Fedora 22

Zur Abwechslung einmal nahezu pünktlich ist Fedora 22 fertig geworden — und präsentiert Linux von seiner modernsten Seite. Kernel 4.0, neuer Paketmanager dnf, neuer Grafik-Server Wayland beim Login etc.

Die vielen Änderungen in Fedora 22 sind auf dem Desktop kaum zu spüren
Die vielen Änderungen in Fedora 22 sind auf dem Desktop kaum zu spüren

Installation

Wenig Neues gibt es beim Installationsprogramm Anaconda. Die Partitionierung der Festplatte ist unübersichtlich geblieben, und wenn alle Welt den OK-Button rechts unten platziert, hindert das das Fedora- bzw. Red-Hat-Team keineswegs, diesen Button links oben anzuordnen. Zum Glück ist die Installation in der Regel schnell vorbei …

Merkwürdige Button-Anordnung in Anaconda, dem Installationsprogramm von Fedora
Merkwürdige Button-Anordnung in Anaconda, dem Installationsprogramm von Fedora

Versionsnummern

Fedora enthält die aktuellsten Versionen der wichtigsten Open-Source-Programme:

Basis           Desktop            Programmierung     Server
--------------  ------------------ --------------    --------------
Kernel    4.0   Gnome        3.16  bash       4.3    Apache    2.4
glibc     2.21  KDE          4.14  gcc        5.1    CUPS      2.0
X-Server  1.17  Firefox        38  Java         8    MariaDB  10.0
GRUB      2.02  Gimp          2.8  PHP        5.6    OpenSSH   6.8
Systemd    219  LibreOffice   4.4  Python 2.7/3.4    qemu/KVM  2.2
                Thunderbird    31                    Postfix   3.0
                                                     Samba     4.2

KDE ist standardmäßig nicht installiert. Der KDE-Spin enthält die KDE Software Compilation 4.14, die KDE Applications 15.04 sowie Plasma 5.3.

Neuerungen

  • DNF-Paketverwaltung: YUM wird in Fedora 22 endgültig durch DNF abgelöst. Das Kommando ist in der Bedienung weitestgehend kompatibel, d.h. anstelle von yum blabla tippen Sie nun eben dnf blabla ein. Hinter den Kulissen ist DNF aber von Grund auf neu entwickelt und läuft angeblich stabiler und schneller. (Ich hatte allerdings in der Vergangenheit auch mit YUM nie Probleme.) Details zu DNF können Sie hier nachlesen:

    http://dnf.baseurl.org
    http://dnf.readthedocs.org/en/latest/index.html
    http://dnf.readthedocs.org/en/latest/cli_vs_yum.html
    https://fedoraproject.org/wiki/Features/DNF

    PS: DNF steht für Dandified YUM, warum auch immer.

  • Wayland: Sofern der Grafiktreiber es zulässt, verwendet Fedora Wayland für den Login. Optische oder funktionelle Unterschiede zum herkömmlichen Login in einem unter X laufenden Display Manager sind nicht zu erkennen.

    Gnome wird standardmäßig weiterhin unter X ausgeführt; wie schon unter Fedora 21 können Sie sich aber beim Login für die Variante Gnome unter Wayland entscheiden. Der endgültige Umstieg auf Wayland ist für die nächste Fedora-Version geplant.

  • Neue Kernel-Pakete: Der Kernel ist nun über die Pakete kernel-core und kernel-modules aufgeteilt. Ein Linux-Betrieb ohne Module ist u.U. in virtuellen Maschinen denkbar und spart dann etwas Platz.

  • XFS-Dateisystem: Die Server-Edition von Fedora verwendet wie CentOS 7 XFS als Default-Dateisystem. Wenn Sie kein XFS wünschen, müssen Sie dies im Installationsprogramm während der Partitionierung kundtun. Die Workstation-Edition von Fedora verwendet weiterhin ext4.

Spins und Varianten

Die Auswahl der Fedora-Spins ist mittlerweile schon fast so groß wie die der Ubuntu-Varianten:

  • KDE Plasma Desktop
  • XFCE Desktop
  • LXDE Desktop
  • MATE-Compiz Desktop
  • SOAS Desktop

Außerdem gibt es eine Server-Variante, diverse Cloud-Images sowie ein Docker-Image.

Links

2 Gedanken zu „Fedora 22“

  1. Hallo,

    da dürfte sich ein Fehler eingeschlichen haben. Oben steht Kernel 4.0, unten in der Tabelle steht Kernel 3.19.

    Trotzdem interessanter Eintrag, danke :-)

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