Als größter Vorteil von Podman im Vergleich zu Docker wird üblicherweise die Funktion bewertet, Container ohne root-Rechte auszuführen. Übersehen wird, dass Docker seit Version 19.03 ebenfalls für den rootless-Einsatz geeignet ist; das Feature galt in dieser Version aber als experimentell und war mit erheblichen Einschränkungen verbunden. Deutlich besser sieht das in der aktuellen Version 20.10 aus: der Betrieb von Docker-Containern ohne root-Rechte ist nun eine reguläre Funktion. Bemerkenswert ist, dass die Installation von Docker innerhalb eines Benutzeraccounts erfolgt und ebenfalls ohne root-Rechte gelingt!
Drei ebooks.kofler-Titel jetzt kostenlos erhältlich
Im Oktober 2020 habe ich den Betrieb von ebooks.kofler eingestellt. Ab sofort können Sie drei E-Books kostenlos herunterladen:
- Markdown und Pandoc (veröffentlicht 2018)
- Ubuntu 18.04 LTS (veröffentlicht 2018)
- KVM zur Server-Virtualisierung (veröffentlicht 2012/2014)
Die kurze Geschichte von ebooks.kofler ist hier nachzulesen.
CentOS 8: Umstieg auf CentOS Stream bzw. auf Oracle Linux
Sowohl CentOS als auch Oracle bieten Scripts an, um eine vorhandene CentOS-8-Installation wahlweise in CentOS Stream oder in Oracle Linux umzubauen. Ich habe also eine virtuelle Maschine mit einer ca. ein Jahr alten Installation von CentOS 8 zuerst aktualisiert und dann zweimal geklont. In der Ausgangs-VM waren ein MySQL-Server installiert, EPEL aktiviert und vereinzelte EPEL-Pakete installiert. Einen Klon habe ich anschließend in CentOS Stream umgewandelt, den anderen in Oracle Linux.
Warnung: Es sollte klar sein, dass dies ein sehr simpler Test ist, nicht mehr! Ich habe kein produktives System umgestellt, sondern nur eine einfache Testumgebung.
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Nachruf auf CentOS
CentOS ist/war ein freier Klon von Red Hat Enterprise Linux (RHEL). Die vorige Version CentOS 7 läuft auf unzähligen Servern und Cloud-Instanzen. CentOS 7 war nie perfekt (bei Versionswechseln gab es Lücken in der Update-Versorgung, typischerweise im Bereich weniger Wochen), aber für viele war es gut genug — für den Produktivbetrieb kleiner Server, für den Unterricht, oder einfach, um ein RHEL-kompatibles Betriebssystem kennenzulernen.
Im September 2019 wurde das aktuelle CentOS 8 auf der Basis von RHEL 8 vorgestellt — und damit beworben, dass es vorausschtlich bis Mai 2029 gewartet werden würde. Heute hat das CentOS-Projekt allerdings verkündet, dass die Zukunft CentOS Stream heißt. Das klingt besser, als die Wahrheit zu sagen: CentOS, wie die Linux-Gemeinde es kannte, ist tot. CentOS 7 wird noch bis zum geplanten Support-Ende im Juni 2024 gewartet. CentOS 8 wird Ende 2021 eingestellt. Danach wird es noch CentOS 8 Stream geben, das aber das »echte« CentOS nicht ersetzen kann.
Raspberry Pi 400
Seit einem Monat gibt es den Raspberry Pi in einer Desktop-Ausführung. Das Gerät ist in eine Tastatur integriert, was Erinnerungen an die Home-Computer-Zeit wach werden lässt. Der Computer wird nicht zufällig mitten in der Corona-Epidemie ausgeliefert: Die Raspberry-Pi-Foundation hofft, dass das Gerät kostengünstig für das Home Schooling verwendet werden kann.
Linux-Kommandoreferenz in der 5. Auflage erschienen
Meine Linux-Kommandoreferenz ist soeben in der fünften Auflage erschienen:
544 Seiten, Hard-Cover
Preis: Euro 24,90 (in D inkl. MWSt.)
Dieses Buch enthält den Linux-Grundwortschatz für das Arbeiten im Terminal – über 500 Kommandos samt Optionen, Erläuterungen und Beispielen. Außerdem umfasst das Buch eine Referenz der wichtigsten Konfigurationsdateien sowie eine Zusammenstellung wichtiger Tastenkürzel.
In dieser Auflage habe ich wieder einige neue Kommandos aufgenommen: acme.sh, aws, boltctl, etherwake, fwupdmgr, gdebi, kbdrate, nft, rdfind, ubuntu-security-status, wakeonlan und wol. Außerdem habe ich die Beschreibung vieler Kommandos aktualisiert und mit zusätzlichen Beispielen versehen, unter anderem bei adduser, certbot, chcon, chsh, cryptsetup, diff, dmesg, dnf, du, find, firewallcmd, flatpak, git, grep, iptables, mysqldump, sudo, sysctl, wsl und zypper.
