Fedora 35

Die Fertigstellung der Herbst-Edition von Fedora hat zwar ein paar Wochen länger gedauert als bei Ubuntu, aber dafür ist der Software-Stack spürbar moderner: Kernel 5.14, Gnome 41 und Python 3.10 lassen grüßen. Auf technischer Ebene schreitet vor allem die PipeWire-Integration voran.

Die Workstation-Variante von Fedora 35 verwendet Gnome 41 als Desktop

Versionsnummern

Wie üblich konzentriere ich in dieser Kurzvorstellung auf die Workstation-Variante von Fedora. Die wichtigsten Versionsnummern des Software-Stacks sehen so aus:

Basis             Desktop             Programmierung   Server
---------------   ------------------  --------------   --------------
Kernel     5.14   Gnome          41   bash       5.1   Apache     2.4
glibc      2.34   Firefox        93   gcc       11.2   CUPS       2.3
X-Server   1.20   Gimp         2.10   Java   8/11/17   MariaDB   10.5
Wayland    1.19   LibreOffice   7.2   PHP        8.0   OpenSSH    8.7
Mesa         21   Thunderbird    91   Python    3.10   qemu/KVM   6.1
Systemd     249                                        Postfix    3.6
NetworkMan 1.32                                        Samba     4.15
GRUB       2.06 

Nicht in meiner Versionsnummernübersicht enthalten ist FirewallD. Dennoch ist dieses Paket diesmals erwähnenswert, weil es endlich den Sprung auf die Versionsnummer 1.0 geschafft hat. Dabei haben sich einige Defaulteinstellungen geändert, die im Projektblog dokumentiert sind.

WirePlumber

Bereits mit Version 34 ist Fedora auf das Audio-System PipeWire umgestiegen (siehe auch meinen Blogartikel zu Fedora 34). Neu in Fedora 35 ist der Session-Manager WirePlumber. An der Bedienung für Endanwender ändert sich dadurch wenig (außer dass alles noch besser funktionieren sollte), aber für Entwickler bietet PipeWire eine klare Schnittstelle zur Integration und Nutzung der Audio-Funktionen. WirePlumber läuft als systemd-Dienst auf User-Ebene:

systemctl --user status wireplumber
● wireplumber.service - Multimedia Service Session Manager
     Loaded: loaded (/usr/lib/systemd/user/wireplumber.service; enabled; vendor preset: enabled)
     Active: active (running) since Wed 2021-11-03 19:13:26 CET; 34min ago
   Main PID: 1667 (wireplumber)
      Tasks: 4 (limit: 3352)
     Memory: 8.5M
        CPU: 367ms
     CGroup: /user.slice/user-1000.slice/user@1000.service/session.slice/wireplumber.service
             └─1667 /usr/bin/wireplumber

Nov 03 19:13:26 fedora systemd[1422]: Started Multimedia Service Session Manager.

Dokumentation zu WirePlumber finden Sie hier:

btrfs und Flatpak

Wenig Änderungen hat es rund um das Dateisystem btrfs gegeben. Es kommt weiterhin standardmäßig zum Einsatz, die Defaulteinstellungen haben sich aber nicht geändert (zwei Subvolumes für /home und /, aktive Komprimierung mit zstd).

Als alternatives Paketsystem favorisiert Fedora FlatPak. Standardmäßig ist aber kein einziges Programm als FlatPak installiert. Gnome Software ist FlatPak-kompatibel und zeigt entsprechende Pakete an, sofern FlatPak-Quellen eingerichtet wurden. Das kann während der Inbetriebnahme von Fedora 35 erfolgen oder direkt im Menü von Software (Menüpunkt Softwarequellen).

Quellen / Links

2 Gedanken zu „Fedora 35“

  1. Hallo,

    die Version des Kernels stimmt in der Tabelle nicht, 5.11 ->5.14.
    Auch diese Version von Fedora Linux (so heißt es jetzt) ist wieder einmal sehr solide, zumindest trifft das bei mir zu.
    Das Update klappte ohne Probleme, außer, dass ich zwei Shell-Extensions etwas anpassen musste, damit sie unter Gnome 41 laufen.

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