Schlagwort-Archive: Red Hat

Nachruf auf CentOS

CentOS ist/war ein freier Klon von Red Hat Enterprise Linux (RHEL). Die vorige Version CentOS 7 läuft auf unzähligen Servern und Cloud-Instanzen. CentOS 7 war nie perfekt (bei Versionswechseln gab es Lücken in der Update-Versorgung, typischerweise im Bereich weniger Wochen), aber für viele war es gut genug — für den Produktivbetrieb kleiner Server, für den Unterricht, oder einfach, um ein RHEL-kompatibles Betriebssystem kennenzulernen.

Im September 2019 wurde das aktuelle CentOS 8 auf der Basis von RHEL 8 vorgestellt — und damit beworben, dass es vorausschtlich bis Mai 2029 gewartet werden würde. Heute hat das CentOS-Projekt allerdings verkündet, dass die Zukunft CentOS Stream heißt. Das klingt besser, als die Wahrheit zu sagen: CentOS, wie die Linux-Gemeinde es kannte, ist tot. CentOS 7 wird noch bis zum geplanten Support-Ende im Juni 2024 gewartet. CentOS 8 wird Ende 2021 eingestellt. Danach wird es noch CentOS 8 Stream geben, das aber das »echte« CentOS nicht ersetzen kann.

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CentOS 8: wertlose Langzeitunterstützung

Seit gestern ist CentOS 8.2 (genaugenommen »CentOS Linux 8 (2004)«) verfügbar. CentOS 8 ist eine von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) abgeleitete Distribution, die in der Vergangenheit über einen Zeitraum von 10 Jahre Updates versprach. Mittlerweile sind auf https://centos.org keine klaren Aussagen zum Life Cycle mehr zu finden. Stattdessen weisen die FAQs darauf hin, dass man versucht, Minor Releases von RHEL innerhalb von vier bis acht Wochen nachzubilden.

Dessen ungeachtet hat die Update-Versorgung für CentOS 7 immer ziemlich gut funktioniert, auch wenn es zwischen den Minor Releases zu einer Lücke in der Update-Versorgung von üblicherweise 4 bis 5 Wochen kam.

Deutlich schlechter sieht die Aktualisierung von CentOS 8 aus. Seit CentOS 8.0 im Sep. 2019 erschienen ist (von heute aus gerechnet vor 266 Tagen), hat es über 147 Tage Updates gegeben, während zwei Zeiträumen von insgesamt 119 Tagen aber keine Updates.

Update-Versorgung seit dem Release von CentOS 8.0, Stand 16.6.2020. Der ganze Kreis entspricht dem Zeitraum eines Jahres.

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CentOS 8

Mehr als vier Monate nach der Vorstellung von Red Hat Enterprise Linux 8 ist endlich auch CentOS 8 verfügbar. Genaugenommen lautet die Versionsnummer nicht 8, sondern 8.0.1905. CentOS wurde also von RHEL 8.0 geklont, das im Mai 2019 veröffentlicht wurde. (Dass CentOS erst im September 2019 veröffentlicht wurde, spielt in der Versionsnomenklatur keine Rolle.)

CentOS ist der populärste RHEL-Klon und wird vor allem im Server-Bereich oft als Geld sparende Alternative zu RHEL eingesetzt. Dieser Artikel fasst kurz zusammen, wodurch sich CentOS 8 von RHEL 8 unterscheidet, und erläutert das neue Angebot CentOS Stream.

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Der Status von EPEL 8

EPEL steht für Extra Packages for Enterprise Linux und ist die wichtigste externe Paketquelle für RHEL- und CentOS-Anwender. EPEL hat deswegen eine so große Bedeutung, weil Red Hat traditionell viel weniger Pakete ausliefert/pflegt als beispielsweise Debian oder Ubuntu. RHEL/CentOS-Anwender, die darüberhinaus weitere Software-Pakete benötigen, richten deswegen zumeist die EPEL-Paketquelle ein.

Wer nach der Freigabe von Red Hat Enterprise Linux 8 (RHEL 8) sofort den Umstieg wagte, musste allerdings ohne EPEL auskommen. Weil Red Hat die Organisation seiner eigenen Pakete grundlegend verändert hat (Modularisierung durch das AppStream-Verfahren), muss auch das EPEL-Repository vollkommen neu organisiert werden — und das kostet Zeit.

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