PS: Von allen meinen Büchern gibt es keines, das ich so oft selbst öffne (wenn auch in der Regel nur die PDF-Version auf meinem Computer). Trotz der Arbeit an fünf Auflagen und der regelmäßigen Anwendung vieler Kommandos scheitere ich daran, mir all die Kommando- und Optionsnamen dauerhaft auswendig zu merken. Sie sehen also: Dieses Buch habe ich nicht nur für Sie geschrieben, sondern auch für mich selbst :-)
Fedora 33
In Fedora 33 gibt es abseits der üblichen Versions-Updates drei vier grundlegende Neuerungen:
- Als minimaler Texteditor ist
nano
vorinstalliert, nichtvim
. Persönlich empfinde ich das als großen Fortschritt. Allevi
-Freunde müssen ebendnf install vim
ausführen (so wie ich nach jeder Linux-Installationdnf/apt install joe
ausführe, damit mir der Mini-Emacsjmacs
zur Verfügung steht). -
Das Defaultdateisystem für die Desktop-Version von Fedora lautet nun
btrfs
und nicht mehrext4
. (Details dazu folgen gleich.) -
Als lokaler DNS-Client kommt
systemd-resolved
zum Einsatz. -
Update 29.10.2020: Standardmäßig wird weder eine Swap-Datei noch eine Swap-Partition eingerichtet. Stattdessen werden bei Bedarf Datenblöcke komprimiert in ein ZRAM-Device ausgelagert.
Überraschenderweise wird Fedora in diesem Fall seiner Vorreiterrolle nur teilweise gerecht. (open)SUSE verwendet btrfs
schon seit Jahren standardmäßig. systemd-resolved
kommt wiederum in Ubuntu schon seit geraumer Zeit zum Einsatz (wenn ich mich recht erinnere, seit Version 18.04).
Kotlin-Buch erschienen
Mit der neuen Programmiersprache Kotlin ist der Firma JetBrains ein Geniestreich gelungen: Die Sprache vereint eine moderne Syntax mit JVM-Kompatibilität. Kotlin-Code kann deswegen überall dort ausgeführt werden, wo die Java Virtual Machine zur Verfügung steht. (JVM 8 ist vollkommen ausreichend!) Kotlin-Programme können sämtliche Java-Bibliotheken verwenden, wenn es nicht schon neue, für Kotlin optimierte Frameworks gibt.
Kurzum: Ohne die Kompatibilität zum Java-Universum zu verlieren, können Sie eine Programmiersprache nutzen, die keine Wünsche offen lässt:
- Elegante Bearbeitung von Aufzählungen mit Lambda-Ausdrücken
- Datenklassen, Computed Properties, Property Delegation
- Nachträgliche Erweiterung von Klassen durch Extensions
- Design eigener Type-safe Builder mit Receiver-Funktionen
- Operator Overloading
- Effiziente asynchrone Programmierung mit Koroutinen
Google hat deswegen für die App-Programmierung das Motto Kotlin first ausgerufen. Aber auch im Backend gewinnt Kotlin an Bedeutung, weil die Sprache eine schrittweise Modernisierung von über viele Jahre gewachsenem Code erlaubt.
In meinem neuen Buch »Kotlin. Das umfassende Handbuch« bringe ich meine Begeisterung für Kotlin zum Ausdruck. Ich erläutere Ihnen die Syntax (die in vielen Details überraschend anders ist als in Java), zeige Ihnen elementare Programmiertechniken (Koroutinen, I/O, Datenbankzugriff) und gehe auf zwei Kernanwendungsbereiche ein: auf die App-Entwicklung inklusive Jetpack Compose und auf die Backend-Programmierung mit Ktor und Exposed. Das alles wird durch viele Beispiele aufgelockert.
Mit Kotlin macht Programmieren wieder Spaß — sogar dann, wenn Sie im Java-Universum gefangen sind ;-)
Mehr Details zum Buch samt einer PDF mit Vorwort und Inhaltsverzeichnis finden Sie hier:
Ubuntu 20.10
Das herausstechende Merkmal des neuesten Ubuntu-Releases 20.10 (»Groovy Gorilla«) ist das Hintergrundbild: cool, mutig und ein wenig gruselig. Persönlich wollte ich das nicht jeden Morgen sehen, bevor alle meine Fenster den Desktop zukleistern. Andere sind sicherlich begeistert …
Davon abgesehen gibt es natürlich auch ein paar technische Neuerungen:
KVM-Images platzsparend speichern und sichern
Mit dem Problem, Image-Dateien virtueller Maschinen platzsparend zu speichern, habe ich mich schon vor einigen Jahren in diesem Blog beschäftigt. Aber man lernt nie aus, weswegen ich Ihnen hier eine Variante der damals präsentierten Techniken sowie ein neues Verfahren vorstellen möchte :-)