kostenlos genutzt werden (seit Mitte 2025 auch in Firmen), aber das kann sich in Zukunft ändern.

Der Screenshot zeigt die Anwendung „LM Studio“ mit einem offenen Chat zum Thema „Detecting Magic Squares“. Links ist eine Chat- und Ordnerliste sichtbar, darunter „Python Learning“ und der ausgewählte Eintrag. In der Mitte steht die Unterhaltung mit einer Erklärung zu „nested lists“ und einem Python-Codeblock mit einem 3×3-Grid. Rechts sind Kontext/Model/Program-Einstellungen sowie ein System-Prompt-Editor zu sehen.

Update 15.3.2026: Rechtschreibkontrolle deaktivieren

LM Studio weiterlesen →